Ninja Reflex

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2008.03
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Unausgegorene Minispielsammlung mit fehlender Langzeitmotivation
Gruppenleiter
Helge Schölzel
OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung:
Kurzweilige Minispiel-Sammlungen gibt es für die Wii-Spielekonsole aus dem Hause Nintendo en masse. Die neuartige Steuerung ist dafür von Natur aus prädestiniert. So versucht sich auch das Spiel Ninja Reflex in jener Kategorie einzureihen.
Der Spieler schlüpft in die Rolle eines jungen Kämpfers. Unterstützt durch einen Ninja-Meister soll versucht werden, die eigenen Fähigkeiten in verschiedenen Disziplinen auszubauen. Ziel ist es letztendlich bestimmte Prüfungen erfolgreich zu absolvieren und die höchste Klasse zu erreichen. Ältere Semester werden sich bei dieser Beschreibung an die Karate-Kid-Filme erinnern, auch diese lebten von der Tellerwäscher-Kampfmaschine-Kariere des jungen Helden Daniel LaRusso.

Pädagogische Beurteilung:
Durch das Spiel begleitet wird der junge Krieger stets von dem oben erwähnten Ninja-Meister. Dieser gibt kleine Anekdoten und chinesische Weisheiten zum Besten und nebenbei noch die relativ simple Steuerung.
Diese erfordert bei allen sechs Spielen unterschiedliche Bewegungen mit dem Wii-Controller. Doch nicht jedes Minispiel lässt sich gleich gut bewältigen. So gibt es drei Spiele, bei denen Objekte anvisiert und per Knopfdruck gefangen werden müssen. Hierbei handelt es sich um das Fliegenfangen mit Stäbchen, das Koi-Fischen mit den bloßen Händen und das Glühwürmchenfangen. Bei diesen Disziplinen funktioniert die Steuerung tadellos. Die anderen drei Spiele können jedoch aufgrund der trägen oder zu unpräzisen Steuerung nicht komplett überzeugen. So entpuppten sich der Schwertkampf und das Abwerfen von Zielscheiben mit Hilfe von Wurfsternen zunächst als reine Glückssache. Mit ein bisschen Übung meisterten die Testspieler jedoch auch diese Hindernisse und bewerteten die Steuerung als "für ein Wii-Spiel durchschnittlich" (Spieler, 15).
Negativ wurde jedoch die fehlende Atmosphäre beurteilt. Zum einen hat das Spiel keine fortlaufende Handlung, zum anderen ist der Sound ein bisschen zu eintönig. Er lenkt zwar nicht vom Spielgeschehen ab, doch kann er auch getrost als langweilig bezeichnet werden. Nur die gute deutsche Synchronstimme des Trainers fiel beim Testen positiv ins Gewicht.
Als "gut gemacht" (Spieler, 14) wurde hingegen die Grafik des Spiels von den Testern bewertet. Die Bewegungen sind flüssig und besonders die Wasserdarstellung beim Koi-Fangen wurde als sehr gut eingestuft.
Aber es ist ja bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt. So ist es auch bei Ninja Reflex. Denn hinter der netten Aufmachung verbirgt sich "ein sehr eintöniges Spiel" (Spieler, 14). Nur die oben erwähnten 6 Minispiele stehen zur Auswahl. Ein sonst bei anderen Spielen dieses Genres bekanntes Freischalten von neuen Spielmodi gibt es hier leider nicht. Letztendlich verkaufen die Entwickler sogar das Umbenennen innerhalb des Spiels als freischaltbares Extra, ein Witz. Von einer Gürtelprüfung zur anderen verändern sich bloß die zu fangen oder treffenden Objekte. Die Fliegen werden schneller, weniger Karpfen lassen sich im Teich blicken und die Zielscheiben beim Wurfsternspiel werden tauchen nur kurz auf. Die Idee fanden die jugendlichen Tester zwar gut, aber es war ihnen schlichtweg "nicht actionreich und umfangreich genug" (Spieler, 15). 
Schon nach kurzer Zeit hat der Spieler eigentlich alles gesehen, was es zu entdecken gibt. So werden weder Jugendliche, noch Erwachsene länger als eine halbe Stunde von dem Spiel gefesselt sein. Höchstens der Mehrspielermodus konnte ein bisschen überzeugen. Doch hierbei gibt es ebenso Punkte, die negativ angemerkt werden müssen: Nur die Hälfte aller Spiele können von zwei oder mehr Personen gleichzeitig gespielt werden. Bei den anderen wird reihum. Jene Variante lässt besonders bei jüngeren Spielern schnell Langeweile oder gar Frust aufkommen. Versuchen sich nämlich drei oder vier angehende Ninjas an dem Spiel, so kann es mitunter 5 Minuten dauern, bis man wieder an der Reihe ist.
Ein weiterer Punkt, der dem Spiel fehlt, sind die Bestenlisten. Rekordzeiten werden nirgends verbucht. Dies hätte nämlich die Motivation wohl ein wenig steigen lassen können.
Es muss jedoch positiv angemerkt werden, dass für jeden Spieler nur eine Fernbedienung und kein Nunchuck notwendig ist. Somit ist Ninja Reflex wenigstens für den Geldbeutel vorteilhaft, da jener bei einer Spielpartie von zwei oder mehr Jugendlichen bzw. Erwachsenen nicht zusätzlich gekauft werden muss.
Kinder werden hier ausdrücklich bewußt nicht mit angegeben, zumal das Spiel für Jugendliche unter 12 Jahren nicht wirklich geeignet ist. Es fließt zwar kein Blut oder ähnliches, doch Waffen wie Wurfsterne oder Nunchakus werden eingesetzt. Auch wenn es sich um ein simuliertes Training handelt, so ist ein Einsatz von solch nicht ungefährlichen Waffen eher fragwürdig, da ein Nachahmungseffekt gerade bei jüngeren Spielern nicht ausgeschlossen werden kann.
Zudem tritt der Spieler bei dem Schwertkampf gegen monsterartige Gegner an, die gerade für jüngere Spieler leicht furchteinflößend sein könnten. 
  
Fazit:
Ninja Reflex ist eine unausgegorene Minispielsammlung, die bei der Grafik und der Steuerung zwar überzeugen kann, doch aufgrund der fehlenden Langzeitmotivation und Abwechslung letztendlich dennoch bei den Testern keinen Anklang finden konnte. Für einen, wenn auch günstigen Vollpreistitel bietet das Spiel zudem viel zu wenig Inhalt, was gerade von Jugendlichen mit eingeschränktem Finanzbudget nicht toleriert wird.  
Anzumerken sei außerdem, dass das Spiel aufgrund seiner beim Training eingesetzten Waffen und Kämpfe gegen menschenähnliche Gegner erst für Spieler ab 12 Jahren von der USK freigegeben wurde. Aus pädagogischer Sicht kommen Jugendliche ab diesem Alter mit dem Gesehenen zurecht und werden vom Spiel auch nicht überfordert.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass