Sins of a Solar Empire

Genre
Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Midway Games GmbH
Erscheinungsjahr
2008.02
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Echtzeit-Strategie-Spiel mit hohem Komplexitätsgrad und ansprechender Graphik.
Gruppenleiter
Benjamin Liersch
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Phasensprung wurde initiiert, bereit zum Angriff". "Sins of a Solar Empire" (im Folgenden SE genannt) ist ein Echtzeit-Strategie-Spiel in den Tiefen der Galaxie. Drei unterschiedliche Völker kämpfen um die Vorherrschaft. Planeten werden besiedelt, rohstoffreiche Meteoriten ausgebeutet und gigantische Raumschiffflotten treffen aufeinander. Der Spieler sieht sich vielfältigen Aufgaben gegenübergestellt, muss zum Beispiel Handel auf dem Schwarzmarkt betreiben, Forschungsaufträge erteilen und diplomatische Beziehungen zu den anderen Völkern pflegen. Die Entscheidungen die der Spieler treffen muss, reichen von der Steuerung kleiner Aufklärungsschiffe bis hin zum Schmieden mächtiger Allianzen. Analog verhält es sich mit der Ansicht die der Spieler auf sein Imperium hat: Mit der Maus lässt sich die Kamera beliebig schwenken und zoomen (von detailreichen Kristallstrukturen auf Meteoren bis hin zur Gesamtansicht des bereits bekannten Weltraums). Nett: Die Sonnen in den diversen Systeme erstrahlen in verschieden Farben. 

Pädagogische Beurteilung:
SE braucht Zeit. Wer die Lust hat, sich in Ruhe und möglichst alleine in die komplexe Welt von SE einzuarbeiten, wer Spaß an vielfältigen Spielaufgaben hat und wer sich in der Science-Fiction-Welt zuhause fühlt, dem bietet das Spiel viele Möglichkeiten. Leider haben diese Bedingungen den Rahmen unserer Testergruppe gesprengt. In unserer Einrichtung stehen nebeneinander mehrere PCs, an denen parallel verschiedene Spiele getestet werden. Eine störungsfreie, ruhige Atmosphäre ist hier also nur schwer zu realisieren. Dementsprechend fiel es unseren Testern nicht leicht, mit dem Spiel warm zu werden und die vielen Möglichkeiten schätzen zu lernen. 

Grundsätzlich bietet SE dem Spieler einen didaktisch durchdachten Einstieg ins Spielgeschehen. Gleich vier Tutorien (zum Beispiel: "Grundwissen Spielablauf” und "Fortgeschrittene Logistik”) erklären Schritt für Schritt wie SE gespielt wird. Dies passiert genretypisch mit Tastatur und Maus, wobei die Tastatur eine untergeordnete Rolle einnimmt. Ohne die Tutorien absolviert zu haben, werden viele jedoch Probleme bekommen den Überblick über das Spiel zu behalten und ihre Einheiten effektiv zu steuern.

Graphik und Sound unterstreichen die Science-Fiction-Atmosphäre eindrucksvoll. Nimmt der Spieler zum Beispiel Planeten, Raumschiffe genau unter Lupe, lassen sich darauf Infrastukturen und an den Raumschiffen bewegliche Elemente entdecken. Die Explosionen sind schön animiert und gerade große Schiffe detailverliebt dargestellt. Die musikalische Untermalung passt sich dem Spielgeschehen an und lässt beispielsweise Militärmärsche bei Gefechten erschallen. Desweiteren geben die angewählten Einheiten Rückmeldung sobald sie einen Befehl bekommen haben.

SE ist ein Strategiespiel in Echtzeit, das heißt, dass die einzelnen Spielparteien gleichzeitig ihre Befehle geben können, anstatt dies abwechselnd zu tun, wie in rundenbasierenden Strategiespielen. In Letzteren kann sich der Spieler meist beliebig viel Zeit nehmen bevor er die neue Runde einleitet. Bei Echtzeit-Strategie-Spielen kann dementsprechend leicht Hektik aufkommen – aber auch langwierige Wartephasen am Anfang des Spiels. Die Tester kritisierten in diesem Zusammenhang, dass SE auch im Einspieler-Modus keine Möglichkeit bietet, den Zeitablauf zu beschleunigen oder zu verlangsamen.

Auf jüngere Spieler kann die Komplexität von SE eine abschreckende und demotivierende Wirkung haben, weswegen wir dieses Spiel für Jugendliche ab 14 Jahren empfehlen. Die große Menge an Bedienelementen, Symbolen und Menüs wirkt auf den ersten – und auch zweiten - Blick etwas verwirrend und zum Teil erschlagend. Zudem dürfte der verwendete Wortschatz der in SE verwendet wird jüngeren Spielern zum Teil nicht bekannt sein (Beispiele: "offerieren” oder "Ballistik”).

Zwar ist es fraglich, ob SE einen Anknüpfungspunkt für pädagogisches Arbeiten, beispielsweise in Form eines Projektes, bietet, Jugendliche können jedoch ihr strategisches Denken und ihre Planungsfertigkeiten erproben. Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen, wo es ausschließlich um Truppenaufbau und Vernichtung des Gegners geht, kommt bei SE nämlich auch Diplomatie zum Einsatz. Die dargestellte Gewalt, zum Beispiel beim Zerstören gegnerischer Schiffe, kann Jugendlichen ab 12 Jahren bedenkenlos zugemutet werden. 

Fazit:
"Sins of a Solar Empire" spielt sich zwar wie jedes andere Strategiespiel, ist aber in den Möglichkeiten die der Spieler hat wesentlich komplexer. Jugendliche ab 14, die sich auf das Spiel einlassen und den ersten Frust überwinden, können mit SE viele Stunden Spielspaß haben.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass