Thrillville - Verrückte Achterbahn

Genre
Simulation
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2007.10
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
PC
Kurzbewertung
Interessante, spannende und abwechslungsreiche Aufbausimulation
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Spielbeschreibung:
Bei "Thrillville – Verrückte Achterbahn", entwickelt von Rollercoaster-Tycoon-Begründer Chris Sawyer und LucasArts, handelt es sich um ein Strategiespiel der Gattung Aufbausimulation. Der Spieler übernimmt hier die Rolle des frisch ernannten Managers des Freizeitparkimperiums seines etwas in die Jahre gekommenen Onkels Mortimer. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dem Imperium neues Leben einzuhauchen, so dass von dem Konkurrenten Globo-Joy keine Gefahr mehr drohen kann. In den fünf Vergnügungsparks mit je drei unterschiedlichen thematischen Bereichen, wie beispielsweise Dinosaurier- und Westernwelt, welche rund hundert Missionen beinhalten, kann der Spieler seine Managerfähigkeiten unter Beweis stellen. Ziel ist es, mit den Parks so viel Erfolg wie möglich zu haben, was bedeutet, jede Menge Punkte sammeln.

Pädagogische Beurteilung:
Die Installation des Spiels ist simpel und deshalb kann es schnell mit dem eigentlichen Spielspaß losgehen. Der Spieler findet sich, wie beschrieben, als frisch gebackener Manager eines Freizeitparkimperiums wieder, dem er zu Beginn bei der Charaktererstellung, auf der Basis von vorgegebenen Figuren, noch den individuellen Schliff verpassen kann. Die kindgerechte Geschichte wird im Laufe des Spiels in Zwischensequenzen immer wieder aufgegriffen und leitet den Spieler so humorvoll durch den gesamten Spielverlauf. Dank der einfachen Hilfestellungen während des Tutorials, wird es dem Spieler ermöglicht die zahlreichen Optionen, die "Thrillville" bietet, gut zu verinnerlichen. Auch die einfache Steuerung, die überwiegend über die Maus und Symbole auf dem Bildschirm funktioniert, unterstützt die unkomplizierte Handhabung.
Die Einfindung in das Spielgeschehen ist folglich sehr schnell und ohne komplexe Anforderungen möglich. Den Spieler erwartet nun der erste der fünf Spielabschnitte, welcher jeweils 25 zu erfüllende Missionen beinhaltet. Je nach Erfolg, mit dem er die Missionen absolviert, werden dem Spieler die Bronze-, Silber- beziehungsweise Goldmedaille verliehen und der Zugang zum nächsten Themenpark ermöglicht.
Es ist ist keinesfalls geschlechtsabhängig, ob "Thrilleville" zu gefallen weiß oder nicht. Weibliche als auch männliche Spieler können nicht nur dank der anfänglichen Charakterwahlmöglichkeiten jede Menge Spaß mit diesem Spiel haben. Als besonders positiven Aspekt erwähnen die meisten Spieler, die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten seinem Erfinderreichtum freien Lauf zu lassen. Zum Beispiel bei der individuellen Erweiterung der rund zehn verschiedenen Achterbahnen.
Bei "Thrillville" kommt es weniger als bei anderen vergleichbaren Spielen dieses Genres auf den Geldgewinn an. Im Mittelpunkt steht hier eher der Punkteerwerb durch die rund hundert Missionen, die der Spieler zu bewältigen hat. Hierbei handelt es sich um kleine Multiplayer-Spiele, die, wie der Name schon sagt, auch mit mehreren Spielern in Angriff genommen werden können. Sie bieten neben dem eigentlichen Spielgeschehen, dem Bau von Freizeitparkattraktionen, eine willkommene Abwechslung. Sie erfreuen durch sehr gute grafische Leistungen. Sie sind wie das gesamte Spiel, sehr kindgerecht gestaltet. Es erwartet den Spieler eine weite Bandbreite an Möglichkeiten: Vom Bauen bis hin zur Wartung der erbauten Geräte, dem Geschäftlichen, wie beispielsweise das Personaltraining, zum Kontakt zu den Besuchern des eigenen Parks. Aufgaben wie Müllbeseitigung mit einem Hochdruckreiniger (der an die Gespensterbeseitigungsgeräre aus dem Film "Ghostbusters" erinnert) oder weitläufig beliebte Puzzle-Quiz sind hier auch wieder zu finden. Diese Minispiele können im Hauptmenü nach Wunsch direkt und immer wieder angewählt werden. Der gerade erwähnte Kontakt zu den Besuchern ist sehr wichtig und nicht nur im Verlauf der Minispiele sondern auch sonst stets möglich. Auf diesem Weg kann und sollte der Spieler sich über das Befinden der Parkbesucher informieren. Ein kurzer Plausch kann viel über die Beliebtheit der Attraktionen verraten. Damit der Park möglichst gut bei den Gästen ankommt, muss der Spieler natürlich nicht nur für Unterhaltung sorgen, sondern auch auf die Grundbedürfnisse der Besucher eingehen. Verpflegung zu angemessenen Preisen, genügend Toiletten und die Sauberkeit des Parks sollte stets gewährleistet sein.
Um seinen Erfolg immer im Blick haben zu können, besteht für den Spieler außerdem die Möglichkeit sich Statistiken über seinen Park im Hauptmenü anzusehen.
Sehr unterstützend sind die Hilfestellungen, die der Spieler sich jeder Zeit über den "Hilfe-Button" holen kann. "Wenn man mal nicht weiter weiß, ist das nicht schlimm, hier bekommt man immer Tipps!" (Philipp, 12 Jahre)
Den Höhepunkt stellte für jeden der Spieletester das Erbauen der eigenen Achterbahnen dar. Je mehr Punkte man gesammelt hat, desto mehr Auswahlmöglichkeiten werden dem Spieler bezüglich der Highlights der Achterbahnen geboten. Von Loopings über Feuerringe zu Mauern, die durchfahren werden. 
Eine sehr beliebte Option bei den Spieletestern (12-13 Jahre) war die Möglichkeit, die gebauten Achterbahnen selber testen zu können. Dem Spieler steht es frei in seinen Bahnen nach Erbauen oder auch zwischendurch selber mitzufahren. Dank der ausgesprochen guten Grafik, bekommt man schnell den Eindruck man säße wirklich auf der Achterbahn. "Wow, das ist ja wie in Wirklichkeit! Mir wird gleich schwindelig!" (Lisa, 12 Jahre)
Es wird schnell klar, dass der Fokus bei "Thrillville" auf dem Manager liegt. Er muss die Missionen erfüllen, wobei er jedoch nicht unter Zeitdruck steht. Er sollte lediglich darauf achten erfolgreich genug zu sein, damit keine Gefahr von der Konkurrenz droht. Auch sollte er im steten Austausch mit den Gästen stehen und kann, wie gerade beschrieben, seine Attraktionen immer auch selber testen. Der fehlende Zeitdruck ist vor allem für jüngere Spieler förderlich, die sich oft von ähnlich gelagerten Wirtschaftssimulationen überfordert fühlen.
Das gesamte Spiel bietet eine große optische Vielfalt. Lebensnahe Situationen (wie das Erbrechen von Besuchern nach einer Fahrt in einer kurvenreichen Achterbahn oder das Flirten mit Gästen) lassen das Spielgeschehen noch authentischer wirken. 
Positiv zu bemerken ist auch, dass "Thrillville" eine gute deutsche Sprachausgabe zu bieten hat. Der Sound ist ebenfalls von vergleichsweise guter Qualität. Er wird vor allem durch das Freizeitpark-Radio ausgemacht, welches den Spieler durch das gesamte Spiel geleitet. Es spielt eine Palette von bekannten Liedern ab und macht die Besucher auf neue Attraktionen aufmerksam.
Als vorteilhaft wurde von der Spieletestergruppe außerdem angesehen, dass man, um seine Attraktionen begutachten beziehungsweise testen zu können, nicht zu Fu゚ den gesamten Park durchqueren muss, sondern im Menü die Möglichkeit hat, sie in Sekundenschnelle über die Karte erreichen zu können. Man kann sich quasi von einem Ende zum anderen "beamen".
Zum Erlangen der ersehnten Punkte ist zu sagen, dass dies durch viele verschiedene Aktivitäten möglich ist. Nahezu überall lassen sich Punkte sammeln. Sei es durch den Bau einer erfolgreichen Achterbahn, das siegreiche Absolvieren einer Mission oder den freundlichen Kontakt zum Kunden.
Nach der Beendigung einer Mission hat der Spieler von Thrillville die Gelegenheit sich entweder gleich auf die nächste Mission zu begeben und einem weiteren Park, mit einem anderen Thema, neues Leben einzuhauchen, oder sich erst einmal in aller Ruhe sein Werk anzuschauen und sich im Park auszutoben. 


Fazit:
"Thrillville" ist alles in Allem sehr kinderfreundlich, der Alterseinstufung der USK gerecht, gestaltet. Kreativität und Freundlichkeit im Spiel wird belohnt und dem Spieler werden viele Möglichkeiten geboten, sich altersgerecht zu unterhalten beziehungsweise unterhalten zu lassen.
Besonders die Grafik und die vielen Möglichkeiten des Achterbahnbaus fesseln den Spieler. Allerdings auf Dauer eher jüngere.
Was man bei der Alterseinstufung der USK jedoch beachten sollte, ist der Aspekt dass sechsjährige Kinder dieses Spiel zwar spielen können, es jedoch zweifelhaft ist, ob sie den eigentlichen Sinn- das erfolgreiche Managen des Freizeitparkimperiums, wirklich schon vollständig erfassen können. Spieler ab 10 Jahren dürften den Anforderungen von "Thrilville" eher gerecht werden.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass