Black Buccaneer

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
10Tacle Studios Publishing
Erscheinungsjahr
2007.05
Systeme
PC, Playstation 2
System im Test
PC
Kurzbewertung
Unausgereiftes Piratenabenteuer im Stil von Tomb Raider
Gruppenleiter
Helge Schölzel
OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
Nach dem großen Erfolg der Filmtriologie "Fluch der Karibik" ist es ein wenig in Mode gekommen, Computerspiele zu programmieren, die in einem Piratenambiente spielen. Zu diesen Spielen gehört auch das Action-Adventure "Black Buccaneer", welches von dem jungen und bisher recht erfolglosen Seeräuber Francis Blade handelt. Dieser findet sich nach einem Unwetter bewusstlos am Strand einer karibischen Insel wieder, neben ihm seinem halb zerstörtes Schiff. Die Hauptaufgabe lautet also, passende Ersatzteile für das Schiff auf der einsamen Insel zu suchen und noch ganz nebenbei ein paar Schätze zu finden. Doch so leicht es sich anhört, ist es leider nicht. Wild gewordene Affen, verfluchte Piraten und vielen Fallen machen Francis das Leben schwer. Mit Hilfe eines gefundenen Amuletts, durch welches er sich in den verwunschenen und über spezielle Voodoo-Kräfte verfügenden Piraten Black Buccaneer verwandeln kann, sind jedoch auch diese Gefahren zu meistern.

Pädagogische Beurteilung:
Das Grundprinzip dieses Spiels wurde der bekannten Computerspielreihe "Tomb Raider" nachempfunden. Aufgabe des Spielers ist es im Wesentlichen zu klettern, zu springen, zu kämpfen und Rätsel zu lösen.
Der Spieler wird am Anfang durch ein leichte Hüpf- und Klettereinlage an die relativ leicht erlernbare, jedoch etwas unpräzise Steuerung gewöhnt. Diese funktioniert entweder via Tastatur, einer Kombination aus Maus und Tastatur oder Gamepad, wobei letzteres eindeutig zu empfehlen ist. Die "zu ungenaue Steuerung" (Spieler, 13) empfanden viele der Testspieler als unangenehm, da sie häufig dazu führte, dass z. B. Sprünge ihr Ziel verfehlten und man sich in Folge dessen bald darauf in einem Abgrund wiederfand. Abhängig von der Tiefe des Sturzes kann dies in möglichen Fällen auch das Ausscheiden des Spielers bedeuten.
Ist die Lebensenergieleiste auf Null gesunken, hat der Spieler prinzipiell zwei Möglichkeiten: Zum Einen kann er sich zum letzten Speicherpunkt zurücksetzen lassen. Zum anderen kann er sich mittels sogenannter "Gaben" eine Wiederbelebung direkt vor Ort erkaufen – eine deutlich luxuriösere Option, da man so direkt weiterspielen kann. Gaben erhält der Spieler ausschließlich durch das Besiegen von Computergegnern. Neben dem Wiederbeleben setzt auch das Speichern den Einsatz von Gaben voraus. Die Sicherung des Spielstandes ist zudem nur an festgelegten Orten möglich. Dies hat zum Teil zur Folge, dass Passagen doppelt gespielt werden müssen, sofern der letzte Speicherpunkt eine Zeit zurückliegt. Dieses Verfahren führt unter den Spielern oft zu Frustration, ist aber bei Spielen dieser Art durchaus üblich.
Für die Kämpfe haben sich die Programmierer einiges einfallen lassen. Zum Beispiel die Verwandlung in den Black Buccaneer:
Kurz nach Beginn des Spiels findet Francis ein Amulett, welches ihm von nun an ermöglicht, sich in den düsteren Voodoopiraten zu verwandeln. Voraussetzung ist, dass seine Loa-Kraft, die durch einen blauen Balken am oberen Bildschirmrand angezeigt wird, ausreicht. Auch diese Einheit wird durch das Besiegen von Gegnern wieder neu aufgefüllt. Vollzieht der junge Pirat die Verwandlung, stehen ihm stärkere Angriffe durch Benutzung eines größeren Schwertes oder das Abschießen von Feuerbällen zur Verfügung. Der Spieler kann jedoch nur für begrenzte Zeit die Metamorphose aufrecht erhalten, da das Loa stetig schwindet und der blaue Balken so permanent kleiner wird. Zusätzlich zu den Nah- und Fernkampfwaffen stehen dem Hauptdarsteller im Laufe des Spiels noch zwei weitere Voodoo-Kräfte zur Verfügung. Auch diese zwei Fähigkeiten, das Auferstehenlassen eines Untoten und das Verhexen von gegnerischen Computerfiguren, sind jedoch nicht unbegrenzt einsetzbar.
Bei der Artenvielfalt der gegnerischen Figuren wurde leider gespart. So trifft der Spieler fast nur auf die schon oben genannten Affen und Piraten. Sehr selten bekommt man exotischere Wesen wie Riesenkrabben zu Gesicht, was den Jugendlichen durchaus auffiel und bemängelt wurde. Eine übermäßige Gewaltdarstellung ist in diesem Spiel nicht zu finden. So gibt es keine Darstellung von Blut und gefallene Gegner verpuffen einfach und hinterlassen Gabenpunkte anstelle von Leichen. Eine Alterseinstufung von 12 Jahren scheint jedoch durchaus gerechtfertigt, da das Spiel eine düstere Atmosphäre besitzt und keine Handlungsalternativen zu den Kämpfen bereitstellt.
Ein passendes Ambiente wird durch eine gute Musikuntermalung erzeugt. Düstere karibische Trommelklänge ließen bei den Testern eine passende "Stimmung wie bei Fluch der Karibik" (Spieler, 13) aufkommen. In Sachen Grafik zeigt sich das Spiel solide, verbleibt jedoch unter den Möglichkeiten eines aktuellen PCs. Das Spiel sieht auf dem Heimcomputer fast genauso aus wie auf der schon etwas betagten Playstation 2. Anzumerken ist jedoch, dass Spiele mit etwas niedrigerer Grafikleistung in der Regel auch auf älteren Computer laufen – so auch in diesem Fall.
Das größte Manko des Spiels ist sicher die Abwechslung. Oft ist man lange Zeit damit beschäftigt, zwischen den einzelnen Rätseln, die fast ausschließlich aus einfallslosem Kistenschieben und Schalterumlegen bestehen, weite und schon bekannte Strecken zurückzulegen.

Fazit:
"Black Buccaneer" ist ein Piratenabenteuer im Stil von "Tom Raider" – leider nicht ganz auf dem Stand der Zeit. Die Atmosphäre ist passend, aber eine ungenaue Steuerung und mangelnde Abwechslung lassen keine Langzeitmotivation aufkommen. Wegen seiner düsteren Grundstimmung und eine nur durch den Kampf lösbaren Konfliktsituationen ist das Spiel für Kinder unter 12 Jahren nicht zu empfehlen.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass