Midnight Club: Los Angeles

Genre
Rennspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Rockstar Games
Erscheinungsjahr
2008.10
Systeme
Playstation 3, Xbox 360, Playstation Portable
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Rasantes Streetracing in der Stadt der Engel
Gruppenleiter
Benjamin Liersch
Bürgerzentrum Deutz
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Spielbeschreibung:
Angefangen hat wohl alles mit dem Film "The Fast and the Furious": Junge Erwachsene tunen ihre Autos und verabreden sich zu illegalen Autorennen, sogenanntem Streetracing, mitten in der Großstadt. In dem Videospiel "Midnight Club: Los Angeles" (im Folgenden MCLA genannt) kann der Spieler an solchen Rennen teilhaben und muss sich in der Szene einen Ruf erarbeiten. Diesen erlangt er natürlich in dem er möglichst viele Rennen gewinnt. Jedoch keine Autorennen im herkömmlichen Sinne. Festgelegt sind oftmals nur Start- und Zielpunkt. Den Weg dazwischen kann der Spieler selbst wählen. Wenn der kürzeste Weg durch ein Kaufhaus oder eine Parkanlage führt sollte der Spieler nicht zögern - jede Abkürzung kann die entscheidenden Sekunden Vorsprung bedeuten. 
Durch die Erfolge bei diesen Wettkämpfen lässt sich jedoch auch jede Menge Geld verdienen und damit erhält der Spieler auch Zugang zu den besseren Fahrzeugen und dem ausgeklügelten Tuning-Equipment. 
Bei so viel Spaß fehlen natürlich auch die Spielverderber nicht: die Polizei. Und dieser sollte man möglichst nicht in die Arme laufen. 

Pädagogische Bewertung:
"Midnight Club: Los Angeles" ist ein Rennspiel und stellt den Spieler demzufolge in puncto Komplexität nicht vor unlösbare Aufgaben. Auch unsere Tester hatten beim Einstieg ins Spiel keine Probleme und kamen mit der Gamepad-Steuerung (Xbox 360) gut zurecht. Einer der jugendlichen Tester (15) kritisierte jedoch die hohe Spielgeschwindigkeit, die starken Computergegner und den daraus resultierenden Schwierigkeitsgrad. Doch es ist nicht nur die Geschwindigkeit die dem Spieler eine hohe Konzentration abverlangt. Dadurch, dass viele der Rennen innerhalb des normalen Straßenverkehrs vollzogen werden, muss der Spieler jederzeit mit Gegenverkehr und kreuzendem Verkehr rechnen.

Die Spielgrafik konnte unsere jugendlichen Tester begeistern. Diese sei "sehr detailliert" und die Umgebung sei "einer echten Stadt nachempfunden" (Tester, 14). In der Tat handelt es sich bei MCLA um eine recht belebte Umwelt: Fußgänger laufen umher, viele andere Fahrzeuge nutzen die Straßen, Ampeln regeln den Verkehr und vieles mehr. Auch kleinere grafische Details wurden von den Testern positiv hervorgehoben, beispielsweise, dass an den Händen des Fahrers Adern zu sehen waren (Tester, 13). Die Zwischensequenzen von MCLA hatten laut unserer Tester den Vorteil, dass die Dialoge witzig gewesen seien und eine passende Atmosphäre aufgebaut würde. Als nachteilig empfanden unsere Tester jedoch, dass die Zwischensequenzen sich nicht abbrechen ließen und man ggf. direkt zum Autorennen übergehen konnte. 

Die Tester störten sich ebenfalls an der häufige Wiederholung der Liedstücke als Hintergrundmusik ("Es kamen immer die gleichen Lieder – ständig in der selben Reihenfolge", Tester 14). Sie waren sich auch darin einig, dass die musikalische Untermalung nur wenig zur Atmosphäre beigetragen habe – ein schwer nachvollziehbarer Kritikpunkt, denn die verwendete Rap- und Metal-Musik passt ganz gut ins Untergrund-Klischee.

"Besonderen Spaß haben mir die Polizeiverfolgungen durch die Gassen gemacht", äußerte ein jugendlicher Tester (13), die Rennen hingegen hätten ihn "schnell gelangweilt". Ähnlich äußerte sich ein weiterer Tester (14). Offensichtlich reichte die schicke Grafik und die "düstere Gangster-Atmosphäre" (Tester, 13) wohl nicht aus, um unsere Tester für das Streetracing-Spiel zu gewinnen. Die jugendlichen Tester hatten sich allerdings auch nicht genügend lange mit dem Spiel auseinandergesetzt, um die Möglichkeiten des Spiels auszuschöpfen. So wurde beispielsweise der integrierte Online-Modus (XBox live) in unserer Gruppe nicht getestet.

Aus pädagogischer Sicht ist diesem Spiel leider nur wenig abzugewinnen. Als eine der transportierten Normen steht wohl an erster Stelle die Rücksichtslosigkeit. Zum anderen stellt sich beim Spielen von MCLA wieder einmal die Frage, wie das Ausblenden von Opferleid auf den Konsumenten wirkt. Rast der Spieler beispielsweise mit über 100 km/h über einen Fußgängerweg, schaffen es trotzdem alle Passanten noch rechtzeitig beiseite zu springen. Auf der einen Seite werden dem Spieler somit viele blutige Szenen erspart (und die Spielemacher eine Indizierung), auf der anderen Seite wird hier jedoch ein völlig unrealistisches Bild von der Wirklichkeit gezeichnet: nämlich das von Passanten mit einer Reaktionszeit von Stubenfliegen. Auch die Verantwortungsverschiebung auf die Passanten, eben dadurch, dass sie die Schwächeren sind, scheint bedenklich. 

Es sei betont, dass man diese Kritikpunkte bei vielen Spielen anbringen könnte und sie keine Besonderheit von MCLA sind. Dennoch gehen wir davon aus, dass das Spiel Jugendlichen ab 12 bedenkenlos zugemutet werden kann. In diesem Alter kann sicher von einer ausgeprägten Fähigkeit Realität und Fiktion zu unterscheiden ausgegangen werden. 

Fazit:
"Midnight Club: Los Angeles" ist ein grafisch hervorragendes und rasantes Rennspiel für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Die 
Besonderheit dieses Spiels ist, dass hier illegale Rennen (in Los Angeles) gefahren werden können. Das Spiel fand in unserer jugendlichen Testergruppe nur mittelmäßigen Anklang.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass