Die Simpsons - Das Spiel

Genre
Jump&Run
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Technisch durchwachsenes Jump&Run für Fans der Serie
Gruppenleiter
Helge Schölzel
OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die U.S. Amerikanische Zeichentrickserie Die Simpsons ist auch bei uns in Deutschland sehr bekannt und sowohl bei Jugendlichen als auch Erwachsenen sehr beliebt. Mittlerweile wurden über 400 Episoden der gelben Durchschnittsfamilie gesendet und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Sommer 2007 betraten die Produzenten rund um den Erfinder Matt Groening neue Wege und überführten die Serie mit Die Simpsons – Der Film vom Fernsehen ins Kino.
Charakteristisch für die Serie ist der anarchische Humor. Die Simpsons sind keine strahlenden Helden und alle Charaktere der Serie haben mit kleineren oder größeren Problemen und Defiziten zu kämpfen. Die Serie beleuchtet immer wieder sehr zynisch gesellschaftlich Probleme in den USA und parodiert zusätzlich frech die Stars und Sternchen der Showwelt, die mittlerweile Schlange stehen um sich selber in der Serie synchronisieren zu dürfen. Dieser gelungene Spagat zwischen Kritik und Unterhaltung ist sicher ein Faktor, der die TV-Serie bei jüngeren wie auch älteren Zuschauern so beliebt macht.
Videospiele mit den Charakteren der Serie gibt es schon seit 1991 und so wurde mit Die Simpsons – Das Spiel die inzwischen zwanzigste Adaption veröffentlicht.
Bezüglich der Handlung gibt es beim Spiel jedoch keine Verbindung zum Film. Es wird stattdessen eine komplett neue Geschichte erzählt. Die fünf gelben Hauptdarsteller, bestehend aus Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie, befinden sich plötzlich auf eine mysteriöse Art und Weise in einer Videospielwelt. Dort müssen sie fortan verschiedene Level in klassischer Jump & Run Manier hinter sich bringen, um in die reale Welt zurückzukehren.
So seltsam es auch klingen mag, ein weißer Schokohase hilft bei den ersten Schritten im Spiel. Diese geht der Spieler in einer Schokoladenwelt, die aber nur in Homers Träumen existiert. Angelehnt an Alice im Wunderland muss er den weißen Hasen finden und bekommt gleichzeitig die einzelnen Steuerungsmöglichkeiten mittels kleiner Textbotschaften beigebracht.
So haben alle vier Familienmitglieder ein Standardbewegungen bestehend aus Springen, Schlagen und dem Umlegen von Schaltern. Zusätzlich bringt jeder Protagonist noch ein paar besondere Fähigkeiten mit. Homer kann sich z.B. in eine rollende Kugel oder einen fliegenden Ballon verwandeln und so Gegner überrollen bzw. –fliegen. Bart zieht sein "Bartman"-Kostüm (der Figur Batman entlehnt) an um einen Gleitflug zu vollziehen oder Wände hoch zu klettern. Lisa verschiebt mittels Telekinese Gegenstände und Marge benutzt ein Megaphon um die Bewohner Springfields im Kampf auf ihre Seite zu ziehen.
Das Kombinieren dieser Fähigkeiten ist unerlässlich. Gespielt wird nämlich stets mit zwei Figuren, zwischen denen der Spieler hin und her schalten muss. So lassen sich große Schluchten manchmal nur mit Barts Gleitschirm überwinden, in anderen Fällen muss dann jedoch Lisa mit ihrer sogenannten Hand Buddhas aushelfen und Gegenstände zu einer Brücke verbauen. Die meisten Rätsel lassen sich somit nur durch die kluge Kombination der Spezialkräfte Lösen.

Pädagogische Beurteilung:
Nur durch ein taktisch geplantes Vorgehen können die sehr unterschiedlichen Level gemeistert werden. Dies stellte sich für die Testspieler aber häufig als sehr frustrierendes Unterfangen heraus. So sind die Level nicht selten groß und relativ unübersichtlich gestaltet. Das hat zur Folge, dass wichtige Gegenstände wie Schalter oder Bodenplatten von unseren Testern häufig schlichtweg übersehen und nicht gefunden wurden. Noch schwieriger wird es, wenn ein Countdown eingeschaltet wird und der Zeitdruck den Spielern im Nacken sitzt. Dies führte bei nicht versierten Computerspielern dazu, dass sie hektisch wurden und oft frustriert das Spiel beiseite legten.
Auch aufgrund weiterer Faktoren treten nicht selten Frustrationsmomente auf. So wurde die Steuerung bei den Spielern als "zu schwammig und ungenau" (Spieler, 15) bezeichnet. Zusammen mit einer "miserablen Kameraführung" (Spieler, 13) war es relativ schwierig die Testspieler davon zu überzeugen, das Gamepad nicht in die Ecke zu legen. Fehlsprünge und ein daraus resultierendes Wiederholen von schon gespielten Levelabschnitten sind leider keine Seltenheit. Viel zu oft lässt sie die Kamera auch manuell nicht optimal justieren, wodurch präzise Sprünge nur schwer möglich sind und sich das Vorankommen als sehr langwierig gestaltet.
Die im Spiel stattfindenden Kämpfe waren in den Augen der Tester "nervig und eintönig" (Spielerin, 13). So gibt es zwar neben den normalen Kampfattacken noch einige Spezialangriffe, aber diese sind häufig nicht sehr viel effizienter. "Wildes Tastendrücken" (Spielerin, 13) gehört somit zur Tagesordnung. Oft laufen die Handlungen der Personen entgegen ihrer bekannten Einstellung aus der Serie. So prügelt sich z.B. die pazifistische Lisa mit Waldarbeitern. Anzumerken ist zudem noch, dass die Gegner nicht nur Bösewichte, sondern manchmal auch jugendliche Rowdies sind. Szenen, in denen der erwachsene Homer auf diese einschlägt, sind trotz des Comicstils pädagogisch bedenklich.
Ein integrierter 2-Spielermodus konnte das negative Bild der Tester bezüglich der spielerischen Aspekte nicht umkehren. Diese Option bietet keine neuen Spielelemente oder Level, sondern lässt den Partner bloß in die Rolle des zweiten Charakters (siehe oben) schlüpfen.
Auf die Grafik bezogen war die Meinung wiederum sehr ambivalent. Jugendliche, die schon die Playstation 3 Version kannten, empfanden die auf der Vorgängerkonsole getestete Variante als zu "grob und pixelig" (Spieler, 15) (siehe auch Anmerkung). Andere Teilnehmer betrachteten sie eher als "passend zur Serie" (Spielerin, 13).
Allgemein muss gesagt werden, dass alle Jugendlichen, die das Spiel getestet haben, Kenner der Serie waren und den großen Wiedererkennungswert lobten. So kommen viele verschiedene Charaktere sowohl in der Fernsehserie, als auch im Computerspiel vor. 40 Minuten komplett neues Videomaterial mit den Originalsynchronstimmen der Simpsons ließen ebenfalls die Herzen der Spieler höher schlagen. Einige ältere Tester erkannten zudem die Anspielungen auf Klassiker der Computerspielgeschichte. Neben Mario und Sonic werden auch Charaktere aus Street Fighter oder Szenen aus Spielen wie Medal of Honor auf die Schippe genommen. Filmstars und TV-Serien bekommen noch immer ihr Fett weg, aber nicht so häufig wie in der TV-Serie. Hierdurch schafft es "Die Simpsons – Das Spiel" sowohl Inhalte für jüngere, wie auch ältere Spieler bereitzustellen und beiden Seiten viele freudige Momente zu bescheren, wenn ebendiese Zitate aus der Serie oder Computerspielgeschichte erkannt werden.
Zu bemerken war im Test, dass der Spielspaß und die Bewertungen stark vom Alter der Jugendlichen abhingen. Dies lässt darauf schließen, dass die spielerischen Mängel wenigstens teilweise durch kleine lustige Details und Wortwitze wettgemacht werden können. Hierzu ist aber einiges an Vorwissen und Auffassungsgabe von Nöten, was erst ab einem bestimmten Alter ausgebildet ist.
Eine mögliche Aufgabe für Jugendliche könnte daher sein, alle Anspielungen und Details im Spiel zu entdecken und diese zu analysieren. Ein grünes Rohr mitten in Springfield ist z.B. zunächst nichts Ungewöhnliches. Spielern, denen Nintendos Mario Serie jedoch bekannt ist, dürfte aber ein Licht aufgehen.

Fazit:
Die Simpsons – Das Spiel ist leider ein technisch sehr durchwachsenes Produkt mit Mängeln bei der Steuerung und der Langzeitmotivation. Interessant wird es für Spieler, die Fans der Serie sind und Spaß daran haben, die vielen versteckten Witze und Anspielungen zu entdecken.

Anmerkung:
Unterschiede zwischen den Versionen für die unterschiedlichen Systeme gibt es sowohl bezüglich der Grafik als auch des Spielumfangs.
Die Playstation 3 und Xbox 360 Varianten bieten sauberere Grafiken, mehr Sprachausgabe und ein frei begehbares Springfield.
Die Wii-Version bietet kleine Extraminispiele, die speziell für die Steuerung modifiziert wurden.
Auf dem Nintendo DS wird das gesamte Spielgeschehen nur in 2D dargestellt.
Die Playstation 2 und Playstation Portable Ausführungen sind weitestgehend identisch.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass