Vernäht und Zugeflixt! Da stimmt doch was nicht!

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 4 Jahre
Vertrieb
MM Manufaktur
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Kurzbewertung
Pädagogisch wertvoller Spaß für kleine Computeranfänger
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Wimmelbücher und Wimmelbilder sind doch was für die Kleinen, oder?
Die Testergruppe in der Elsa-Brandström Schule durfte sich, beim Testen des Spiels, vom Gegenteil überzeugen lassen. Bei diesen Bildern, die im Spiel die Basis sind, wimmelt es von detailliert dargestellten Menschen, Tieren und Dingen, woraus sich der Name der Bilder ergibt. Die Wimmelbilder stammen vom bekannten Berliner Kinderbuchillustrator und Graphikdesigner Ralf Butschkow, der mit seiner farblich ansprechenden und humorvollen Art zu zeichnen, großartige Bilder für das Spiel geliefert hat.

Pädagogische Beurteilung:
Nun zuerst zur Installation und der erste Funktion, die nach dem Einlegen der Software auftaucht: Der Elternuhr. Mit dieser Funktion können Eltern die Spielzeit ihres Kindes am PC regulieren. Dazu stellen sie eine vorgegebene Zeit (20, 45, 60 Min.) oder eine Spielzeit ihrer Wahl ein. Diese Eingabe wird durch ein Passwort bestätigt und kann nur im Startmenü wieder geändert werden. Nach Ablauf der Zeit, die sie vorgegeben haben, wird das Spiel automatisch angehalten und kann nur durch die Eingabe des festgelegten Passwortes weitergespielt werden. Natürlich können Eltern die Entscheidung über die Spieldauer auch ihrem Kind überlassen und das Spiel ohne Spielbegrenzung starten. Die Chance über die Elternuhr, mit ihrem Kind über die Dauer des Spielens am PC zu sprechen, baut der Produzent in jedes Spiel ein, das sich an Kinder unter 8 Jahren richtet. Wir denken: Vorbildlich!

Die Testergruppe verlangte natürlich sofort die unbegrenzte Nutzung des Spiels. Da die Zeit für den Test sowieso begrenzt ist, brauchte auch nicht weiter diskutiert werden.
Eine Kinderstimme erklärt den Spielern den weiteren Verlauf. Hierbei wird man gebeten ein vorgegebenes Tier zu wählen. Zur Verfügung stehen ein Hund, eine Katze, ein Fisch mit Füßen und ein gestreifter Hahn. Unter dem gewählten Fisch werden dann im weiteren Verlauf die Spielstände gespeichert. Drei weitere Spieler können demnach unabhängig voneinander ihre Erfolge im Spiel speichern; eine sinnvolle Funktion für ein Spiel das keinen Mehrspielermodus vorgesehen hat.
Nachdem ein Tier gewählt wurde, wird das Spiel kindgerecht und nachvollziehbar erklärt. In der Testergruppe wurden die Erklärungen auch nicht einfach weggeklickt, das Gefühl selber angesprochen zu werden, ist dabei sehr gut umgesetzt. Bei der Erklärung des Spiels ist das kleine Mädchen Lisa zu sehen, die sich an den Spieler wendet. Lisa begleitet den Spieler durch zehn Wimmelbilder. Der Spieler trifft Lisa in einer Scheune, auf dem Fischmarkt, zu Hause in ihrer Küche und auf weiteren Motiven für die Wimmelbilder. Hierbei können Kinder viele Dinge entdecken und trotz des fehlendem Mehrspielermodus regen die Bilder zum gemeinsamen Suchen, Schauen und Erzählen an. Dabei rundet die passende Untermalung mit Geräuschen, Musik und die sympathischen Sprecherstimmen das Spiel ab.

Irgendetwas in der Umgebung von Lisa scheint nicht zu stimmen. Ihre Welt spielt ziemlich verrückt: Ein Schneemann mitten im Sommer, ein Motorboot auf der Straße und das ist nur der Anfang. Diese Fehler muss der Spieler suchen und mit der Maus anklicken. Nach dem Anklicken erfolgt meist eine humorvolle Bestätigung und der ertappte "Fehler" stellt die Ordnung animiert wieder her. Da läuft aus dem Wasserhahn kein Sand mehr, sondern wieder Wasser oder ein Ofenrohr auf dem Kühlschrank verwandelt sich zurück in eine Keksschale. Wenn man mal danebentippt, ist das auch nicht schlimm. Ein "Nene, das stimmt schon so!" sorgt nicht für Frust bei den Kindern. Daher ist es für sie nicht entmutigend, wenn ein Fehler mal nicht gleich entdeckt wird oder glaubt einen Fehler zu sehen, wo sich eigentlich keiner befindet. Der Ehrgeiz, auch die besonders gut versteckten Fehler zu finden, war bei der Testergruppe nicht zu übersehen. Das Spiel schaffte dabei eine fordernde Balance zwischen offensichtlichen und versteckten Fehlern. 
Zusätzlich ändert sich der Mauszeiger, wenn man über einen der sieben versteckten Fehler pro Bild fährt, damit man auch gut versteckte Fehler per Zufall finden kann.  
Die Wimmelbilder machten den Testern viel Spaß beim Erkunden, sie enthalten viel Humor 
und sind dabei komisch und schräg. Für jedes fehlerfreie Wimmelbild gibt es zur Belohnung zwei digitale Puzzleteile und 20 gefundene Puzzleteile vervollständigen ein Puzzle-Bild, das gleich gepuzzelt oder zum Selbstbasteln anschließend ausgedruckt werden kann. 

Alle Wimmelbilder können mehrmals von den kleinen Fehlern befreit werden, wobei sich alte Fehler mit neuen mischen. Dadurch wird ein langer Spielspaß ermöglicht.
Das Ausdrucken des Puzzlebildes ist allerdings nicht der einzige Anreiz, den es in dem Spiel gibt. Nach dem ersten gelösten Puzzle wird ein so genannter Wimmelbildgenerator im Spiel freigeschaltet. Damit kann man eigene Wimmelbilder mit drei fertig gezeichneten Hintergründen und vielen Figuren aus dem Spiel erstellen. Das sind lustige Vorlagen zum Ausdrucken und Ausmalen. Kreativität und Humor sind hier gefragt. Für jedes fertige Puzzle gibt es weitere Hintergründe und Figuren. Eine hohe Motivation, mit dem Suchen auf den Bildern weiterzumachen und das Spiel auch nach dem Lösen aller Puzzles weiter zu nutzen.
In der Testergruppe hatte der Drucker anschließend ziemlich viel zu tun. 

Fazit: 
Dieses Spiel hat eine Auszeichnung verdient und bekommen.
Den begehrten Pädi Preis 2007 in Silber in der Sparte Software für Kinder. 
„Mit dem pädagogisch fundierten Interaktiv-Preis Pädi werden multimediale Produkte für Kinder und Jugendliche prämiert. Es werden On- und Offline-Angebote gewürdigt, die in einem fundierten Auswahlverfahren das Prädikat ein „pädagogisch wertvoll“ erhalten haben - von Kindern, Jugendlichen, Eltern, pädagogisch Tätigen und Experten“ (vgl. SIN-Studio im Netz).
Aus der Begründung der Jury: „Das Spiel ist hervorragend für die kleinen Computeranfänger geeignet, da das Tempo angemessen, die Grafik liebevoll gestaltet und die Benutzerführung einfach ist durch eine verständliche Navigation durch das Programm…
Es wird die Wahrnehmung geschult, da das Kind Dinge aus seiner Umgebung hinterfragen und ihre Sinnhaftigkeit erkennen muss.“
Dem kann man nichts hinzufügen. Unsere Testergruppe hätte diesem Spiel auch einen Preis verliehen- für den Spaß mit den „Verrückten Fehlern“ und dem Bildgenerator.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass