Odin Sphere

Genre
Rollenspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Square Enix
Erscheinungsjahr
2008.03
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Liebevoll animiertes Fantasy-Spektakel mit eingängiger Steuerung
Gruppenleiter
Max Fischer
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Playstation 2 ist mittlerweile 8 Jahre alt und immer weniger Neuerscheinungen sprechen eine deutliche Sprache: die Playstation 2 hat langsam aber sicher ausgedient. Besonders in einem Genre erscheinen jedoch auch weiterhin qualitativ hochwertige Titel: im Bereich der japanischen Rollenspiele.
Softwareschmiede Square Enix, vor allem bekannt als Entwickler der erfolgreichen Final-Fantasy-Serie, macht seinem Ruf als Experte für Fantasy-Rollenspiele alle Ehre und veröffentlicht mit Odin Sphere einen weiteren Titel aus diesem Genre.
In der Geschichte des Spiels wird man in die magische Fantasywelt Erion entführt, dessen Existenz von Krieg und dem Streben nach Macht bedroht ist. Fünf tapferen Helden um die Königstochter Gwendolyn ist es vorbehalten, das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen um den Fortbestand von Erion zu sichern. Der Spieler durchlebt zunächst die 5 Einzelschicksale getrennt voneinander. Nach und nach verflechten sich die Geschichten miteinander, bevor es zum Finale kommt, das über Untergang oder Fortbestehen von Erion entscheidet.
Das Spiel ist ähnlich wie ein Roman in Kapiteln aufgeteilt, in welchen der Spieler Gegner besiegen muss um schließlich einem Endgegner gegenüberzustehen. Schon abgeschlossene Kapitel können jederzeit auch mit einem anderen Charakter noch einmal durchgespielt werden. Zwischendurch bekommt der Spieler die Möglichkeit, seinen Helden mit Nahrungsmitteln und Zaubertränken auszurüsten, die ihm Lebensenergie verleihen und Spezialattacken ermöglichen. Diese erhält er in Form einer Schatztruhe nach erfolgreich abgeschlossenen Kapiteln oder alternativ bei einem Händler in Tausch gegen Goldmünzen.
Jedem Charakter steht eine Standardwaffe zur Verfügung mit der der Großteil der Angriffsaktionen bewerkstelligt wird. Ist ein Gegner besiegt, gibt dieser kleine Energiekügelchen, sog. Phosonen frei. Durch das Einsammeln dieser Phosonen gewinnt die Waffe mit der Zeit an Stärke und Durchschlagskraft.
Die Geschichte wird durch kurze Zwischensequenzen ergänzt, die auch wahlweise übersprungen werden können.

Pädagogische Beurteilung:
Der Einstieg ins Spiel wird durch ein Tutorial erleichtert in dem die grundlegende Steuerung Schritt für Schritt erarbeitet wird. Die Steuerung ist relativ simpel gehalten und verzichtet
auf komplizierte Tastenkombinationen. So werden weitestgehend alle Angriffsaktionen mit einem Knopf ausgeführt. Dieser Umstand kann auch Spielern ohne Rollenspielerfahrung den Einstieg erleichtern.
In der Spieletestergruppe entfachte Odin Sphere nach kurzer Spieldauer viel Begeisterung bei den Testern. Ein Spieler(12)
sprach sogar vom "besten Spiel was er hier jemals gespielt hat". Das lag neben der schon beschriebenen einfachen Steuerung auch an der liebevoll im Comicstil animierten Grafik. So sorgten die teils arg überzeichneten Monster das ein oder andere Mal für großes Gelächter. Die Grafik stieß bei den Testern durchweg auf positive Resonanz und wurde als "für Playstation 2 Verhältnisse richtig gut"(Spieler 11) eingestuft. Die Soundkulisse fügt sich nahtlos in den guten Gesamteindruck ein, allerdings wurde auf eine deutsche Synchronisation des Abenteuers verzichtet. Es besteht lediglich die Möglichkeit der wahlweise englischen oder japanischen Sprachausgabe deutsche Untertitel hinzuzufügen. In der Spieletestergruppe fiel dieser Umstand jedoch nicht negativ ins Gewicht, da die Untertitel in einem moderaten Tempo eingeblendet werden und so auch bei den Sechstklässlern keine Verständnisprobleme auftraten. Allerdings ist es anzunehmen, dass jüngeren Kindern mit weniger ausgeprägten Lesefähigkeiten durch diese Hürde ein Großteil der Handlung vorenthalten bleibt.
Odin Sphere hebt sich in einigen Punkten von klassischen Rollenspielen ab. Die zweidimensionale Ansicht auf das Spielgeschehen ist eigentlich als Relikt vergangener Videospielzeiten anzusehen und wurde bei Vertretern des Genres schon vor Jahren zugunsten von vermeidlich schickeren 3D-Graphiken ersetzt. Dadurch, dass die Grafik aber in diesem Rahmen vollends überzeugen kann, fällt dieser Umstand nicht negativ ins Gewicht. Des Weiteren fiel den versierten Rollenspielern in der Testgruppe sofort das Fehlen einer offenen Spielwelt auf, in der sich die Charaktere frei bewegen können.
Hinter dem gleichförmigen Spielablauf verbirgt sich eine hohe taktische Komponente. So müssen für die verschiedenen Endgegner individuelle Strategien zurecht gelegt werden, um diese zu besiegen. Hierbei kommt es darauf an, die richtige Mischung zwischen herkömmlichen Angriffsaktionen und dem Einsatz von diversen Zaubertränken für Spezialattacken zu finden. Bei diesen Abschnitten entwickelte sich bei den Spieletestern eine hohe Gruppendynamik. Es wurde über das beste Vorgehen zur Bezwingung der Gegner debattiert und gelungene Aktionen mit Beifall honoriert. Dieser Umstand konnte ein wenig über den fehlenden Zweispielermodus hinweg täuschen, der sich bei diesem Spielprinzip gut anbietet und die Spielspaßkomponente noch weiter in die Höhe schrauben könnte. So wünschte sich ein Spieler (12) "einmal zu zweit Monster platt machen zu können". Ein weiterer taktischer Aspekt des Spiels verbirgt sich hinter der Energieleiste des Spielers, welche gleichbedeutend mit der Kondition des Charakters ist. Führt man mehrere Angriffsaktionen hintereinander aus, nimmt die Kondition ab bis hin zur völligen Erschöpfung, die sich durch ein Taumeln der Spielfigur ausdrückt und sie für Gegner ungeschützt angreifbar macht.
Um diese wieder aufzuladen muss der Spieler seinem Helden eine kurze Ruhepause gönnen. Dieser Aspekt verleiht den Kämpfen einen gewissen Grad an Realismus und schiebt unüberlegtem Tastenhämmern einen Riegel vor.
Lob verdient hat der jederzeit änderbare Schwierigkeitsgrad. So kann im Pausemenü zu jedem Zeitpunkt des Spiels zwischen den drei Stufen leicht, normal und schwer ausgewählt werden.
Dieses Feature macht vor allem bei den teilweise sehr schwer zu besiegenden Endgegnern Sinn. So kann man das Spielerlebnis jederzeit seiner persönlichen Spielweise anpassen ohne Frust oder Langeweile ausgesetzt zu sein – vorbildlich. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad im Modus "leicht" an manchen Stellen schon relativ schwer geraten. So bissen sich die Spieletester in der Gruppe schon beim zweiten Endgegner die Zähne aus und schafften es erst nach unzähligen Anläufen ihn zu besiegen. Das kann gerade bei ungeduldigen Spielern dazu führen, dass das Pad nach kurzer Zeit frustriert beiseite gelegt wird.
Ein kleiner Minuspunkt ist die mangelnde Verknüpfung der Missionen mit der Hintergrundgeschichte. Die Handlung wird überwiegend durch Zwischensequenzen erzählt, welche jederzeit übersprungen werden können. Das hatte in der Spieletestergruppe die Auswirkung, dass die Hintergrundgeschichte den Kindern überhaupt nicht bewusst wurde und das Spiel in weiten Teilen zu einer reinen Monster-Töten-Mission mutierte.

Fazit:
Odin Sphere kann durch seine liebevoll animierte und für Playstation2-Verhältnisse sehr gute Grafik, die geschmackvolle Soundkulisse und die eingängige Steuerung überzeugen. Um allerdings bei den jugendlichen Testern das Prädikat sehr gut zu erhalten hätten die Entwickler einen Zweispieler-Modus integrieren, eine deutsche Sprachausgabe einfügen und die Missionen besser in die Geschichte des Spiels einbetten sollen. Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren sollten in der Regel keine Probleme haben das Gesehene zu verarbeiten und mit den Anforderungen des Spiels zurecht zu kommen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass