Disaster - Day of Crisis

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Monolith Software
Erscheinungsjahr
2008.10
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
abwechslungsreiches Action-Adventure
Gruppenleiter
David Dahlmann
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Ray Bryce arbeitet als Rettungsspezialist im Katastrophenschutz. Als eines Tages seine Mithilfe in einem besonderen Fall angefragt wird, holt ihn seine Vergangenheit ein. 
Bei einer Rettungsaktion während eines Vulkanausbruchs war sein bester Freund Steve tödlich verunglückt, wofür sich Ray bis heute zu unrecht die Schuld gibt. Kurz vor seinem Tod gab Steve seinem Freund ein Foto, das ihn zusammen mit seiner Schwester Lisa zeigt. Steves letzter Wunsch war es, dass Ray Lisa helfen sollte, falls sie einmal in Schwierigkeiten stecken sollte.  

Dieser Zeitpunkt scheint jetzt für Ray gekommen zu sein, denn er erfährt, dass Lisa und der Seismologen Professor Davies von der militanten Spezialeinheit Surge entführt worden sind.
Colonol Haynes, der Surge anführt, versucht in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.
Ray macht sich auf um Lisa aus den Klauen der Surge zu befreien. Doch die gut ausgebildeten und bis an die Zähne bewaffneten Söldnertruppen stellen nicht das einzige Hindernis für Ray dar. Eine Reihe von Naturkatastrophen insbesondere Erdbeben machen dem dynamischen Helden das Leben schwer. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Tätigkeiten der Surge und dem Naturchaos.


Pädagogische Beurteilung:
Nach einer Rückblende, in der der Spieler in die Story eingeführt wird und lernt wie er Ray per Nunchuk und Wii-Fernbedienung am effektivsten steuern kann geht es auch schon los.
Die Splittergruppe der Surge, die Lisa und den Professor in ihrer Gewalt hat, hat sich in einem verlassenen Industriegelände verschanzt. Ray macht sich mit einer Spezialtruppe auf den Weg um die Geiseln zu befreien. Da Surge jedoch in Überzahl ist und das Gelände kennt, gibt es auf Rays Seite schon bald Tote und Verletzte. Rays medizinische Kenntnisse aus seiner Arbeit beim Katastrophen erweisen sich als ebenso nützlich wie seine Ausbildung bei der Armee, denn er muss gleichzeitig Verletze retten und die Angreifer zurückdrängen. 
Bereits nach kurzer Zeit ist Ray auf sich allein gestellt und dringt immer weiter in das Gebäude ein. Immer wieder muss er in Deckung gehen und kleine Gruppen der Surge besiegen bis er in Sichtweite der Geiseln gerät. Leider kann er nur beobachten wie diese per Helikopter ausgeflogen werden. Als auf dem Rückweg ein einsetzendes Erdbeben die Mauern des Gebäudes erschüttert, muss Ray vorsichtig vorgehen um nicht verschüttet zu werden. Außerdem gerät er immer wieder ins Sperrfeuer einiger zurückgebliebener Surge-Soldaten.
Im weiteren Verlauf des Spiels ist Ray den Geiselnehmern immer dicht auf den Fersen und hat kaum Zeit einmal tief Durchzuatmen. Er muss verschüttete Opfer retten, Wunden versorgen und sich immer wieder mit den Surge Truppen herumärgern. 

Die Steuerung an der Wii ist nicht immer ganz einfach aber so abwechslungsreich, wie das Spiel selber. Während in Feuergefechten in jeder Hand ein Controller betätigt werden muss und viel Fingerspitzengefühl gefragt ist, kann der Spieler z.B. Fahrzeuge allein mit der Wii-Fernbedienung steuern, die er dafür waagerecht hält und wie ein Lenkrad benutzt. Gefragt ist vor allem umsichtiges Vorgehen und schnelles Reagieren. Pro erfolgreicher Rettungsaktion erhält Ray einen Bonus auf seine maximale Gesundheit, nach jedem Level kann er Punkte für Ausdauer und Kraft vergeben, um z.B. Verletzte länger tragen zu können. Mit jedem erfolgreich bestandenen Level hat Ray zu Griff auf mehr Waffen vom einfachen Revolver bis hin zum Maschinengewehr.

Der Spieler folgt einem linearen Spielaufbau, der allerdings selten langweilig wird, denn andauernd ergeben sich neue Situationen. Wird der Spieler von Surge Truppen angegriffen, so kann er sich nicht vorbeischleichen oder einfach weiterlaufen. Es gibt keine Handlungsalternative zu kämpferischen Auseinandersetzungen. Diese werden zwar nicht detailverliebt dargestellt, sorgen aber dafür, dass Jugendliche unter 16 Jahren vom Spiel ausgeschlossen werden sollten.

Bei den Testern in der Ü16er-Gruppe des Bürgerzentrum Deutz kam das Spiel gut an. Gerade männlichen Jugendlichen fällt es nicht schwer Sympathien für einen Helden wie Raymond Bryce aufzubauen. Menschenleben retten, eine schöne Frau aus der Gewalt böser Gangster befreien und sich in lebensgefährlichen Situationen beweisen - ein Traum für männliche Jugendliche diesen Alters. Ganz anders sieht deren eigener Lebensalltag aus. Zwischen Schule und Ausbildung bleibt oft wenig Zeit für Abenteuer und Bewährungsproben. Kein Wunder also, dass Spiele, Filme und Bücher mit diesem Thema bei ihnen hoch im Kurs stehen. 

Fazit:
Das Spiel mit einer lebendigen Story und immer neuen Bewährungsproben kam gut an. Kritisiert wurde die extrem unrealistischen Szenarien in denen Raymond z.B. mit einem Auto vor einem riesigen Tsunami wegfährt. "Darüber kann man in einem Spiel, das eine fiktive Geschichte darstellt aber mit einem Lächeln hinwegsehen"sind sich die Spieletester einig.
Da "Disaster – Day Of Crisis" keine alternativen Handlungsstränge offenbart und der Spieler praktisch zum Kämpfen verpflichtet, ist das Spiel erst ab 16 Jahren empfehlenswert. Der Hang zu grafischen Ungenauigkeit relativiert zwar wieder das anzuwendende Potenzial an Gewalt, in dem es bewusst kaschiert, dennoch könnten jüngere Kinder und Jugendliche von den Reizen und Erfordernissen überfordert werden.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass