Weird Wars: Operation Pantherauge

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Kalypso Media
Erscheinungsjahr
2007.07
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Technisch veraltetes Rollenspiel mit hohem Frustrationspotential
Gruppenleiter
Benjamin Liersch
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Johann und sein Chef schmuggeln Kartoffeln in einem kleinen Boot an der Küste Norwegens. Als sie von einem Torpedo eines deutschen U-Boots getroffen werden, stranden sie auf einer großen Eisscholle. Die Lage scheint aussichtslos. Doch plötzlich taucht vor ihren Augen ein U-Boot auf. Glücklicherweise werden sie vom Kapitän für zwei Gestapo-Agenten gehalten, die ihm helfen sollen die Meuterei auf seinem Schiff zu beenden. Eine Chance, die die beiden nutzen...
"Weird Wars" ist ein Rollenspiel mit isometrischer (Perspektive von schräg oben) 2D-Grafik. Der Spieler kann anfangs über die Stärken und Schwächen seines Spielercharakters entscheiden. Wie bei Rollenspielen üblich, ist es Aufgabe des Spielers Rätsel zu lösen, Gegenstände zu sammeln, Dialoge mit den verschiedenen Charakteren der Spielwelt zu führen, Kämpfe zu bestehen, den Spielercharakter und die Mitglieder seiner Gruppe weiterzuentwickeln.

Pädagogische Beurteilung:
Üblicherweise steht in Rollenspielen die Gestaltung des Spielercharakters, in Hinblick auf dessen Aussehen und Fähigkeiten, im Mittelpunkt des Spielbeginns. Die ist bei "Weird Wars" nicht so. Lediglich der Beruf und sechs Attribute (z.B. Stärke und Intelligenz) lassen sich einstellen - das Geschlecht (männlich) und Aussehen sind hingegen unveränderlich. "Weird Wars" bietet dem Spieler dementsprechend eine schlechte Voraussetzung sich mit dem Spielercharakter zu identifizieren. Und auch sonst hatten unsere Tester mit dem Einstieg in das Spiel Probleme. Es dauerte lange Zeit bis sie das erste Rätsel geknackt hatten. Als sie im darauf folgenden Dialog jedoch eine falsche Antwort gaben, und sich schließlich gezwungen sahen das Spiel neu zu beginnen, führte dies verständlicher Weise zu Frust unter den Jugendlichen. Leider konnten Grafik und Ton nicht zu neuem Tatendrang motivieren. "Weird Wars" wirkt grafisch tatsächlich weder ansprechend noch zeitgemäß. Die Schauplätze wirken gespenstisch leblos und das gesamte Bild macht einen altbackenen Eindruck. Das Spiel wirkt insgesamt grafisch ein wenig wie die Klassiker "Fallout" von 1997 oder Arcanum von 2001. Allerdings hat eine nicht ganz so gute Grafik in diesem Fall auch zur Folge, dass sich das Spiel auf älteren PCs spielen lässt – ein kleiner Trost also. Die musikalische Untermalung wurde von den Testern ebenfalls kritisiert. Der wesentliche Beitrag von Soundeffekten und Musik zur Spielatmosphäre sei die Langeweile gewesen, war das sarkastische Fazit eines Testers (15). Auch in Hinsicht auf Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit konnte die Grafik nicht überzeugen. Der vergleichsweise große Bildausschnitt ließ Gegenstände sehr klein erscheinen. Ein "Hineinzoomen" (Vergrößern) war nicht möglich. Dies wirkte auf die Tester zusätzlich frustrierend.

Zusammenfassend kritisierten die Tester das Spiel als zu schwer: "Der Anfang ist sehr schwer, weil man nicht weiß was man machen soll. Später auf dem U-Boot ist es auch unklar" (Spieler, 13) und als "total langweilig" (Tester, 13). Ein Tester (15) milderte jedoch sein Urteil, da er sich vorstellen könne, dass adventurebegeisterte Spieler an diesem Spiel vielleicht mehr Spaß haben würden als er. In der Tat ist es so, dass dieses Spiel sich ganz offensichtlich an absolute Fans der klassischen Adventure vom Anfang der 19er Jahre zu richten scheint. Erwachsenen, die damals schon Spiele wie "Indiana Jones" oder "Monkey Island" gespielt haben, konnte auch "Weird Wars" zusagen. Für Jugendliche der heutigen Generation allerdings wirkt der Titel wenig ansprechend.

Fazit:
"Weird Wars" wurde von unseren jugendlichen Testern schlecht aufgenommen. Gründe hierfür liegen in der wenig ansprechenden grafischen und musikalischen Gestaltung, dem schweren Einstieg sowie den teilweise unfairen Rätseln. Positiv hervorzuheben ist, dass das Spiel sich auch auf älteren PCs spielen lässt. Dieses Spiel könnte genauso gut von 1990 sein. Fans klassischer Adventure dieser Zeit könnte der Titel also begeistern.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass