Transformers - The Game

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2007.08
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
PC
Kurzbewertung
Actionlastiges Spiel mit hervorragender Grafik
Gruppenleiter
Benjamin Liersch
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
1984 tauchten auf dem Spielemarkt Actionfiguren auf, die sich mit wenigen Handgriffen vom Roboter in eine andere Form verwandeln ließen - zum Beispiel in Autos, Helikopter oder Flugzeuge. Diese Eigenschaft spiegelte sich im Namen dieser Spielzeuge wider: "Transformers".
2007 waren die Transformers nun auf der Kinoleinwand zu sehen. Hier bekriegten sich gute und böse Transformers auf der Suche nach der Superwaffe "Allspark" auf dem Planeten – wie sollte es auch anders sein – Erde. Die Kindheitserinnerung vieler, vor allem männlicher Erwachsener, wurde hier prachtvoll inszeniert. "Als Optimus Prime (Anführer der guten Roboter) das erste Mal auf der Leinwand auftauchte, fühlte ich mich in meine Kindheit zurückversetzt", kommentierte ein Medienpädagoge sein Empfinden des Kinofilms.
In Anlehnung an den Film entscheidet man sich in diesem Spiel anfangs für die Seite der guten "Autobots" oder der bösen "Decepticons". Die Roboter sind eigentlich Außerirdische, die von ihrem Heimatplaneten Cybertron vertrieben wurden. Jede der beiden Seiten hat aus unterschiedlichen Gründen zum Ziel die jeweils andere zu vernichten. Kampfschauplatz der Fraktionen ist die Erde. Der Spieler übernimmt die Kontrolle eines einzelnen Transformers und muss sich von Spielabschnitt zu Spielabschnitt durchkämpfen. Dabei kann der Spieler seinen Transformer je nach Bedarf in verschiedene Formen verwandeln: Autos, Helikopter, Kampfroboter und je nach Afgabe andere Formen.

Pädagogische Beurteilung:
Der Spieleinstieg wurde von den Testern leicht bewältigt. Dies lag an der einfach zu handhabenden Steuerung mit Tastatur und Maus – einzig die Steuerung der Helikopter-Form wurde von einem Tester (13) mit der Aussage "extrem schwer" kritisiert.
Grafisch hat Transformers dem Spieler einiges zu bieten: Die Spielwelt wirkt belebt und bietet eindrucksvolle Kulissen. Der Bildschirminhalt ist weichgezeichnet (weniger harte Übergänge zwischen den Grafikelementen) und damit sehr realitätsnah. Einen besonderen Beitrag leisten die riesigen Dimensionen und die detaillierten Verwandlungen der Transformers. Diese werden zum Einen grafisch ansprechend dargestellt zum Anderen ergibt sich dadurch für den Spieler die eine oder andere Überraschung. Die jugendlichen Tester zeigten sich von der grafischen Gestaltung des Spiels sehr beeindruckt. Da die Anforderungen des Spiels an die Hardware zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Anfang 2008) recht hoch sind, lief das Spiel in mittlerer Auflösung jedoch zum Ärger der Tester auf den Testrechnern manchmal nicht flüssig.
Die Soundeffekte und Musik wurden von den Spielern als passend beschrieben, sie leistete einen wichtigen Beitrag zur Spannung des Spiels. Mit dramatischen Klängen hinterlegt wirken die Kämpfe fast wie filmische Sequenzen.
Die Spielatmosphäre wurde als "spannend, extrem und hart" beschrieben (Spieler, 13). Spannung wird besonders durch das plötzliche Auftauchen der Gegner erzeugt. Nicht selten verwandelt sich ein Auto, das zuvor auf der Straße fuhr, unmittelbar vor dem Spieler in einen großen Roboter, der ohne Vorwarnung zum Angriff übergeht.
Transformers spricht den "Kämpfer" im Spieler an: Repräsentiert durch einen haushohen, starken Roboter kann er ganze Bäume ausreißen (und als Schlagwaffe benutzen), Gebäude demolieren und gegnerische Transformers mit wenigen Schlägen zertrümmern. Es ginge darum "immer irgendwen oder irgendwas zu schrotten", beschrieb einer der Jugendlichen (13) den Spielinhalt treffend. Problematisch ist daran vor allem die Perspektive des Spielers als eine riesige Kampfmaschine in einer realistischen Umwelt, die durch die grafischen Effekte förmlich zum Verwüsten der Umgebung einlädt ("Mir hat die zerstörbare Umgebung besonders gut gefallen", Spieler, 13). Wenn der Spieler sich für die Seite der (guten) Autobots entscheidet ist es zwar seine Aufgabe die Erde zu beschützen, die Erfahrungen im Test haben jedoch gezeigt, dass auch hier der Reiz der durch Grafikeffekte wie z.B. Explosionen hervorgerufen wird, sehr groß ist. In unserer Testergruppe befanden sich ausschließlich männliche Jugendliche, die durch das gebotene Szenario besonders angesprochen wurden. Im Spiel findet die grafisch opulente Darstellung von Spielszenen statt, die heute 30-jährige Männer in ihrer Kindheit mit Metallautos nachgespielt haben. Die Faszination der Allmacht eines kampfstarken Roboters ist also kein wirklich neues Phänomen, sondern kann bis in die 60er Jahre zurückverfolgt werden. Transformers spricht bewußt Machtphantasien im Spieler an und vermittelt in manchen Situationen auch ein Gefühl der Unverletzbarkeit. Die im Kampfgetümmel fliehenden Menschen auf den Straßen, die im Vergleich zu den Kampfrobotern winzige Ausmaße haben, verdichten diese Atmosphäre. Allerdings ist das Töten von Menschen sowohl für Spieler der bösen als auch der guten Seite tabu. Jugendliche ab 12 Jahren sollten daher mit den dargestellten Szenen keine Problem haben und diese als Science Fiction begreifen können.
Für Eltern mit einer Transformers-Vergangenheit bietet dieses Spiel eine gute Möglichkeit, die alte Faszination zusammen mit den eigenen Kindern in einem Computerspiel zu teilen. Vielleicht kommt dabei auch der Gang in die nächstgelegene Videothek heraus um sich gemeinsam den Film oder die Zeichentrickserie auszuleihen. So zeigt Transformers doch sehr gut, dass Inhalte bei der richtigen Aufmachung problemlos den Transfer von einer Generation in die nächste schaffen können, ohne das die Kinder sich mit einem gelangweilten Blick abwenden.

Fazit:
Aus pädagogischer Sicht ist das Spiel nicht sehr tiefsinning. Für die sinnlose Zerstörung von Häusern und Fahrzeugen wird der Spieler mit eindrucksvollen Grafikeffekten belohnt - auch wenn sie von ihm nicht explizit gefordert werden. Hätte "Transformers" nicht schon den Untertitel "Battle for the Allspark" wäre "Gulliver macht ganz Liliput platt" wohl auch eine gute Alternative. Transformers ist jedoch ein grafisch perfektes Actionspiel, das bei den jugendlichen Testern große Beliebtheit erlangte. Gründe hierfür sind in der eindrucksvollen Grafik, der Spielspannung und kontinuierlichen Action zu finden. Einzig die derzeitig (Ende 2007) hohen Hardware-Anforderungen, wurde kritisiert. Jugendliche ab 12 Jahren sollten das hier erlebte problemlos in ihren Erfahrungshorizont einordnen können.

Getestet wurde die PC-Version.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass