The Chosen

Genre
Rollenspiele
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Rebelmind
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Einfaches Rollenspiel ohne Highlights
Gruppenleiter
David Dahlmann
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielgeschichte:
Der Bösewicht Marcus Dominus Ingens hat einen grausamen Plan: Mit Hilfe eines Schlüssels zum "Tor der Hölle" lässt er Vampire, Dämonen und Werwölfe frei. Diese fiesen Kreaturen sollen ihm zu Macht und Reichtum verhelfen. 

Pädagogische Beurteilung:
Wenn ein solches Szenario gezeichnet wird, wissen Rollenspieler meist was ihnen blüht. Sie erstellen einen Helden, mit dem sie den brutalen Potentaten samt seiner meist unüberschaubaren und hässlichen Meute dorthin zurückjagt, wo er hergekommen ist. So auch hier: Zur Auswahl stehen drei spielbare Klassen: ein Fernkämpfer, ein Nahkämpfer und eine magisch begabte Klasse, deren jeweiliger Avatar allerdings nicht verändert werden kann. Um für den Kampf gegen den Bösewicht selber gerüstet zu sein müssen zunächst die eigenen Fähigkeiten verbessert werden, denn schließlich ist Marcus Dominus Ignes ein mächtiger Gegner. "Geübt" wird also zunächst an seinen zu Anfang schwachen, im Spielverlauf aber immer stärker werdenden Helferkreaturen. Für etwas Abwechslung sorgen einige Aufgaben (Quests), in denen z.B. Gegenstände gesammelt werden müssen. Das Erledigen dieser Quests belohnt den Spieler ebenso wie das Besiegen von Monster mit Erfahrungspunkten sowie Ausrüstungsteilen, Waffen und Heiltränken. So kann der Spieler die jeweiligen Fähigkeiten des Avatars weiter ausbilden. Fernkämpfer lernen etwa präziser zu schießen und Magier machen sich die Macht des Feuers zu nutze um ihren Gegner buchstäblich einzuheizen. 

In Kämpfen steuert der Spieler den Avatar über die Maustaste und einige wenige Tastaturbefehle. Leider laufen die Kämpfe meist nach demselben Muster ab und nur wenige Gegner haben individuelle Fähigkeiten, so dass hier schon frühzeitig Motivationseinbrüche bei den Testern zu verzeichnen waren. Die brutale Darstellung und drückende Geräuschkulisse mit üblichen Kampfgeräuschen sind der Grund für eine Freigabe ab 16 Jahren. Des weiteren ist anzumerken, dass man ohne kämpferische Auseinandersetzung nicht weit kommt. Der Spieler ist also dazu verpflichtet in den Kampf zu gehen. Während Scherereien mit besonders starken Monstern kann ein Helfer gerufen werden, der tatkräftig in den Kampf eingreift. Der Schwierigkeitsgrad kann darüber hinaus von einfach bis schwer angepasst werden.
Neben der Fähigkeit mit offenen Augen durch die Spielewelt zu laufen und auf Angriffe schnell zu reagieren wird dem Spieler wenig abverlangt.

Eingebettet ist das Spiel in ein Mittelalter-Szenario in die Gegend um Worms. Hierhin kann sich der Spieler immer dann wieder teleportieren, wenn er z.B. etwas bei einem Händler kaufen möchte. Die Landschaften und Städte sind liebevoll angelegt und die Kleidung der NPC´s passen sehr gut in diese Zeit, so dass die Tester sich zumindest von äußeren Umgebung angesprochen fühlten. 
Schade, dass die Entwickler nicht konsequent genug waren und anstatt hierzu passende z.B. menschliche Gegner lieb- und leblose Vampire und Untote präsentieren und es somit nicht schaffen sich spürbar von anderen Rollenspielen abzugrenzen.  

Fazit:
In der Testergruppe bedurfte es einiger Überzeugungsarbeit einen der Jugendlichen zum Testen dieses Titels zu überreden. Zu verwöhnt und teilweise überladen sind Computerspieler mit aktuellen Rollenspielen, die teilweise deutlich die Qualität von "The Chosen" überschreiten. Besonders die Steuerung des Spiels kann nicht mit anderen Genrevertretern mithalten. So muss der Avatar immer per Mausklick bewegt werden und die Bewegungen wirken sehr klobig und unnatürlich. 
Die Möglichkeit z.B. auf Reittieren schneller reisen zu können und eine konsequenter umgesetzte Spielgeschichte hätten diesem Titel gut getan. So bleibt das Spiel sehr austauschbar und zieht gegenüber Genrevertretern ganz klar den Kürzeren. Mit seinen einseitigen Handlungssträngen ist es zudem nicht für Spieler unter 16 Jahren geeignet.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass