Tomb Raider: Anniversary

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Eidos Interactive
Erscheinungsjahr
2007.10
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox 360, Wii, Playstation Portable
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Überarbeitung eines erfolgreichen und spannenden Spielprinzips mit fast filmischer Präsentation
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4
Siehe auch

Beschreibung:
"Tomb Raider: Anniversary" ist das erfreulich gelungene Remake des Spielklassikers von 1996. Es stellt nichtsdestotrotz ein komplett neues Spiel dar, denn der Entwickler Crystal Dynamics hat alle Spielabschnitte nicht nur optisch auf den aktuellen Stand gebracht, sondern auch inhaltlich viel verändert. Die neuen Rätsel fordern dabei definitiv auch Tomb Raider-Veteranen heraus.
Die Heldin reist auf der Suche nach einem mysteriösen Artefakt durch verschiedene Orte in Griechenland, Ägypten und Peru. Von einem mächtigen Syndikat beauftragt begibt sich Lara in ein Abenteuer, dass sie durch aufwändig gezeichnete Welten voller verlassener Gräber, furchtbarer Kreaturen und übler Widersacher führt. Alle versuchen, das Artefakt "Scion" und seine unbeschreiblich große Macht zu erlangen.
Hangeln, Laufen, Schwimmen und Springen sind Lara´s größten Talente, die sie in "Tomb Raider: Anniversary" auch voll zur Geltung bringt. Aus der 3-Person-Perspektive steuert der Spieler Lara Croft dabei mit dem Gemapad durch altertümliche unentdeckte Höhlensysteme. Prachtvoll ausgestaltete Räume und Paläste müssen auf mögliche Routen zum nächsten Schalter, Artefakt oder Relikt abgeklappert werden. Einen "Goldenen Weg" gibt es dabei nicht, Suchen mit Geduld ist angesagt.
In weit und verzweigt gestalteten Höhlensystemen sucht der Spieler oft minutenlang nach Anhaltspunkten für verborgene Schätze und brütet über Rätseln, die meist in der komplexen und recht natürlich wirkenden Spielumgebung verortet sind. "Wo geht es weiter?", "Wie komme ich da hoch?" und "Wo ist der Ausgang?" sind Fragen, die sich der Spieler dabei häufig stellt.

Pädagogische Beurteilung:
Wenn man eine unwirklich große überflutete Halle mit gigantischen Statuen an den Seiten betritt und währenddessen die zeitlose Titelmelodie der Serie einsetzt, kann dem Spieler schon mal ein Schauer über den Rücken laufen. "Tomb Raider: Anniversary" hat eine tolle Soundausgabe und Synchronisation, die Grafik ist sehr detailliert und auch das Leveldesign sehr gut gelungen.
Lara bewegt sich nicht nur geschmeidig, sie lässt sich auch so steuern. Schnelles Herumklettern ist kein Problem. Was deutlich mehr Probleme bereitet, ist die oft ungünstig geführte Kamera. Diese führt dazu, dass in normal großen Räumen die Kamera so an Lara klebt, das man überhaupt keine Übersicht mehr über das Geschehen hat und z.B. in einem Kampf nur noch sabbernde Mäuler, Pfoten und eine desorientierte Lara sieht. Das kann dann teilweise schon etwas frustrierend sein. Gewöhnunsgbedürftig ist auch die Perspektiven abhängige Steuerung. Lara kann mit ihrem Metallhaken jetzt an Wänden entlang laufen und somit weite Abgründe überwinden. Häufiger ärgerten sich die jungen Spieletester über die sehr ungenaue und teilweise scheinbar willkürliche Steuerung, vor allem wenn sehr lange Sprungpassagen gemeistert werden mussten.
"Tomb Raider: Anniversary" besitzt lediglich einen Einzelspielermodus, jedoch war die Spielreihe von jeher nur für einen Spieler konzipiert. Gerade die ersten Teile der Tomb Raider Serie kamen einem "gespielten" Action Film recht nahe und legten mehr Wert auf eine hochklassige Einzelspielerpräsentation als auf Mehrspielergefechte.
Anspruchsvolle und hervorragend texturierte Hindernisparcours aus Statuen, Säulen und Wasserfällen sorgen deshalb auch in diesem Teil immer wieder für Erstaunen und die Spieletester zollten sogar der grafischen Umsetzung auf der nicht mehr taufrischen Playstation 2 Respekt ab.
Herabstürzende, riesige Schwerter erscheinen oft aus dem Nichts und treiben den Puls des Spielers regelmäßig in abenteuerliche Höhen. Auch deswegen trübt es den Spielspaß kaum, dass in den wenigen Kämpfen dagegen die grafische Umsetzung eher schlecht als recht gelungen ist.
Es gibt einige, vernünftig gesetzte Kontrollpunkte, man kann aber nicht manuell an einer bestimmten Stelle speichern. Die manuellen Speicherungen, die man anlegen kann, führen dann nur zum jeweils letzten passierten Kontrollpunkt. Steigt man nach dem Ableben von Lara Croft dann an einer kniffligen Spielstelle wieder ein, kann es sehr frustrierend sein, diese Stelle erneut spielen zu müssen.
Die Spieletester waren von der Atmosphäre, die "Tomb Raider: Anniversary" bietet begeistert. "Die Atmosphäre ist oft packend, actionreif, sehr realistisch, und dabei spannend" (Alraic, 12). Demian, 12 Jahre, empfand das Spiel als gruselig, bewertete es aber gerade deshalb als ein sehr gutes Spiel. Besonders die männlichen Tester empfanden die spannende Atmosphäre des Spiels als einen Hauptgrund sich über einen längeren Zeitraum mit dem Spiel zu beschäftigen. Verbunden mit den fordernden Rätseln kommt dadurch so auch in diesem Teil erneut das Gefühl auf, in einem Film mitzuspielen.

Fazit:
"Tomb Raider: Anniversary" ist ein langsamer, aber mit Sicherheit nicht langweiliger Abenteuertrip. In einer Zeit, in der Games immer schneller, und oberflächlicher werden hebt ihn dies von vielen seiner Genrekollegen positiv ab. Dem Entwicklungsteam von Crystal Dynamics ist es gelungen, beim Spieler große Entdeckerlust zu wecken; Ein Ziel, das andere Entwickler scheinbar schon lange aufgegeben haben. Ein gutes Spiel wird eben nicht alt – und "Tomb Raider: Anniversary" wirkt dabei wie eine Frischzellenkur für ein schon ehemals grandioses Spielerlebnis. Wer einen Abenteuertrip über die verschiedenen Kontinente erleben will, trifft mit "Tomb Raider: Anniversary" eine sehr gute Wahl. Das Spiel hat unseren jungen Testern sehr viel Spaß bereitet, meist saß eine Gruppe von Kindern vor der Leinwand – die Köpfe rauchten, man zerbrach sich gemeinsam den Kopf um die verschiedenen Rätsel zu lösen und Lara Croft bei ihrer Jagd nach der mysteriösen Artefakt zu unterstützen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass