Professor Heinz Wolff's Gravity

Genre
Edutainment
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Deep Silver
Erscheinungsjahr
2009.01
Systeme
PC, Wii, Nintendo DS
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Wer "Crazy Machines" liebt, kommt auf seine Kosten
Gruppenleiter
Marco Fileccia
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Professor Heinz Wolff’s Gravity" ist ein Puzzlespiel, das sich mit einem speziellen physikalischen Phänomen beschäftigt: der Schwerkraft. Entwickelt wurde das Spiel von Deep Silver. Gravity erinnert dabei stark an die "Crazy Machines"-Reihe (2004-2008). Der im Spieltitel erwähnte Professor Heinz Wolff ist ein angesehener Wissenschaftler und gilt als Erfinder des Begriffs "Bioengineering" - bekannt wurde er einem breiten Publikum durch seine TV-Auftritte in Großbritannien, in denen es unter anderem um Nachwuchstalente für die Wissenschaft ging. Professor Heinz Wolff setzte sich in den vergangenen Jahren immer wieder für die technische und wissenschaftliche Erziehung junger Menschen ein. Sein Auftritt in dieser Physiksimulation, durch das er, wie auch Dr. Kawashima in seinem Gehirnjogging-Spiel "Dr. Kawashimas Gehirnjogging" führt, ist also durchaus folgerichtig und wirkt vor diesem Hintergrund nicht aufgesetzt.

"Physik spielend entdecken!", das verspricht zumindest die Aufschrift auf "Professor Heinz Wolff´s Gravity". Dies trifft nur teilweise zu, da es sich in "Gravity" ausschließlich um das Teilgebiet Schwerkraft der Physik dreht. In 100 Levels, in denen man mit unterschiedlichen Bauteilen (meist Klötze) dafür sorgen muss, dass eine Kugel von einer Stelle oben im Bild zu einem Schalter an einer anderen Stelle gelotst wird, wird man von Professor Heinz Wollf geführt. Wer "Crazy Machines" spielte, könnte sich vom Prinzip her daran erinnert fühlen.

Bei "Gravity" handelt es sich um ein typisches Puzzlespiel, bei dem man vorausplanend denken muss, um die Kugel ins "Ziel" zu bringen. Ein Tutorial erleichtert den Einstieg in das Spiel.

Im Verlauf des Spiels wird pro fünf absolvierte Levels ein "Baukasten" mehr freigeschaltet, in dem man experimentieren kann. Die Levels sind zu Beginn sehr leicht und schnell zu lösen, steigern sich jedoch schnell, sodass man später länger grübeln muss. 

Eine typische Spielsituation als Beispiel: Oben links im Bild befindet sich die "Öffnung" aus der später einmal die Kugel, welche man zum Schalter, dem "Ziel", befördern muss, austritt. Unten in der Mitte des Bildes befindet sich eben jener rote Schalter. Durch das Bild verteilt findet man verschiedene Bretter und Hindernisse. Außerdem sind die "Hilfsmittel", die ein Spieler nun benutzen kann, um die Kugel ins Ziel zu bekommen eingeblendet. Nun gilt es diese durch logisches und vorausschauendes Denken so anzuordnen, dass Hindernisse überwunden und der Schalter erreicht werden kann. Ist man sich seines Versuchsaufbaus sicher, klickt man oben im Bild auf das "Play-" Zeichen, was dazu führt, dass die Kugel aus der Öffnung tritt und sich, gemäß dem physikalischen Gesetz der Schwerkraft, ihren Weg nach unten bahnt. Hat man es geschafft einen cleveren Parcours zu konzipieren, gelangt die Kugel zu dem Schalter und der Level ist geschafft. Hat man es nicht geschafft, hat man einen erneuten Versuch. Bei Problemen kann man sich von Punkten, die einem von Anfang an zur Verfügung stehen, in jedem Level Tipps kaufen. "Blöd nur, dass diese Punkte irgendwann aufgebraucht sind – und zwar unwiederbringlich. Wer also nicht sehr sparsam mit seinen Punkten umgeht, wird sehr bald in Probleme kommen." (Spieletester Till, 16 Jahre).

Neben dem eigentlichen Rätselspiel gibt es vier "Minispiele", bei denen es darum geht, einen Turm schnellstmöglich zum Einstürzen zu bringen oder selbst einen unter Zeitdruck zu stapeln. Vor allem diese kamen bei den Testern gut an. Diese Minispiele erinnern an das altbekannte Gesellschaftsspiel "Jenga" oder auch an die moderne Konsolenversion "Boom Blox" von Steven Spielberg für die Wii. 

Pädagogische Beurteilung:
In "Professor Heinz Wolff’s Gravity" geht es weniger um die in der Aufschrift beworbene Physik, sondern viel eher um vorausschauendes Denken. Dass eine Kugel, lässt man sie los, nach unten fällt oder eben über Umwege rollt, dürfte auch jedem, der das Spiel noch nicht gespielt hat bekannt sein. Lehrreich ist es von daher nicht wirklich. Allerdings trainiert es die Konzentration des Spielers, sowie das vorausschauende Denken. Vor allem in den kniffeligen späteren Levels ist eine hohe Aufmerksamkeitsspanne und auch Geduld von Vorteil. Wer schnell aufgibt, wird an dem eigentlichen Spiel nicht lange Freude haben und sich eher mit den "Minispielen" beschäftigen. 

Fazit:
"Professor Heinz Wolff’s Gravity" ist ein unterhaltsames Rätselspiel, dass durch seinen ansteigenden Schwierigkeitsgrad immer wieder eine Herausforderung ist. Als lehrreich wurde es von den Testern nicht empfunden. Die Schwächen des Spiels liegen in der Grafik und dem Sound und auch die Motivation weiter zu spielen schwindet in den höheren, sehr kniffeligen Leveln – vor allem, wenn man keine Punkte mehr für hilfreiche Tipps hat. Insgesamt ein "nettes Spielchen" für zwischendurch wobei die vier eher unterhaltsamen als kniffeligen "Minispiele" den Testern mehr Spaß bereiteten, als das eigentliche Spiel. Für Knobelfans allerdings ist "Gravity" ein lohnender Titel.

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Spieletester
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Oberhausen
Bewertung Spielspass