Beijing 2008

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Sega
Erscheinungsjahr
2008.06
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Playstation 3
Kurzbewertung
Enttäuschendes Olympiaspiel mit mangelhafter Steuerung
Gruppenleiter
Max Fischer
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Pünktlich zum Beginn der olympischen Sommerspiele 2008 in Peking belieferte Softwarehersteller Sega die sportspielverrückte Zockergemeinde mit neuem Stoff. Neben der offiziellen Olympializenz und den dazugehörigen originalgetreu nachempfundenen Wettkampfstätten, möchte Sega mit nicht weniger als 38 spielbaren Disziplinen den einzigartigen olympische Flair in die Wohnzimmer transportieren. Die obligatorischen Leichtathletik- und Schwimmwettkämpfen wurden durch exotische Sportarten wie Tontaubenschießen, Kajakfahren und das in China sehr populäre Tischtennis ergänzt. Dem Spieler wird die Möglichkeit gegeben sich mit bis drei Freunden auf die Jagd nach den heiß begehrten Medaillen zu begeben. Wem das noch nicht genug ist, dem steht noch der Online-Modus zur Verfügung, welcher versierten Spielern olympiagetreu die Tür zu internationalen Wettkämpfen öffnet.
"Beijing 2008" beinhaltet drei unterschiedliche Spielmodi: Im Trainingsmodus kann der Spieler an seinen Fähigkeiten feilen. Der Wettkampfmodus verschafft dem virtuellen Athleten die Möglichkeit, sich entweder in einer Disziplin mit dem Computer oder mit Freunden zu messen. Beim Olympiamodus werden schließlich alle 38 Disziplinen der Reihe nach durchlaufen, um so ein olympisches Turnier zu simulieren.
Die Aufgabe des Spielers ist wie bei Sportspielen üblich die Gegner zu schlagen und möglichst viele Weltrekorde aufzustellen.

Pädagogische Beurteilung:
Der Einstieg ins Spiel verläuft weitestgehend unkompliziert. Die Steuerung der einzelnen Disziplinen kann entweder aus dem beiliegenden Handbuch entnommen werden, oder dem Spieler wird die Möglichkeit gegeben, sich vor den einzelnen Sportarten kurze Videosequenzen zur Erläuterung des Gameplays anzuschauen. Leider ist die Steuerung des Spiels als vollständig misslungen anzusehen. Wer erwartet, dass sich die Entwickler von Sega einmal Gedanken über die Weiterentwicklung der Steuerung von Leichtathletikspielen gemacht haben wird hier auf bitterste enttäuscht. Achtzig Prozent der Disziplinen laufen aus dem schon aus der "International Track & Field"-Serie bekannten Buttondashing
ab. Das bedeutet, dass derjenige Spieler gewinnt, dem es am schnellsten gelingt zwei Tasten hintereinander zu drücken. Dabei ist es nicht von Belang, ob es sich bei den Disziplinen um einen 200-Meter-Lauf oder um 100-Meter-Freistilschwimmen handelt. Die anderen zwanzig Prozent sind entweder eine Kombination aus dem angesprochenen Buttondashing (Speerwerfen, Weitsprung) und anderen Knöpfen oder geradezu unspielbar (Kajakfahren). Dieser Umstand sorgte auch in der Spieletestergruppe für durchweg schlechte Kritiken. Ein Spieler (12) ärgerte sich über "die viel zu frickelige Steuerung", einem anderen Tester (13) stieß auf, dass es "zu wenig Abwechselung bei der Steuerung" gebe. Da hätte Sega vielleicht auf die ein oder andere der zahlreichen Disziplinen verzichten können, um sich mehr auf das spielerische Feintuning zu fokussieren. Dieses geht dem Titel nämlich zweifelsohne ab.
Aus den genannten Gründen ist "Beijing 2008" für absolute Sportspielneulinge nicht zu empfehlen. Dieser Eindruck bestätigte sich auch in der Spieletestergruppe, in welcher die Spieler mit mangelnder Vorerfahrung als erstes das Gamepad frustriert zur Seite legten. Spieler mit genug Vorkenntnissen können dagegen durchaus an einigen wenigen Disziplinen Gefallen finden.

Beijing 2008 als völligen Schuss in den Ofen abzustempeln würde dem Spiel allerdings nicht gerecht werden. Ein Höhepunkt des Spiels ist nämlich zweifelsohne die grafische Umsetzung der originalgetreuen Olympiasportstätten. Die Tester erkannten auf Anhieb das "National Aquatics Center", in welchem die olympischen Schwimmwettbewerbe stattfanden. Dessen charakteristisch wabenförmiges Dach ist grafisch hervorragend dargestellt und spiegelt sich sogar während der Wettkämpfe im Wasser. 
Das sorgte in der Spieletestergruppe für einen hohen Wiedererkennungswert. Ein Tester (12) bemerkte passend, dass "es sich anfühlt, als wäre man selber bei Olympia dabei." Allerdings wünschte sich auch ein Tester (12) "einmal mit Usain Bolt den 100-Meter-Weltrekord zu laufen." Leider kann Sega nicht mit Lizenzen einiger Originalathleten aufwarten, was sicherlich Realitätsnähe und den Lebensweltbezug für die Jugendlichen noch erhöht hätte.
Die Soundkulisse kann den guten grafischen Gesamteindruck des Titels nicht bestätigen. Die akustische Umsetzung der Zuschauermenge gleicht eher einem hohlen Rauschen als einer sporteuphorisierten Zuschauermenge. Die Hintergrundmusik ist so eintönig, dass das Prädikat langweilig schon maßlos überbewertet wäre und ein besonderes "Schmankerl" haben sich die Entwickler beim Kommentator ausgedacht. Obwohl im Hauptmenü die Option der deutschen Sprachausgabe anwählbar ist, verharrt der Sprecher durchgehend im englischen, was vor allem für Kinder mit wenig Fremdsprachenkenntnissen ein Ärgernis darstellen könnte.


Fazit:
Bei "Beijing 2008" wird man den Eindruck nicht los, dass riesiges Potential, welches nicht zuletzt durch die verwendete Originallizenz und die große Strahlkraft eines Megaevents wie den olympischen Spielen vorhanden ist, durch mangelnde Kreativität und schludrige Programmierung mit Füßen getreten wurde. Als größter Schwachpunkt des Spiels ist sicherlich die eintönige und teilweise viel zu frickelige Steuerung anzusehen. Diesen spielspaßhemmenden Faktor können selbst die gute grafische Präsentation und die schöne Umsetzung der olympischen Originalschauplätze nicht vergessen machen. Spieler mit wenig Erfahrung und noch weniger Geduld sollten um diesen Titel einen großen Bogen machen. Einzig für sportverrückte Spieler mit einer Schwäche für das olympische Flair und einer gehörigen Portion Spielerfahrung ist dieser Titel zu empfehlen. Sollte beides vorhanden sollte das Spiel für Kinder ab 8 Jahren keine Hürde darstellen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass