Donkey Kong Jet Race

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2008.01
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Besonders im Mehrspielermodus überzeugendes Rennspiel mit spaßiger Steuerung
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Beschreibung:
Auf den Nintendo Spielekonsolen hat das familientaugliche Rennspiel, auch Fun Racer genannt, mit dem Namen Mario Kart eine lange Tradition. Ist bei jener Reihe noch der kleine Klempner mit Latzhose Namensgeber, so übernimmt bei Donkey Kong Jet Race ein alter Erzrivale die Rolle der Hauptfigur.
Donkey Kong ist ein ehemals böser Affe und einer von zig Figuren der Nintendo Welt. Er tritt sowohl bei vielen Mario Spielen (z.B. Mario Party oder Mario Smash Football), als auch in seiner eigenen Reihe (Donkey Kong Jungle Beat, Donkey Konga) als Spielfigur auf. In diesem Wii-Titel muss der Spieler mit verschiedenen Charakteren auf einer Kart-Rennstrecke versuchen das Siegertreppchen zu erklimmen und so nach und nach neue Strecken und Spielmodi freizuschalten. Doch es stehen ihm dazu keine normalen Fortbewegungsmittel zur Verfügung, sondern lediglich eine Art Jetpack. Zwei umgeschnallte Trommeln lassen Donkey, Diddy und Co. wie einen Wirbelwind durch die Luft rasen.

Pädagogische Beurteilung:
Da der Nintendo Wii bekannt für seine innovative Steuerung ist, wird diese auch bei diesem Spiel voll ausgereizt. Eine Einweisung erhält man bei Crankys Fahrschule. Hier erklärt Donkey Kongs Vater alle ausführbaren Flugmanöver und weitere Besonderheiten. Die dabei verwendeten Symbole sind auch für jüngere Spieler selbsterklärend.
Benötigt wird für Donkey Kong Jet Race für jeden Spieler nicht nur die Wii-Fernbedienung, sondern auch der sogenannte Nunchuck. Diese beiden Peripheriegeräte sind wichtig, da die Bewegungen im Spiel ein Trommeln darstellen sollen. Bewegt man beide Controller abwechselnd auf und ab, erfährt die Spielfigur eine Beschleunigung. Dies ist nur so lange notwendig, bis die maximale Geschwindigkeit erreicht wurde. Werden beide Arme gleichzeitig in die Höhe gerissen, so vollführt man einen Sprung. Das Lenken geht mittels des Schwenkens beider Arme in die gewünschte Richtung vonstatten. An dieser kurzen Erläuterung lässt sich schnell erkennen, dass das Spiel eine gewisse Bereitschaft zur körperlichen Aktivität voraussetzt. Die jugendlichen Spieletester empfanden daher das Spielprinzip als "gelungen und einfallsreich, aber auf die Dauer auch sehr anstrengend" (Spielerin, 13). Da eine andere Steuerungsvariante nicht angeboten wird, ist man stets in Bewegung. Das Fahren mehrerer Rennen hintereinander lässt somit einige Spieler an die Grenzen ihrer körperliche Belastbarkeit stoßen. Ein gewisser, wenn zugegeben auch schwacher, positiver Fitnesseffekt ist somit vorhanden, doch leider leidet darunter die Genauigkeit der Steuerung. So "werden manche Bewegungen gar nicht oder nicht richtig ausgeführt" (Spieler, 15), was schnell frustrierend sein kann. Bei den Testern konnte dies dem Spielspaß keinen Abbruch tun. Aber zu junge Spieler sind mit den schnellen Bewegungen und der damit verbundenen Hektik rasch überfordert.
Die Atmosphäre des Spiels wird von einem exotischen Flair dominiert. Nintendo-typische fröhliche Klänge schallen aus den Lautsprechern und können dabei zwar nicht als herausragend, aber trotzdem passend und stimmungsvoll bezeichnet werden.
Die Grafik von Donkey Kong Jet Race kann durchaus als altbacken bezeichnet werden. Verwaschene Texturen und kantige Objekte fallen einem kritischen Betrachter schnell ins Auge. Doch auch dieser Punkt war für die Tester im Endeffekt unerheblich. Denn besonders die vielen unterschiedlichen Spielabschnitte konnten die Jugendlichen begeistern. Die unterschiedlichsten Landschaften sind bei den ungefähr 20 verschiedenen Rennstrecken vorzufinden. Man düst durch verschneite Eislandschaften, staubige Wüsten, heiße Dschungelwälder oder auch bunte Unterwasserlandschaften. Jede Welt hat ihre eigenen Besonderheiten. Der Spieler wird von Bienen attackiert, muss großen Stachelkugeln ausweichen oder darf kurze Strecke in einer Lore oder auf dem Rücken eines Riesenfisches zurücklegen. "Es gibt immer etwas neues zu entdecken" (Spielerin, 13), schwärmten die Tester. Gemeint sind damit auch die zahlreichen Abkürzungen, die es zu finden gilt. Diese Abkürzungen werden durch spezielle Fässer erreicht, die den Spieler beim Durchfliegen über die Streckenabgrenzungen hinwegschießen.
Wie auch bei Mario Kart gibt es viele weitere Raffinessen um als Erster das Ziel zu erreichen. Blaue und rote Ballons können eingesammelt werden um spezielle Gegenstände zu erhalten. Diese ermöglichen es z.B. einmalig Gegner mit einer Ananas abzuschießen oder ihnen ihre gesammelten Bananen zu stibitzen. Mit 50 dieser gelben Früchte, die auf der Strecke verteilt herumliegen, erhält der Spieler die Möglichkeit einen Turbo zu aktivieren und seinen Kontrahenten davon zu düsen.
Bei all diesen positiven Aspekten muss jedoch angemerkt werden, dass der Einzelspielermodus nicht auf Dauer zu motivieren weiß. Zu schnell haben einigermaßen geübte Spieler alle Grand-Prix’s in den drei wählbaren Schwierigkeitsstufen durchgespielt. Doch der Mehrspieler-Modus dagegen weiß auch auf lange Sicht zu motivieren. So können vier Spieler gleichzeitig spielen, aber noch viele mehr daran teilhaben. Denn nicht nur das Spielen, sondern auch das Zuschauen macht einen Heidenspaß. Donkey Kong Jet Race ist somit ideal um z.B. auf Geburtstagen kleine Turniere auszutragen. Ein exzessives Spielen bis in die Nacht hinein ist aufgrund der anstrengenden Steuerung sowieso nicht zu vermuten.

Fazit:
Donkey Kong Jet Racer ist ein tolles Rennspiel mit einer fröhlichen Atmosphäre und einer sehr innovativen und körperlich anstrengenden Steuerung. Das ganze Potential wird jedoch nur im Mehrspieler Modus entfaltet, da für geübte Spieler das Spiel im Einzelspielermodus schlichtweg zu leicht ist.
Junge Spieler unter 8 Jahren sind jedoch mit der vom Spiel und der Bewegungssteuerung verursachten Hektik schnell überfordert.