Cranium Kabookii

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Kreativ- und Wissenswettstreit mit Anspruch
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Die Umsetzung eines Brettspiels in die digitale Welt ist nicht immer einfach. Zu oft ergibt sich daraus nur eine Kopie des Originals. Dann ist die Frage nach dem Warum einer Umsetzung berechtigt. Aber "Cranium Kabookii" ist ein anderes Brett- und jetzt eben auch Computerspiel, eine Mischung aus bekannten Elementen von Trivial Pursuit, Tabu und auch der Fernsehsendung Montagsmaler. Es fordert die Mitspieler auf, mit Köpfchen, Kreativität und viel Spaß zu zeigen, was in ihnen steckt. Neben dem zeigt die Nintendo-Wii-Konsole mal wieder, dass sie für gemeinsames Spielen hervorragend geeignet ist.

Pädagogische Beurteilung:
Direkt nach dem Start des Spiels kann man zwischen mehreren Editionen des Spieles wählen. In der landestypischen Sprache stehen dabei eine Edition für die USA, Großbritannien, Frankreich, Quèbec, Kanada, Deutschland, Spanien, Italien und eine internationale englische Variante zur Verfügung.
Laut Aussage der Entwickler werden dabei unterschiedliche kulturelle Voraussetzungen und der Humor des Landes berücksichtigt. Für mehrsprachige Familien sicher eine spannende Option, sich mit ihrer kulturellen Identität spielerisch auseinanderzusetzen.
Unsere Testgruppe entschied sich für die deutsche Edition.
Weitere Voreinstellungen tätigt man unter Optionen, wie zum Beispiel die Lautstärke, die Empfindlichkeit der Wii-Steuerung und die TV-Einstellungen für die mitgelieferte Spezialbrille
(dazu später mehr!). Man entscheidet, ob man mit zwei, drei oder vier Spielfiguren spielen möchte. Für jede dieser Team-Optionen ist nur eine Wii-Remote nötig, so dass hier kein Mehrkostenaufwand für Hardware von Nöten ist. Während des Spieles wird die Wii-Remote einfach weitergereicht. 
Nach der Bestätigung finden wir uns in einer Arena wieder und die Show startet. Untermalt von einem lauten Publikum und 
fetziger Musik, kann man mit kreisförmig angeordneten Aktionskarten, die erst einmal gemischt werden, die erste Aufgabe für seine Figur übernehmen. 
Die Aufgaben werden in vier große Wissens- und Aktionsgebiete unterteilt. Mit jeder gelösten Aufgabe bekommt die Figur Punkte. Durch die Aufgaben führen kleine Figuren, die die Spielregeln erläutern und den Charakter der Frage darstellen: 
Der "Wörterwurm" verlangt fehlende Buchstaben, das Sortieren von Wörtern und Lösungen im sprachlichen Kontext. Der "Kreatokator" stellt mit Graffiti, Zeichnungen oder vorgefertigten Schablonen seine Aufgaben an die Mitspieler. Der "Denkonaut" möchte mit Fakten, Konzentrationsübungen und Würfelspielen zur Spannung im Spiel beitragen. Der "Starseller" stellt mit Pantomime, Fragen nach dem musikalischen Gehör den aktionsreichsten Bereich dar.
Für die Lösung jeder der Aufgaben hat der Mitspieler eine Minute Zeit und bei manchen Aufgaben kann man mehrere Punkte innerhalb dieser Zeitbegrenzung erzielen. Das Spiel reicht dadurch mit einer durchschnittlichen Spieldauer von weniger als einer Stunde nicht zur abendfüllenden Beschäftigung, sondern ist eher ein kurzweiliges Spiel für zwischendurch. 
"Cranium Kabookii" wird mit einer Spezialbrille geliefert, die bei einigen der Aufgaben die verschlüsselte Lösung am Bildschirm sichtbar macht. Wenn die Aufgabe sich an nur ein Team richtet und etwas Dargestelltes erraten werden muss, ergibt sich daraus eine effektive Methode, um die Lösung geheim zu halten.
In der Testergruppe bildete die kurze Zeit zur Lösung der Aufgaben kein Problem, mit dem Zeitdruck konnen die Spieler umgehen. Aber trotzdem ergaben sich letztlich viele Aufgaben, auf die auf Grund des hohen Schwierigkeitsgerades keine Antwort gefunden werden konnte. Ein Teil der Aufgaben forderte unsere Testergruppe ganz erheblich heraus. Der hohe Schwierigkeitsgrad sorgte in manchen Fällen für Frustrationen und Motivationsverlust. Einige der schweren Aufgaben sind sicher durch Übung und Erfahrungslernen mit der Wii-Remote zu meistern, für andere Lösungen fehlte unserer Testergruppe schlichtweg das erforderliche Wissen. 
Eine Edition für die Alterstufe bis 12 wäre wünschenswert, auch wenn dann das generationsübergreifende Element ein wenig hinten anstehen würde. Die Freigabe der USK ohne Altersbeschränkung bedeutet eben nicht, dass es sich hier um ein Spiel für Kinder handelt. Das Brettspiel "Cranium" wird übrigens mit einer Empfehlung des Herstellers ab 12 Jahren verkauft. Doch das Erraten von gezeichneten Objekten, das Nachspielen von Melodien, Teile der Multiple-Choice-Fragen oder pantomimische Aufgaben, machten unserer Testergruppe das Spiel nicht so schwer, dass davon abgeraten werden muss. Das Zeigen der eigenen Kreativität, die gestalterische Umsetzung von Begriffen, das Vervollständigen von Redewendungen oder das Sortieren von Buchstaben zu neuen Begriffen brachten die Testergruppe zwar regelmäßig ins Schwitzen, aber die grauen Zellen kamen auch so richtig auf Trab.


Fazit:
"Cranium Kabookii" ist für kleine Computeranfänger nicht geeignet. Ebenso nicht für Schulkinder von 9 bis 12 Jahren. Zwar fordert und fördert das Spiel mit knackig-schweren Aufgaben und einer Vielzahl an bunten Optionen die Wahrnehmung, die Konzentration, das musikalische Gehör und kreative Prozesse, trotzdem waren in dem Alter eher Frustrationen und Motivationsverluste erkennbar. 
Der Charakter eines generationsübergreifenden, witzigen und faszinierenden Spiel ist mit Sicherheit gegeben. Aber eben erst ab 12 Jahren, so wie vom Hersteller des Brett-Spieles vorgesehen. Ab diesem Alter dürfte "Cranium" nicht zu Unrecht als eines der angesagtesten Brettspiele gelten - und "Cranium Kabookii" als seine gelungene Umsetzung für die Nintendo Wii.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass