Rayman Raving Rabbids TV Party

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2008.11
Systeme
Wii, Nintendo DS
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Partyspiel für Freunde des abgedrehten Humors
Gruppenleiter
René Gehrmann
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die "Rayman Raving Rabbids"-Spiele können mittlerweile schon fast als junge Klassiker der Wii bezeichnet werden. Zum Start der Konsole erschien 2006 der Ursprung des Rayman-Ablegers. Einen Testbericht finden sie hier. Wie geschaffen für die Wii animierte "Rayman Raving Rabbids" zahlreiche Hersteller, ähnlich gestrickte Partyspiele zu veröffentlichen, welche aber meist nicht an die vorgelegte Qualität heranreichen konnten. Nun legen die chaotischen Hasen ihren bereits dritten Auftritt hin. "Rayman Raving Rabbids TV Party" (im folgenden RRR TV Party genannt) basiert dabei auf demselben Rezept wie seine Vorgänger. Als Grundzutat verschiedenste Minispiele, gewürzt mit schwarzem Humor, garniert durch eine eher beiläufige Hintergrundgeschichte. Mittels einer Invasion der Fernsehsender wollen die Rabbids die Menschheit kontrollieren. Ein hehres Ziel, stellvertretend für die Skurrilität der Langohren. Hinter den TV-Programmen verbergen sich über 50 Spiele für bis zu 8 Spieler. Auch allein ist es natürlich möglich, sich an Disziplinen wie Gnu-Rutschen oder Wrestling mit Klopümpeln zu messen. Neu dabei ist die Möglichkeit, einige der Minispiele neben der Steuerung per Wii-Remote plus Nunchuk auch mit dem durch Wii Fit bekannten Balance Board spielen zu können.

Pädagogische Beurteilung:
Das Spielkonzept ist rasch erklärt. 7 Tage die Woche strahlen die Rabbids ihr TV-Programm aus. An jedem Tag gibt es im zweistündigen Rhythmus verschiedene Sendungen die für die einzelnen Minispiele stehen, welche von einem Spieler ausgesucht werden. Nach jeder Runde entscheidet ein weiteres Spiel oder der Zufall über den nächsten Spielführer. So werden auch schwächere oder weniger dominante Spieler in das Geschehen involviert und dürfen mitentscheiden. In rund der Hälfte der Spiele treten die Spieler gleichzeitig miteinander oder gegeneinander an, die andere Hälfte wird im sogenannten Hot-Seat-Verfahren ausgetragen. Hier kann nur eine Person spielen, die anderen schauen zu, bzw. können den momentanen Hauptspieler beeinflussen. So z.B. beim Gnu-Rennen, wenn die eigentlich passiven Spieler über bestimmte Tasten den Bildschirm mit Schnee verdecken, so dass der Hauptspieler quasi blind fahren muss. Wie gemein.

Apropos zuschauen. Die 3D-Optik der Vorgänger ist nun, dem Fernsehen Tribut zollend, einer Darstellung in 2D gewichen. Die Rabbids scheinen nun noch stärker einem Comic entsprungen zu sein und sind liebevoll in Pop-Art Manier gezeichnet und animiert. Vor allem wirken sie hierdurch aber auch abstrakter und weniger real und bedrohlich. Die Testergruppe konnte sich hierüber jedenfalls sehr amüsieren; ist es sonst gang und gäbe, Zwischensequenzen oder sich wiederholende Einspieler möglichst schnell zu überspringen, verfolgten die Jugendlichen bei RRR TV Party auch zum hundertsten Mal bereits bekannte Animationen ohne sich zu langweilen. Den Humor sollte man hierbei sicherlich nicht außer Acht lassen, doch dazu später mehr.

Das erwähnte übernommene Rezept hat jedoch zur Folge, das auch einige der weniger wohlschmeckenden Zutaten wieder vorhanden sind. Allem voran zu erwähnen sind hier die Steuerung und der Schwierigkeitsgrad. Vor jedem der Minispiele wird eine kurze Einführung samt Tastenbelegung für die kommenden Erfordernisse auf dem Schirm angezeigt. Dennoch war es manchmal keinem der Tester bewusst, für was es Punkte oder Punktabzüge gab, ganz zu schweigen vom eigentlichen Ziel des jeweiligen Spiels. Dies führte teils zu einem "blind auf die Controller drücken und auf das nächste Spiel warten". Auch das Handbuch war in diesen Fällen keine Hilfe. Bei anderen Spielen kam die Frage auf, ob die per Wii-Remote und Nunchuk ausgeführten Bewegungen korrekt abgefragt wurden. So schienen z.B. bei einem Tanzspiel die Bewegungen - die man laut Spiel ausführen sollte - korrekt zu sein, die dafür verteilen Punkte jedoch zeichneten ein gegenteiliges Bild. Gerade bei der Benutzung des Balance Board entstand ein großes Unverständnis über die Anforderungen, so dass es bald wieder zur Seite gelegt wurde. In den meisten Fällen funktionierte die Steuerung aber einwandfrei. Der Schwierigkeitsgrad jedoch ist ungeachtet dieser Probleme immer noch hoch. Dem Spieler wird hinsichtlich Koordinationsfähigkeit und Körperbeherrschung, Reflexe und Schnelligkeit einiges abverlangt. Teils zu viel für jüngere Spieler unter 10 Jahren. Im Zusammenhang mit der Unklarheit über die Spielanforderungen können sich so über kurz oder lang Frustmomente einstellen, welche erst von älteren Spielern ohne nachhaltige Problematiken verarbeitet werden können.  

Eines der Hauptmerkmale ist sicherlich der Humor, der sich durch sämtliche "Raving Rabbids"-Teile zieht. In RRR TV Party wird das gesamte Spektrum der Popkultur durch den Kakao gezogen. "Germanys Next Topmodel" wird zu Fashion Victims und "Top of the Pops" zu Top of the Flops degradiert. Egal ob Ipod, Werbung, Star Wars oder andere Computerspiele wie Frogger oder Trackmania - vor nichts machen die Rabbids halt. Dieser Humor ist jedoch, wie schon im Bericht zum ersten Rayman Raving Rabbids beschrieben, für jüngere Spieler nur bedingt geeignet. Zu verstörend und überfordernd können die panischen Schreie und Gesten der in Realität ach so niedlichen Hasen wirken. Innerhalb der Testergruppe des Bürgerzentrum Deutz, welche sich aus Jugendlichen zwischen 12 und 16 zusammensetzt, konnte der Humor jedoch punkten. Die klare Überzeichnung der Hasen wurde erkannt und trug stark zum Spielspaß bei. Die jüngeren Spieler erfreuten sich dabei am reinen Aussehen und Gebären der Rabbids, während den Älteren vornehmlich die Ironie ins Auge sprang und ein Schmunzeln auf die Lippen warf. So schaffte es RRR TV Party z.B. auch als eines der wenigen Spiele, alle Spieler der Testergruppe aus verschiedenen Altersklassen, samt des Schreibers dieser Zeilen, in kürzester Zeit auf einem Sofa zusammenzuführen, um dem Treiben der Hasen beizuwohnen. 

Fazit:
RRR TV Party bietet vor allem als Mehrspielertitel Jugendlichen ab 10 Jahren wie auch Erwachsenen ein sehr unterhaltsames Repertoire unterschiedlichster Couleur. Rennspiele, Denkspiele, Musikspiele, usw. - alles unter der Regie der amoklaufenden Hasen. Jene Hasen sowie die teils überzogenen, teils subtilen Anspielungen auf moderne Medienkultur müssen nur verstanden und geschätzt zu wissen werden. Dann können auch der hohe Schwierigkeitsgrad und die in der Qualität schwankende Steuerung den Spielspaß nicht trüben.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass