Shaun White Snowboarding

Genre
Sport
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2008.11
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Mittelmäßiges Snowboardspiel
Gruppenleiter
Max Fischer
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Atemberaubende Berglandschaften. Butterweiche, tiefschneebedeckte Hänge. Waghalsige Abfahrten. Überdimensionale Sprungschanzen und endlose Rails. Das ist die Welt von Shaun White Snowboarding, dem neuesten Wintersporttitel aus dem Hause Ubisoft. Um den Anspruch des Titels als neue Referenz im Funsportsegment zu untermauern wurde mit Shaun White, seinerseits im zarten Alter 22 Jahren schon erfolgreichster Snowboardprofi aller Zeiten und mit eigener Kollektion beim Modelabel Burton, als Namensgeber schon im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel gerührt. Da das Release des letzten Snowboardtitel für Next-Gen-Konsolen mit "Amped 3" auf Xbox 360 mittlerweile 3 Jahre zurückliegt, kann mit Spannung erwartet werden, ob Shaun White Snowboarding das Potenzial besitzt um gemütliche Winterabende vor der Konsole zu bereichern.
Der Spieler übernimmt die Rolle eines ambitionierten, jungen Snowboarders, dessen Aufgabe darin besteht, unterschiedliche Herausforderungen zu bestehen um einerseits verschlüsselte Aspekte des Spiels freizuschalten und andererseits Geld für neue coole Klamotten (natürlich allesamt von Burton) und bessere Boards zu verdienen. Die Herausforderungen erstrecken sich von Freestylechallenges, in denen mit spektukären Sprüngen und Grinds in einer vorgegeben Zeit eine möglichst hohe Punktzahl erreicht werden muss, über BigAirCompetitions, bei welchen die Wertung eines einzelnen Sprungs entscheidend für Erfolg oder Misserfolg ist, bis zu Rennen gegen andere Snowboarder: den sogenannten "Death Races".
Um die unterschiedlichen Challenges in Angriff zu nehmen, stehen dem Spieler vier umfangreiche, frei befahrbare Areale in Alaska, den USA, Japan und Europa zur Verfügung. Die völlige Bewegungsfreiheit in der virtuellen Bergwelt ist ein absolutes Novum und lädt zum freien Boarden nach Lust und Laune ein.
     
Pädagogische Beurteilung:
Nach einem atmosphärisch inszenierten Intro, welches erste, optisch hochwertig aufbereitete Eindrücke der umfangreichen virtuellen Bergwelt liefert, wird durch ein Tutorial in die Steuerung des Games eingeführt. Leider richtet sich diese Einführung nicht nach der erfolgreichen Bewältigung der gegebenen Aufgaben, sondern wird ab einem gewissen Punkt unabhängig vom Lernfortschritt des Spielers einfach fortgesetzt. Das führte in der Spieletestergruppe dazu, dass für das Weiterkommen relevante Aspekte der Steuerung teilweise komplett an den Jugenlichen vorüber gingen.
Unabhängig von diesem Makel in der Einführung kann die Steuerung des Snowboarders auf den ersten Blick als durchaus gelungen angesehen werden. Die einfache, nicht zu komplexe Tastenbelegung besitzt einen sehr intuitiven Charakter und ließ die Tester schon nach kurzer Spieldauer einfache Sprünge ausführen. Ein Tester fasste treffend zusammen, dass "sich das Spiel einfach steuern lässt. Deswegen ist man schnell drin im Geschehen." Allerdings reagiert der Snowboarder auf Richtungsänderungen extrem empfindlich, so dass es schon ein gewisses Maß an Geschick und Geduld erfordert die unzähligen Sprungschanzen und Rails zu treffen um mit Trickkombinationen eine hohe Punktzahl zu erreichen. Aufgrund dieser Tatsache kam ein Tester (13) zu dem Schluss, dass "Shaun White Snowboarding für ältere Spieler sicher gut ist, für jüngere und unerfahrene allerdings ungeeignet."
Den Kern des Spiels bildet der Einspielermodus, welcher auf eine fortschreitende Verbesserung der Fähigkeiten und des Ansehens des selbst erstellten Charakters hinausläuft. Eine Alternative bietet die Möglichkeit online an sogenannten Sessions mit Boardern aus aller Welt teilzunehmen, um sich durch speziell auf diese Funktion zugeschnittene Herausforderungen zu messen. Einen Zweispielermodus bietet das Spiel leider nicht. Dieser Umstand stieß in der Spieletestergruppe auf Unverständnis. So wünschte sich ein Spieler (12) "direkt mit meinen Kumpels an einer Konsole zu zocken. Dabei kann man sich auch noch unterhalten." Tatsächlich birgt der einsetzende Trend zum ausschließlichen gemeinsamen Spielen über Internet die Gefahr, dass der kommunikative Aspekt des Zocken an einer Konsole vollständig abhanden kommt.  
Grafisch sticht Shaun White Snowboarding vor allem durch die schier endlose Weitsicht heraus, die erfahrene Zocker an den ebenfalls bei Ubisoft erschienen Titel "Assassins Creed" erinnern dürfte. Tatsächlich wurden große Teile der Grafikengine des mittelalterlichen Erfolgsepos übernommen, was den Effekt hat, dass man von den höchsten Bergwipfeln die angrenzenden Täler und Bergpanoramen erkennen kann. Allerdings wirkt die Ausgestaltung der vier monströsen Skigebiete, eine Abfahrt vom Gipfel bis ins Tal kann bis zu 20 Minuten in Anspruch nehmen, an einigen Stellen arg lieblos. Regionale Unterschiede werden beispielsweise in Japan nur durch Schilder mit asiatischen Schriftzeichen angedeutet. Objekte wie Sprungschanzen und Rails wirken häufig deplatziert und vermitteln den Anschein von Fremdkörpern in der ansonsten schön gestalteten Umgebung. Des weiteren stören häufige Pop-Ups in Form von plötzlich auftauchenden Bäumen oder Schatten den optischen Gesamteindruck. In Zeiten von wahren Grafikfeuerwerken in edler High-Definition-Optik ist dies nicht mehr zeitgemäß.
Während man anfangs noch häufig der Versuchung erliegt die riesigen Areale mit entspanntem Freeriding zu erkunden, wird man sich früher oder später den Herausforderungen stellen müssen um den Spielfortschritt voran zu treiben. Diese befinden sich in Form von gekennzeichneten Startpunkten auf und abseits der Pisten und können per Tastendruck wahlweise aktiviert oder abgelehnt werden. Bei der Suche nach den Challenges hilft ein kleines Radar am unteren Bildschirmrand, welches allerdings den Spieler eher verwirrt als ihm zu helfen, da alle Objekte gleichzeitig ohne Abstufungen bezüglich der verschiedenen Distanzen zum Zielpunkt angezeigt werden. Wie schon die Streckengestaltung bieten die Herausforderungen wenig Abwechselung und unterscheiden sich mit fortschreitender Spieldauer nur in ihrer Schwierigkeit. Ein Spieletester (12) bemerkte treffend, dass "die Aufgaben sich eigentlich gar nicht voneinander unterscheiden. Ob man jetzt in Japan oder Alaska fährt, es ist immer das Gleiche." Einzig die sogenannten "Death Races" sorgten für einen hohen Spielspaßfaktor in der Testergruppe. Hierbei geht es in erster Linie darum, in einem Rennen gegen sieben andere Snowboarder als Erster die Ziellinie zu überqueren. Neben der Suche nach der schnellsten Linie kann der Spieler seine Konkurrenten mit gezielten Schneeballwürfen kurzzeitg außer Gefecht setzen um den Sieg davon zu tragen. Ein Jugendlicher (12) attestierte diesem Modus einen "hohen Spielspaßfaktor! Schneeballkämpfe gegen andere sind eine coole Idee." Leider bietet das Spiel viel zu wenige wirklich innovative Ideen. Das hat den Effekt, dass man sich 90 % der Spielzeit im immer gleichen Trott zwischen den abwechselungsarmen Wettkämpfen und dem Ausgeben des verdienten Geldes für neue Klamotten und Boards befindet. Eine Story wird zwar angedeutet, erschöpft sich allerdings nach kurzer Zeit in den miserabel synchronisierten Videosequenzen selber. 
Der Sound bietet eine willkommene Abwechslung zum teils tristen Spielgeschehen. Über das digitale Steuerkreuz des Gamepads kann ein virtueller Mp3-Player bedient werden, der aus einem großen Repertoire aus indie- und rocklastiger Songs schöpft und so für eine passende musikalische Untermalung des Spiels sorgt. Leider einer der wenigen guten Aspekte eines ansonsten sehr mittelmäßigen Spielerlebnisses.
   
Fazit:
"Shaun Wight Snowboarding" besitzt durch das Novum einer absolut frei befahrbaren Bergwelt zweifelsohne das Potenzial eines Referenztitels. Umso trauriger ist der Umstand, dass die dieses Potenzial durch mangelnde Spieltiefe nicht konsequent genutzt wird. Die eintönigen Herausforderungen, die ideenlose Streckengestaltung und der fehlende Zweispielermodus führen letzendlich dazu, dass das Game über eine durchschnittliche Bewertung nicht hinaus kommt. Daran vermag auch der gelungene Soundtrack nichts zu ändern.
Das Spiel beinhaltet keine bedenklichen Inhalte, ist aber durch den relativ hohen Schwierigkeitsgrad erst für Kinder ab 10 Jahren zu empfehlen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass