Ratchet and Clank: Tools of Destruction

Genre
Jump&Run
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Sony Computer Entertainment
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
Playstation 3
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Grafisch brillantes Jump&Run mit tollen Spielideen
Gruppenleiter
Max Fischer
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Ära der Next-Generation-Konsolen um Playstation3, X-Box360 und Nintendo Wii lässt vor allem Quantensprünge im grafischen Bereich durch höhere Leistungsfähigkeit und High-Defintion Auflösung erwarten. Aus diesem Grund durfte mit Spannung erwartet werden, ob Sony mit dem ersten PS3-Abenteuer der Ratchet-und-Clank-Serie, welche hohen Beliebtheitsgrad bei arrivierten Zockern durch die vier vorangegangenen Playstation 2-Umsetzungen besitzt, neue Maßstäbe im Jump&Run Genre setzen kann. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Der böse Imperator Tachyon scharrt ein ganzes Kampfgeschwader um sich, um den Titelheld Ratchet und seinen Roboterfreund Clank endgültig ins Reich der Toten zu verdammen. Diesen bleibt daraufhin nur die Flucht in die unendlichen Weiten der Polaris-Galaxie. Im Laufe des Abenteuers erfahren die beiden Freunde nicht nur, dass Ratchet nicht der letzte Vertreter der so gut wie ausgestorbenen Lombax Rasse ist, sondern werden zu allem Überfluss auch noch in die Jagd nach einer grauenvollen Superwaffe verwickelt. 
Das Spiel ist in 20 Level aufgeteilt, die sich auf unterschiedlichen Planeten befinden. Die Aufgaben des Spielers innerhalb dieser Abschnitte reichen von der Beseitigung aller Gegner bis zur Suche nach Ersatzteilen zur Instandsetzung eines Raumschiffs, wobei das Besiegen der Widersacher klar im Vordergrund steht. Das Spielgeschehen wird immer wieder durch kleinere Rätsel und Geschicklichkeitsübungen aufgelockert. Der Spieler schlüpft größtenteils in die Rolle des pelzigen Ratchet, muss aber in einigen Spielsequenzen auch die Steuerung des Roboters Clank übernehmen um dessen Fähigkeiten für spezielle Aufgaben zu nutzen. Um die unzähligen Widersacher aus dem Weg zu räumen, steht dem Spieler ein stattliches Waffenarsenal zur Verfügung, welches im Laufe des Spiels aufgerüstet werden kann.
     

Pädagogische Beurteilung:
Nach einer kurzen Videosequenz, welche einen ersten Einblick in die Story ermöglicht, wird der Spieler unmittelbar ins Spielgeschehen hinein versetzt. Eine Einführung in die grundlegende Steuerung gibt es nicht, was allerdings nicht allzu sehr negativ ins Gewicht fällt, da es keinen komplizierten Knopfkombinationen oder Fingerverrenkungen bedarf um die grundlegende Aktionen wie Springen, Kämpfen und Laufen zu meistern. Die einfache Steuerung und der daraus resultierende schnelle Einstieg erntete in der Spieletestergruppe großes Lob und so erfreute sich ein Spieler (12) an der "einfachen und geilen Steuerung". Dieser Umstand erleichtert vor allem weniger erfahrenen und nicht mit den Vorgängern vertrauten Spielern den Einstieg. Die erweiterte Steuerung, die z.B. Spezialsprünge oder stärkere Angriffsattacken umfasst, wird an bestimmten Stellen eingeführt, an denen diese Techniken benötigt werden um den Spielverlauf voran zu bringen. Sollte mal eine dieser Techniken in Vergessenheit geraten sein, können sie jederzeit im Pausenmenü noch einmal nachgelesen werden. Leichte Kritik erntete der etwas ungenaue und träge Zielmodus. Ein Spieler(13) bemängelte, dass "bei Monstern, die fliegen das Zielen viel schwerer ist". Ein dickes Lob hingegen verdient die Umsetzung der Sixaxis-Funktion des PS3-Controllers, durch welche Spielaktionen mit Bewegungen des Eingabegerätes durchgeführt werden können. Diese sehr an den Controller der Nitendo-Wii angelehnte Funktion wurde bei dem Großteil der bisherigen PS3-Titeln in erster Linie als Mittel zum Zweck integriert. Bei Ratchet & Clank hingegen ist die neuartige Steuerungsvariante stimmig ins Spielgeschehen eingebettet. So fungiert das Gamepad beispielsweise als Dietrich, mit dem durch Neige- und Kippbewegungen Türschlösser aufgeknackt werden müssen. An einer anderen Stelle muss mittels der Sixaxis-Funktion ein sog. Geolaser bedient werden um Löcher in hinderliche Wände zu brennen. Die Kinder in der Spieletestergruppe zeigten sich von diesem neuartigen Spielgefühl durchweg beeindruckt und ein Spieler (12) fühlte sich sogar "direkt ins Spielgeschehen hinein versetzt". Die Passagen, in denen die Sixaxis-Funktion zum Einsatz kam sorgten beim Testen für eine hohe Gruppenmotivation. Die Jugendlichen konnten es kaum erwarten das Gamepad in die Hand zu nehmen und wetteiferten darum, wer das beste "Feingefühl" im Umgang mit dem Controller besitzt. Dieses neuartige Spielprinzip sollte nicht nur als eine nette Spielerei angesehen werden, sondern kann auch durchaus zur Förderung der Feinmotorik und Koordination beitragen. Für staunende Gesichter sorgte die grafische Präsentation des Abenteuers. Man würde sicher nicht den Mund zu voll nehmen wenn man verglichen mit den verschiedenen Playstation 2-Versionen von einem Quantensprung sprechen würde. Die Explosionen sehen selbst ohne HD-fähigen Fernseher brillant aus und der Detailreichtum lässt die futuristischen Schauplätze enorm lebendig wirken. Genauso anmutig gestalten sich die Zwischensequenzen, welche in der Spieletestergruppe Erinnerungen an den Animationsfilm "Robots" hervorriefen und durch eine hervorragende deutsche Synchronisation punkten können. Allerdings kann die Soundkulisse diesen guten Eindruck nicht bestätigen. Während die Soundeffekte noch einigermaßen gut gelungen sind, enttäuscht die Hintergrundmusik durch langweilige Fahrstuhlmusik. So wird dem Spieler in einem Piratenlevel eine Musiktapete zugemutet, die sich anhört, als hätte Dieter Bohlen in fünf Minuten den "Fluch der Karibik"-Soundtrack neu aufgenommen. Da wäre sicher mit relativ geringem Aufwand mehr möglich gewesen! Die größte Stärke des Spiels ist neben der fulminanten Grafik der schier unerschöpfliche Ideenreichtum, den die Entwickler in das Jump&Run gesteckt haben. Vor allem bei den Waffen des Helden scheint der Kreativität kein Ende gesetzt zu sein. Ein Spieler(12) amüsierte sich köstlich über einen Schraubenschlüssel als Hauptwaffe. Für besonders viel Gelächter sorgte eine Diskokugel, nach dessen Einsatz die Gegner in einen kollektiven Tanz verfallen und dadurch wehrlos den Angriffen des Spielers ausgesetzt sind. Allerdings kommen Spielern, die die vorherigen Teile von Ratchet & Clank schon gespielt haben einige der der Waffen sehr bekannt vor. Viele Ideen sind einfach eins zu eins aus den vorherigen Teilen übernommen worden. 
Die Kämpfe erfordern dabei kaum taktische Planung. Meistens genügt es auf die Gegner zuzulaufen und ihnen mit 1-2 gezielten Schlägen den Garaus zu machen. Die unzähligen Waffen erfüllen teilweise auch nicht immer ihren Zweck. So reichen eigentlich lediglich 2 Waffen aus um durch das ganze Spiel zu marschieren. Einen dicken Minuspunkt handelt sich das Spiel durch die oft unfaire Platzierung von Checkpoints ein. Teilweise muss der Spieler, wenn er das zeitliche segnet wieder ganz am Anfang des jeweiligen Levels beginnen. Das führt dazu, dass Aufgaben die schon längst bewältigt wurden immer und immer wieder neu absolviert werden müssen. In der 
Spieletestergruppe wurde aufgrund dessen das ein oder andere Mal frustriert das Gamepad zur Seite gelegt. Besonders für ungeduldige Spieler kann dieser Umstand ein Grund sein das Spiel vorzeitig zur Seite zu legen. Leider haben es die Entwickler versäumt, auswählbare Schwierigkeitsgrade zu integrieren. Das ist insofern negativ zu bewerten, da sich der Anspruch im Vergleich zu den vorherigen Abenteuern erhöht hat. Ungeübten Spielern wird dadurch keine Gelegenheit gegeben, den Schwierigkeitsgrad ihrem persönlichen Niveau anzupassen.

Fazit:
Grafisch und spielerisch setzt Ratchet & Clank: Tools of Destruction neue Maßstäbe im Jump&Run Genre. Besonders hervorzuheben ist hierbei die hervorragende Integration und kreative Umsetzung der Sixaxis-Funktion und der schier unerschöpliche Ideenreichtum der Entwickler. Leider hemmen der durchschnittliche Sound und die unfaire Setzung der Checkpoints den Spielspaß. Obwohl das Abenteuer primär darauf ausgerichtet ist Gegner zu besiegen, kommt es zu keiner bedenklichen Gewaltdarstellung. Kinder ab 12 Jahre sollten mit dem Spiel in der Regel zurecht kommen. Allerdings ist ein gewisses Maß an Geduld erforderlich, um sich durch die teils frustrierenden Stellen nicht abschrecken zu lassen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass