Guinness World Record - Das Videospiel

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Warner Brothers Interactive Entertainment
Erscheinungsjahr
2008.10
Systeme
Wii, Nintendo DS
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Bunt, fröhliches Gesellschaftsspiel mit witzigen Rekorden.
Gruppenleiter
Daniel Debray
Bürgerzentrum Deutz
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Spielbeschreibung:
Seit über fünfzig Jahren bekommen Kinder und Erwachsene glänzende Augen, wenn sie auf der Bestseller-Pyramide von Buchläden das meist strahlend verpackte "Guinness Buch der Weltrekorde" sehen. Hier lassen sich atemberaubende und abstruse Rekorde zu gleichen Anteilen finden und versetzen den Leser in Staunen und Augenrollen. Mit der bewegungsorientierten Spielkonsole Wii von Nintendo lassen sich nun dank "Guinness World Records – Das Videospiel” 36 der witzigsten und tatsächlich existierenden Rekorde nachspielen. 
Der Spieler läuft hierbei auf einer Weltkugel von Land zu Land und stellt seine Fähigkeiten bei Rekordversuchen wie "Schaf-Schnell-Schären”, "Waschmaschinen-Weitwurf” und "Sack-Schnell-Hüpfen" auf die Probe. Ziel ist es, den bestehenden Rekord zu brechen und seinen eigenen aufzustellen. Dieser kann dann mit den Mitstreitern im Mehrspieler-Modus oder online verglichen werden.
Ins Schwitzen kommt der Spieler dabei definitiv, da die Rekorde meist durch wildes Herumwirbeln des Wii-Controllers nachgeahmt werden. 

Pädagogische Beurteilung:
Hätte man mir vor vier Wochen erzählt, dass "Guinness World Records – The Videogame" (im Folgenden GWR genannt), mit seiner spielerisch, bunten Aufmachung und den Comicfiguren auf dem Cover, unsere jugendlichen, männlichen Tester mehrere Stunden in seinen Bann ziehen kann, hätte ich das nicht nur nicht geglaubt, sondern auch dagegen gewettet. Normalerweise sind es Attribute wie realistische Graphik, tiefgründige Spielgeschichte und harte Action, die unsere Tester fesseln. Hier waren es die witzigen Ideen, die bunten Spiele und der Reiz, Rekorde aufzustellen. 

Der Spieleinstieg in GWR gelingt mühelos. Nachdem man seine Spielfigur erstellt hat, geht das Kämpfen um die Rekorde direkt los. Auf einer Weltkugel läuft man hierfür von Ort zu Ort, wo dann die insgesamt 36 Disziplinen stattfinden. Jeder Ort bietet drei Disziplinen, die zu Beginn zwar noch nicht alle zugänglich sind, sich jedoch durch das Sammeln von Punkten freischalten lassen. Punkte sammelt der Spieler zum Beispiel durch das Aufstellen von Rekorden.

"Mit der Steuerung bin ich gut klar gekommen, nur das Kabel hat manchmal gestört!" (Tester, 13). GWR steuert sich mit der Wii-Fernbedienung und dem dazugehörigen Minijoystick (Nunchuck), die durch ein Kabel miteinander verbunden sind. Da das Spiel manchmal ziemlich hektisch werden kann, zum Beispiel wenn man durch wildes Rotieren die Tretpedale eines Fahrrads imitiert, ist es verständlich, dass von Zeit zu Zeit das Kabel im Weg ist. Alles in allem konnte die intuitive Steuerung jedoch überzeugen, sei es beim Balancieren über eine Schlucht, oder beim Werfen einer Waschmaschine. 
Spieler unter acht Jahren könnten mit der teils hektischen Steuerung und dem schnellen Gameplay allerdings Probleme bekommen. Da es sich beispielsweise bei einem Großteil der Rekorde um Schnelligkeit dreht, fordert das Spiel gerade beim Antesten und erstmaligen Rekordversuch eine gewisse Frustrationstoleranz vom Spieler.  
"Die Graphik ist kindisch und comicartig, aber das ist auch gut, weil das Spiel so witzig wird!" (Tester, 14). Diesem Urteil über die Spielgraphik konnten sich alle unsere Tester anschließen. GWR verzichtet auf Realismus und detailliert ausgearbeitete Spielwelten. Im Gegensatz dazu unterstreicht das Spiel seine lustige Atmosphäre mit witzig aussehenden Spielfiguren und reizüberflutenden Spielwelten, frei nach dem Moto: "Höher, schneller, besser, weiter!" Außerdem präsentieren sich die verschiedenen Disziplinen sehr kitschig und bunt, was durch die musikalische Untermalung unterstützt wird: "Die Musik passt zur Atmosphäre von GWR und jede Bewegung der Figuren wird mit Sounds hinterlegt." (Tester, 13). Zwar entspricht die Geräuschkulisse nicht immer der Realität, auch dies trägt jedoch zur positiv verrückten Stimmung des Spiels bei.

Mit bis zu vier Spielern lassen sich die Rekorde von GWR aufstellen, schlagen und erobern. Während Einzelspieler meist sehr schnell die voreingestellten Rekorde des Computers geknackt haben, ist es hauptsächlich der Mehrspielermodus, der zum gemeinsamen Weiterspielen motiviert. Es ist wesentlich lustiger, seine Rekorde direkt vergleichen zu können, was auch in unserer Testergruppe großen Anklang fand und die Bestnote in Sachen Spielspaß erklärt: "Der Multiplayer-Modus macht am meisten Spaß, da man sich mit seinen Freunden messen kann und jeder in einer anderen Disziplin der Beste ist!" (Tester, 13). So ließen sich während unserer Testphase nach kurzer Zeit Spezialgebiete der einzelnen Tester erkennen, was den Gedanken des Wettkampfs deutlich antrieb. Bei 36 verschiedenen Rekorden konnte sich jeder unserer Tester etablieren und es wurde verhindert, dass ein Spieler zum Meister aller Klassen aufstieg: "Die Challenges (Herausforderungen) waren abwechslungsreich und jeder konnte etwas anderes besser. Darum konnten wir die verschiedenen Rekorde immer wieder anfechten!" (Tester, 13). Die Option im Internet Rekorde zu vergleichen haben wir zwar nicht genutzt, unsere Tester kamen jedoch zu dem Urteil, dass es mehr Spaß mache gegen bekannte Mitspieler anzutreten.

Obgleich die Rekorde bei GWR im Einzelnen gesehen keinen großen pädagogischen Wert haben ("Esse ein Kleinflugzeug", "Springe mit einem Motorrad über eine Schlucht", "Werfe mit Messern auf eine Drehscheibe mit Mensch", etc...), ist es das Gesamtbild, welches ein Lob verdient. Zwar stehen alle hier nachempfunden Rekorde tatsächlich im Guinness Buch der Weltrekorde, die Ideen sind jedoch zu abstrus, dass man sich über mögliche Nachahmungen der Spieler keine Gedanken machen muss. GWR trägt den Wettkampf auf eine Ebene außerhalb der realen Welt. Andere Renn- und Kampfspiele bringen eventuell mit sich, dass der Spieler den Wettkampf auf das wirkliche Leben projiziert, bei GWR zählt lediglich die Leistung die im Spiel selbst erbracht wird. So ist es völlig egal, wie viel Kraft die Spieler haben, eine Waschmaschine lässt sich hier schon mit einem kleinen gezielten Ruck meterweit werfen.
GWR konnte in unserer Testergruppe viele Stunden zum gemeinsamen Spiel motivieren und auch nach mehrfachem Versuchen der Rekorde noch Spaß machen. Möchte man gezielt pädagogisch mit dem Spiel arbeiten, bietet es sich zum einen an Ranglisten für erbrachte Rekorde zu erstellen. Hier können Medaillen vergeben und besondere Spielereignisse honoriert werden (lustigster Jubel, lautester Beifall, konzentriertester Gesichtsausdruck, etc.). Zum anderen ist es vorstellbar, sich mit der Gruppe zusammen eigenen Rekorde auszudenken und eventuell in die Tat umzusetzen. Das erfordert zwar viel Kreativität und Durchhaltevermögen, wird aber sicherlich sehr großen Spaß bereiten.
Alles in allem bietet GWR viele verschiedene Disziplinen die unsere Tester begeistern konnten und zudem gänzlich auf Gewaltdarstellung und fragliche Inhalte verzichteten. 

Fazit:
"Guinness World Records – Das Videospiel" ist ein Gesellschaftsspiel, für Spieler ab acht Jahren. Mit witzigen Rekorden, bunten Spielwelten und einer gut durchdachten Steuerung motiviert es zum gemeinsamen Spiel und wird dabei nicht langweilig. Spieler unter acht Jahren werden allerdings ihre Schwierigkeiten mit dem schnellen Gameplay und der teils hektischen Steuerung bekommen.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass