Kung Fu Panda

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2008.06
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
PC
Kurzbewertung
Spaßig umgesetztes Abenteuer nach der Filmvorlage
Autor
Kadir Yilanci
Einzeltest
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Spielbeschreibung:
In der Unterhaltungsindustrie gibt es folgende Trends: durch den grandiosen Erfolg von Pixar angespornt, versuchen seit geraumer Zeit fast alle Hollywoodstudios diesen Erfolg nachzuahmen und bringen viele viele computergenerierte Animationsfilme heraus. Leider können diese Filme überhaupt nicht den Witz, die Kreativität und den unnachahmlichen Charme von Filmen wie "Findet Nemo", "Ratatouille" oder zuletzt "Wall-E" erreichen. Im zweiten Trend läuft die Vermarktungsmaschinerie auf Hochtouren und bringt diese Filme auch als Computerspiele heraus, allerdings mit sehr bescheidener Qualität. Nur die Lego Varianten von "Star Wars", "Indiana Jones" und "Batman" können als gelungene Vertreter dieser Richtung gezählt werden. 

"Kung Fu Panda" ist ein Titel, der nun beiden erstgenannten Trends entspricht. Über die Qualität ist nur soviel zu sagen, dass die Testgruppe den Film und das Spiel recht gut fand. Aber zu den Einzelheiten kommen wir noch später. Das Spiel folgt grob der Geschichte des Films, in der ein tollpatschiger Panda Bär zum Kung Fu Großmeister des Drachenkriegers avanciert. In 13 Level kämpft, springt, rätselt der Spieler mal als Panda, Tiger oder Affe, bis er in einem Endkampf dem Bösewicht Tai Lung gegenüber tritt. Der Name des Bösewichtes ist übrigens eine Huldigung an Ti Lung, der neben David Chiang einer der Superstars aus den zahlreichen Martial-Arts Filmen der Shaw-Brothers war. Klassisches Sujet dieser Kung-Fu-Filme der 1970er Jahre war, dass ein von sich wenig überzeugter Held, der sich allerdings zu höherem Berufen fühlt, den Weg des Kriegers beschreitet, wie der dicke Panda Po im Film und auch im Spiel. 

Pädagogische Beurteilung:
Die erste Schwierigkeit in der Testgruppe bestand darin das Spiel einem Genre zuzuordnen. In einigen Magazinen wurde der Titel schlicht mit dem Label Action-Spiel versehen, was im Prinzip nichts falsches ist, aber das Spiel nur unzureichend beschreibt. In "Kung Fu Panda" erforscht der Spieler ein Areal und löst kleinere Rätsel (Action-Adventure) und muss Geschicklichkeits- und Jump&Run Einlagen meistern (Jump&Run). Als ein Spiel, der Kung Fu zum Thema hat, prügelt sich der Spieler gegen zahlreiche Gegner und lernt Tastenkombinationen für besondere Attacken kennen (Beat ’em up). In dem Spiel werden also, auch ein Trend, verschiedene Genres gemischt. Wir haben uns schließlich auf ein Action-Adventure geeinigt, was dem Titel am nächsten kam.

Beim Gewaltaspekt von Videospielen, wird meistens auf Titel verwiesen, in denen geschossen wird. Dabei sind sogenannte Prügelspiele wie Beat 'em Ups oder Wrestlingspiele viel problematischer als Schusswaffenspiele, weil Kinder und Jugendliche eher dazu neigen, die dargestellten Bewegungen nachzuahmen. Allerdings kann ich an dieser Stelle Entwarnung geben. "Kung Fu Panda" ist ein familientauglicher Titel, der zu keinster Zeit einen realistischen Anspruch hat. Alles ist sehr comichaft und wurde auch von der Testgruppe als reines Comic-Abenteuer empfunden.

Das Spiel hat der Testgruppe und den Besuchern der Bücherei großen Spaß gemacht und wird immer noch gerne gespielt. Das liegt zum einen an der einfachen Zugänglichkeit des Spiels. Obwohl im späteren Verlauf mit besonderen Tastenkombinationen spezielle Schlagtechniken ausgeführt werden können, haben Kinder auch ohne diese Schlagkombos schnell Erfolg, in dem sie einfach auf die Tasten drücken. Dieses so genannte Button-Smashing, also das wilde Hämmern auf alle Tasten ist übrigens auch ein Anfänger-Charakteristikum von Beat 'em ups wie "Soul Calibur", "Tekken" oder "Virtua Fighter". So haben auch Anfänger schnell Erfolg. Profis hingegen müssen Tastenkombinationen studieren und üben üben üben.

Durch die einfache Zugänglichkeit und natürlich den lustigen und skurillen Gestalten waren jüngere Kinder von dem Spiel angetan. Ich habe das Spiel auch oft Kindern, die gar keine Videospielerfahrung mitbrachten, als Einstiegsspiel empfohlen, was sehr gut funktioniert hat. Die gute Sprachausgabe und die Hilfesymbole helfen dabei, wenn noch keine Lesekenntnisse vorhanden sind. Übrigens haben auch viele der Mädchen, die meistens auf die Sims fixiert waren, das Spiel gespielt, was mich positiv überrascht hat.

Die Steuerung ist kinderleicht. Mit dem linken Analog-Stick wird Po bewegt, mit dem rechten Stick bewegt der Spieler die Kamera. Es gibt noch eine Sprung und zwei Schlagtasten, die zudem kombiniert werden können. Den Testern gefiel besonders der Bauchklatscher, mit dem der Panda seinen Gegnern schaden zufügt. Etwas kniffliger sind die Jump&Run Abschnitte, die aber mit etwas Übung zu schaffen sind. Die einzelnen Level werden mit einem Endkampf abgeschlossen. Anfangs problematisch, aber nach kurzer Zeit ebenfalls zu meistern.

Der Spieler ist meistens als Panda Po unterwegs. Zwischendurch übernimmt der Spieler einen Tiger, einen Affen oder einen Kranich. Filmkenner schmunzeln hier sofort, weil die Figuren bekannten Kampfstilen aus den Eingangs erwähnten Kung-Fu-Streifen entnommen sind: Adlerklaue, Tigerpranke, Affen- und Kranichechnik. Jackie Chans Drunken-Master Technik ist leider nicht in dem Spiel dabei, was bestimmt aus Jugendschutzgründen geschehen ist.

Die grafische Umsetzung von "Kung Fu Panda" ist gelungen. Natürlich kein Vergleich zu der Qualität des Films, aber der Spieler erkennt sehr schnell, wie viel Liebe zum Detail die Entwickler eingebaut haben. Malerische Tempel mit einer üppigen Vegetation von bspw. rosa Kirschblüten belohnen das Auge. Die Figuren sind ebenfalls sehr detailreich gezeichnet. Besonders der Panda Po gefällt mit seiner gelungenen Felltextur.

Ebenfalls ist die Sprachausgabe und die Sounduntermalung gut umgesetzt. Die Texte werden vorgelesen, was eine Hilfe für jüngere Kinder darstellt. Leider ist es Activision nicht gelungen, die Orginalsprecher, zumindest der deutschen Version des Films, zu verpflichten. So müssen Spieler auf die Stimme von Hape Kerkeling verzichten.  

Neben dem Hauptspiel, das nur alleine gespielt werden kann, haben die Entwickler einige Minispiele im Stil von Nintendos "Super Smash Bros.: Brawl", einem Spaßprügler, eingebaut. Mit bis zu vier Leuten können Kinder sich Jeder gegen Jeden oder im Team um die Wette Prügeln, Rätsel lösen oder Geschicklichkeitsaufgaben meistern. Der Testgruppe und den anderen Kindern hat dieser Modus sehr viel Spaß gemacht und sorgte für einen spielerischen Mehrwert des recht kurzen Hauptspiels.  

Fazit:
"Kung Fu Panda" ist ein empfehlenswerter Titel. Die einfache Bedienung, die netten Figuren und die schöne Grafik des Spiels sorgen für eine Ausnahmsweise gelungene Umsetzung einer Filmvorlage. Besonders als Einstiegsspiel für unerfahrene Kinder scheint das Spiel geeignet zu sein. Trotz des Kung-Fu-Themas ist die dargestellte Gewalt auf Comic-Niveau. Der Titel hat so auch vielen Mädchen gefallen. Ältere Kinder, wie die der Testgruppe, hatten zwar auch Spaß an dem Titel, waren aber nach kurzer Zeit unterfordert. Daher empfiehlt sich das Spiel eher für die Altersspanne von 6 bis 12 Jahren.

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daddelBIB Stadtbücherei Neukirchen-Vluyn ü12
Bewertung Spielspass