FIFA Street 3

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2008.02
Systeme
Playstation 3, Xbox 360, Nintendo DS
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Unkonventioneller Freizeitkick
Gruppenleiter
Max Fischer
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"FIFA Street 3" ist der dritte Ableger einer Sportspielreihe des Softwareentwicklers Electronic Arts. Das Spiel nähert sich dem Thema Fußball nicht mit dem genretypischen Simulationsanspruch, sondern versucht stattdessen mit aufgelockertem Reglement und spielspaßorientierter Steuerung sich von anderen Fußballspielen abzugrenzen. Sogenannter "Streetsoccer" steht hier im Vordergrund, was bedeutet, dass 5 gg. 5 Spieler inklusive Torwart auf einem minimierten Spielfeld mit verkleinerten Toren (ungefähr der Größe eines Handballtors entsprechend) versuchen, den Gegner zu bezwingen. Dabei wird nicht nur die höhere Zahl der geschossenen Tore belohnt. Durch möglichst spektakuläre Fallrückziehertore, Tricks und Finten kann die sogenannte Gamebreakerleiste aufgefüllt werden, welche es dem Spieler ermöglicht kurze Zeit einen Modus auszulösen, der nahezu jeden Schuss zum Torerfolg führen lässt. Die Spielmodi reichen von einfachen Freundschaftsspielen alleine oder mit bis zu drei Freunden an einer Konsole, über einen Online-Modus, der natürlich die Verbindung der Konsole mit dem Internet voraussetzt, bis zu der sogenannten "FIFA Street Challenge". Bei Letztgenanntem ist es die Aufgabe des Spielers sich verschiedenen Herausforderungen zu stellen, welche neue Teams und Spieler frei schalten. Die Herausforderungen variieren in den Spielzielen. So muss der Spieler beispielsweise drei Tore im "Gamebreaker-Modus" erzielen oder einen gewissen Torevorsprung auf den Gegner herausspielen um als Sieger vom Platz zu gehen. Zur Belohnung für bestandene Aufgaben werden neue Mannschaften freigeschaltet, die sich in ihrer Zusammensetzung an spezifischen Fähigkeiten der virtuellen Kicker orientieren. Eine Mannschaft besteht beispielsweise nur aus eleganten Tricksern, ein anderes Team besitzt eine überdurchschnittliche Stärke im Torabschluss. Neben diesen Spezialteams stehen dem Spieler 18 Nationalmannschaften mit 250 lizensierten Spielern zur Verfügung. 
     
Pädagogische Beurteilung:
Am Anfang des Spiels hat der Spieler die Wahl zwischen den o. g. Spielmodi. Wer nicht mit der Steuerung der beiden vorherigen Teile von "FIFA Street" vertraut ist, kann sich entweder optional die Tastenbefehle in den ersten Spielen per Einblendung anzeigen lassen oder auf den Trainingsmodus zurück greifen. Letzterer verschafft Anfängern die Möglichkeit mit einer Mannschaft seiner Wahl ohne Gegner einen Torwart mit Schüssen zu bombardieren. Allerdings kann man diesem Modus nur bedingt einen wirklichen Trainingseffekt zusprechen. Zwar hat man durch das Fehlen der Gegner genügend Zeit ansehnliche Kombinationen und Tricks zu trainieren, eine gut strukturierte Einführung, welche die Steuerung mit aufeinander aufbauenden Übungen gerade Einsteigern näher bringt, kann der Trainingsmodus leider nicht bieten. Ein Spieler (12) äußerte die Idee, dass man "ein Tutorial doch ähnlich wie ein Fußballtraining aufbauen könnte. Mit dem Umdribbeln von Hütchen und gezieltem Torschusstraining." Dieser oder ein ähnlicher Ansatz wäre förderlich, um auch ungeübten Spielern realitätsnah den Einstieg in die oft komplexe Steuerung von Fußballspielen zu ermöglichen.
Die Steuerung des Spiels ist eng an die ebenfalls von Electronic Arts veröffentlichte "FIFA"-Reihe angelehnt. Die Belegungen der Schuss-, Pass- sowie Sprinttaste sind identisch und die Bewegungen der Spieler werden ebenfalls mit dem linken Analogstick koordiniert. Dem rechten Analogstick kommt eine besondere Bedeutung zu. Er ist für viele der im Spiel integrierten Tricks verantwortlich ist. Da jede der acht verschiedenen Bewegungsrichtungen mit einer Aktion belegt ist, kann hier aus einem umfangreichen Repertoire von Tricks und Finten geschöpft werden. Beim Testen mit den Jugendlichen der Spieletestergruppe fiel allerdings auf, das selbst geübte Spieler den Stick größtenteils ziellos hin und her bewegten um möglichst schnell die Gamebreakerleiste aufzuladen und sich damit einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu verschaffen. Dass diese Aktionen größtenteils zum Erfolg führen, hat einerseits die Auswirkung, dass Einsteigern der Weg zu schnellen Erfolgserlebnissen geebnet wird, andererseits dürfte geübten Spielern längerfristig die Motivation zum Weiterspielen abhanden kommen. Ausgenommen von diesem Manko funktioniert die Steuerung sehr gut. Die Spieler setzen die Steuerungsbefehle zuverlässig und direkt um und besonders die Torschüsse hinterlassen ein sehr gut balancierten Eindruck.
"FIFA Street 3" hebt sich von realistischen Fußballsimulationen wie "Pro Evolution Soccer 2009" und "FIFA 09" dadurch ab, dass es den Spielspaß absolut in den Vordergrund zu stellen versucht. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern ist es nicht zwangsläufig von Nöten fußballspezifische Kenntnisse und taktische Finessen ins Spiel einzubringen um Erfolg zu haben. Dieser Umstand kam bei den Jugendlichen sehr gut an. Ein Tester (13) merkte an, dass "die vielen Tricks und das lockere Regelwerk das Spiel lustiger als realistischere Fußballspiele machen." Ein anderer Jugendlicher (12) fühlte sich an "das Kicken mit Kumpels auf der Straße erinnert." In diesem Punkt kann das Spiel durchaus dazu anregen, die ausgefallenen Tricks und die verschiedenen Spielvariationen auch mal mit Freunden auf dem Bolzplatz um die Ecke auszuprobieren. In diesem Punkt scheint der Spielgegenstand "Street Soccer" einen wesentlich höheren Realitätsbezug für die Jugendlichen zu haben als das klassische 11 gegen 11, was sich außerhalb eines Fußballvereins in dieser Form nur selten umsetzen lässt.
Grafisch folgt das Spiel ebenfalls dem Credo: Spielspaß statt Realismus. Die virtuellen Kicker werden im Comicstil mit stark überzeichneten Proportionen dargestellt. Spieler, deren Stärken eher im technischen Bereich liegen verfügen über eine entsprechend filigran anmutende Gestalt. Klassische Abräumer besitzen dagegen eine sehr bullige Statur mit dem entsprechenden mürrischen Gesichtsausdruck. Die Akteure sind allesamt sehr liebevoll animiert und können problemlos ihrem menschlichen Pendant zugeordnet werden. Ebenfalls gut gelungen ist die Darstellung der verschiedenen Spielorte. So kann der Spieler beispielsweise zwischen einer lockeren Runde Beachsoccer an der Copa Cabana und einem Fußballspiel in luftigen Höhen auf einem Wolkenkratzer in Tokio wählen. In diesem Aspekt hat das Spiel zur Vorgängerversion klar zugelegt.
Allerdings hat sich der Titel in einigen Punkten gegenüber "FIFA Street 2" nicht verbessert und teilweise sogar verschlechtert. So kann beispielsweise der Herausfoderungsmodus nicht über längere Zeit zum Weiterspielen motivieren. Der Umfang ist schlichtweg zu gering und sich wiederholenden Aufgaben wirken nach längerer Spieldauer sehr monoton. Ein Spieler (12) vermisste des weiteren die Möglichkeit, mit einem selbst zusammen gestellten Team die Spiele in Angriff zu nehmen. Das Belohnungssystem zeigt mit optional freischaltbaren Fußballlegenden zwar gute Ansätze, hätte aber durch das Erspielen von neuen Bolzplätzen oder erweiterten Tricks noch weitaus besser ausfallen können. Ein Karrieremodus, bei dem der Spieler in der Vorgängerversion noch einen selbst erstellten Charakter zu fußballerischem Ruhm verhelfen konnte, fand leider keinen Weg ins Spiel. Aus diesem Grund hält das Spiel gerade für Einzelspieler wenige Herausforderungen bereit und sorgt dadurch nur für relativ kurzfristigen Spielspaß. Aufgrund der nur minimalen Verbesserung kamen die Tester zu dem Schluss, dass sich eine Anschaffung des Spiels für Leute, die schon "FIFA Street 2" besitzen zum Vollpreis definitiv nicht lohnt.
 
Fazit:
"FIFA Street 3" versucht sich durch seine unkonventionelle Herangehensweise an das Thema Fußball von anderen Spielen dieser Art abzuheben. Nicht das Austüfteln einer perfekten Taktik und das langwierige Einüben ausgeklügelter Spielzüge stehen hier im Vordergrund, sondern der reine Spaß an lockerem "Streetsoccer". Die schön animierte Grafik im Cartoonstil verleihen diesem Anspruch die nötigen Rahmenbedingungen. Leider fehlt dem Spiel die nötige Spieltiefe um als ernsthafter Konkurrent der Platzhirsche "FIFA 09" und "Pro Evolution Soccer 2009" zu gelten. Der spielerischen Anreize sind gerade für Einzelspieler schnell erschöpft und die Steuerung ermöglicht zwar Anfängern einen guten Einstieg, bietet allerdings nicht genügend Möglichkeiten für erfahrenere Spieler. Für Besitzer der Vorgängerversion ist ein Kauf nicht zu empfehlen, da der Umfang des Spiels im Vergleich zu "FIFA Street 2" merklich abgenommen hat. Da das Spiel relativ schnell zu erlernen ist, kann eine Empfehlung für Kinder ab 8 Jahren ausgesprochen werden. Allerdings sollten ansprungsvolle Spieler mit der Erwartung an ein langfristiges Spielvergnügen die Finger von "FIFA Street 3" lassen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass