Eternal Sonata

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Bandai Namco Games
Erscheinungsjahr
2007.10
Systeme
Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Quietschbunte Traumreise mit ansprechender Geschichte
Gruppenleiter
Daniel Debray
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit Blütenpulver und Pfirsichplätzchen gegen Phosphor-Mäuse und lebende Kürbisse – das ist die Welt von "Eternal Sonata" (im Folgenden E.S. genannt). In dem Rollenspiel E.S. geht es um den Dirigenten Frederic Francois Chopin, der auf seinem Sterbebett von einer verzauberten Welt träumt, in der unheilbar Kranke mit magischen Kräften ausgestattet sind. Er selbst sucht in dieser Welt ein Heilmittel für die junge Polka, die ihre Magie zum Wohle der Schwachen und ihres Dorfes einsetzt und wegen ihrer Kräfte von vielen anderen gemieden wird. Auf ihrer Reise begegnen sie vielen anderen Mitstreitern, wie Allegretto und Beat, die von den Reichen stehlen, um es den Armen zu geben. Jeder der Charaktere bringt eine eigene Biographie mit in die Handlung. Der Spieler muss fortan Rätsel lösen, gegen etliche Feinde kämpfen und die bunte Traumwelt von E.S. erforschen. Das Besondere an diesem Spiel: Alle Schauplätze und Charaktere tragen die Namen von Instrumenten oder musikalischen Termini (Polka, Salsa, Ritardando, etc.). Außerdem erklingen während des Spiels die Werke von Chopin, über die der Spieler allzeit Informationen erhält.  

Pädagogische Beurteilung:
Wenn man E.S. zum ersten Mal spielt und mit der Geschichte noch nicht vertraut ist, erwartet einen ein zehnminütiger Vorspann, der in die Spielwelt einführen soll. Manche Tester empfanden dies als zu lang: "Die Sequenz am Anfang war viel zu lang und ich bin fast eingeschlafen!" (Tester, 14). 
Der Spieler findet sich in einer kitschigen und blumenüberladenen Traumwelt wieder, die einige unserer Tester zunächst als "kindisch" (Spieler, 14) wahrnahmen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit erlagen unsere Tester jedoch dem Zauber des Spiels. Dies lag nicht zuletzt an den spannenden, rundenbasierenden Kämpfen, die unsere Tester auch im kooperativen Mehrspielermodus bestritten. Dies stieß auf sehr positive Resonanz bei den Testern: "Er war sehr spannend und man konnte sich gut mit seinem Freund absprechen was man tun muss." (Tester, 13). Diese soziale Komponente fördert auch die sozialen Kompetenzen untereinander, ist die Absprache doch entscheidend für das Weiterkommen.
Steuern lässt sich E.S. mit dem Xbox-Controller. Für unsere Tester war die Steuerung, die in einem kurzen Tutorial erklärt wurde, schnell zugänglich.
"Die Grafik war sehr detailiert und man konnte die Figuren sehr gut erkennen." (Tester, 13). Diesem Urteil konnten sich alle unsere Tester anschließen. Auch die musikalische Untermalung wurde positiv beurteilt: "Die Musik macht das Spiel ruhig und gelassen, wenn man in einer Stadt ist und spannend, wenn man im Kampf ist." (Tester, 13). 
Den Grund für die sehr gut ausfallenden Urteile sehen wir in der Stimmigkeit der Atmosphäre und der gelungenen Hintergrundgeschichte. E.S. schafft es, einen kitschigen und klebrig-süßen Stil konsequent durchzuhalten. Das manga-artige Weichzeichnen der Spielfiguren, die riesigen Augen und hohen Stimmen und nicht zuletzt die bunten Landschaften und Gebäude erschffen eine glaubhafte Traumatmosphäre. Zuerst lehnten unsere Tester das kindlich anmutende Flair ab. Nach einiger Zeit schienen sie sich jedoch nicht mehr daran zu stören und akzeptierten das Spiel dann doch als ernst zu nehmend und spannend: "Das Spiel war sehr spannend und geheimnisvoll und auch durch die Geschichte sehr interessant." (Tester, 13). Selbst die Darstellungen der Kämpfe wirken eher verspielt als realistisch und auf Blut und Wunden wird verzichtet. So kämpft Polka beispielsweise mit einem zierlichen Regenschirm, mit dem sie bunt-glitzernde Spezial-Attacken ausführt und heilt sich mit Pfirsichplätzchen und Blütenpulver.

E.S. ist ein Spiel mit klaren Moralvorstellungen. Werte wie Freundschaft, Solidarität, Nachsicht und Gleichheit sind für die Handlungen der Charaktere maßgeblich. Grundsätzlich geht es um eine Parteinahme für Schwächere. Lobend hervorzuheben ist auch die einfühlsame Darstellung der Sorgen und Nöte der Charaktere. Polka, die Schlüsselfigur, ist beispielsweise auf der Suche nach Freunden, erfährt aber tragischerweise, aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten, oft Ablehnung. Positiv ist hier zu bewerten, dass Jugendliche in ihrer Fähigkeit zur Empathie angesprochen werden. Offensichtlich fand die gesunde Balance zwischen spannender Action, eher kindgemäßer Aufmachung und moralisch-ethischer Botschaft in unserer Testergruppe Anklang.

Fazit:
Eternal Sonata ist ein Rollenspiel für Jugendliche ab 12 Jahren, welches auf übertriebene Gewaltdarstellung und Blut verzichtet.
Obgleich es anfangs, durch seine bunte und kitsch-überladene Gestaltung, von unseren männlichen Testern als "uncool" angesehen wurde, motivierten eine interessante Hintergrundgeschichte, spannende Kämpfe und eine stimmige Atmosphäre die Jugendlichen zum weiterspielen.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass