rFactor

Genre
Rennspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Image Space Incorporated
Erscheinungsjahr
2005.08
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Komplexes Rennspiel mit Online-Spielmöglichkeiten, für Gelegenheitsspieler nur bedingt geeignet
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Spielbeschreibung:
R-Factor ist ein Rennspiel, das bisher als Download im Internet zu finden war und dort im Laufe der Zeit eine große Fangemeinde gewinnen konnte. In der Testergruppe war das Spiel vor der Beurteilung jedoch keinem Jugendlichen bekannt.
2006 wurde R-Factor auf Cd-Rom veröffentlicht und verspricht laut Verpackung ein ultrarealistisches Rennvergnügen, was aber, ohne etwas vorweg nehmen zu wollen, grafisch nicht überzeugend gelungen ist.
Zunächst muss der Spieler ein eigenes Profil erstellen und die verschiedenen Einstellungen wie die Rennserie, Mannschaft oder Nationalität vornehmen. Sobald dies geschehen ist, bietet das übersichtlich gestaltete Menü verschiedene Möglichkeiten des Starts. Der Spieler kann sich zwischen einem so genannten Testtag, einer Meisterschaft oder einem Rennwochenende entscheiden. In Testfahrten kann der eigene Wagen auf die verschiedenen Strecken abgestimmt werden und in den Rennen muss sich der Spieler dann gegen die computersimulierten Gegnern durchsetzten, um Preisgelder für neue Autos und Zubehör zu gewinnen.

Pädagogische Beurteilung:
Der Einstieg gestaltet sich nach Meinung der Tester nicht wirklich leicht, zuviel muss bereits vor dem ersten Start verändert und ausprobiert werden. Die Motivation lies dadurch bei "nicht- Genreliebhabern" spürbar nach. Vor allem wurden hier jüngere Spieler, die in der Regel gerne Rennsimulationen spielen, abgeschreckt, wobei diese jedoch im Falle von R-Factor nicht die Hauptzielgruppe bilden. Besonders in den Rennmenüs erschien der Testergruppe die Gestaltung zu unübersichtlich und nach ihrer Aussage überraschenderweise mit zu wenig Buttons ausgestattet.
In der Testgruppe kristallisierte sich im Bezug auf die Qualität der Steuerung schnell heraus, dass das Spiel eigentlich nur wirklich gut mit Hilfe eines Lenkrades zu Steuern wäre. Ein solches war jedoch in der Einrichtung nicht vorhanden. Mit der Tastatur oder dem Joypad liessen sich besonders am Anfang keine guten Ergebnisse erzielen, was sich sehr negativ auf die Motivation der jugendlichen Tester auswirkte.

Zudem bemerkte die Testergruppe in der grafischen Umsetzung einige Mängel, die für sie eine sehr große Rolle in Bezug auf Realismus spielen. So ist z.B. bei einer Stadtfahrt eine Landschaft mit Bäumen im Rückspiegel zu sehen. Trotzdem bietet das Spiel umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf Grafik, Sound und Steuerung, um das Spiel auch auf schwächeren Rechnern zum Laufen zu bringen.

Bei allen Rennen hat der Spieler die Möglichkeit seinen Wagen genau nach seinen Bedürfnissen einzustellen, um das Optimum heraus zu holen. Dieses sogenannte Tunen der Autos übt besonders auf männliche Jugendliche eine enorme Faszination aus. Der Computer steht hier stellvertretend für die eigene Garage, die virtuellen High-Tech-Boliden für das eigene Moped. Ein Traumauto nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten ist in diesen Rennspielen vielfach wichtiger als die Rennen selber. Diese dienen dazu, die eigenen Modifikationen zu überprüfen und noch weiter zu verbessern.
Besonders Anfänger und Menschen die nicht mit komplexen Rennsimulationen dieser Art vertraut sind fühlen sich nach Meinung der Testergruppe nicht angesprochen und überfordert. Für Experten oder für die, die es werden wollen sind die Möglichkeiten jedoch vielfältig und sinnvoll.

Je nach Spielart bieten sich dem Spieler verschiedene Ziele und Möglichkeiten seinen Status zu verbessern. In Einzelrennen oder bei Tests vertieft der Spieler seine Fähigkeiten in Bezug auf Steuerung und Einstellung des Wagens. In den Meisterschaftsrennen erlangt der Spieler durch Siege Geld, das seinem virtuellen Konto gutgeschrieben wird. Anschließend kann dies dafür benutzt werden, den Wagen zu verbessern oder sich ein neues Fahrzeug zu kaufen. Beim Spiel im Internet spielt der Vergleich und die Herausforderungen mit anderen menschlichen Mitspielern eine große Rolle. Außerdem erlangt er bei regelmäßigem Spielen einen Gewinn an Prestige in der Community. Besonders sich mit den eigenen Freunden rasante Rennen auszutragen, macht den Mehrspielermodus für Jugendliche um ein Vielfaches interessanter, als die Rennen gegen Computergegner.
Weitere Motivationsgründe sich für dieses Spiel zu entscheiden sind eindeutig die Umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten des Wagens, sowie die große Menge an Rennserien die gespielt werden können. Außerdem bietet R-Factor für Spieler, die Zeit und Lust haben sich mit der Materie auseinanderzusetzen durchaus realistisches Fahrvergnügen, wie z.B. das kuppeln beim Schalten.
Durch den Bezug zur Motorsportwelt spricht das Spiel im überwiegenden die Zielgruppe der männlichen Spieler an.
Wegen seiner letztlich doch sehr großen Komplexität kann das Spiel von geduldigen Jugendlichen ab einem Alter von 12 Jahren gemeistert werden.

Fazit:
R-Factor bietet motivierten Spielern und Rennsportfans eine Fülle an Möglichkeiten. Die Beschreibung "ultrarealistisch" auf der Verpackung scheint allerdings für etwas übertrieben. Seinen ganz besonderen Reiz erhält R-Factor aus der sehr großen Community und den umfangreichen Online-Möglichkeiten, wie z.B. auch dem Modding oder Erstellen und Herunterladen eigener Strecken.
Wegen der großen Komplexität ist das Spiel für Kinder ab 12 Jahren geeignet, vorausgesetzt sie bringen Geduld, Ausdauer und Spass an Autos mit.