Arctic Tale

Genre
Edutainment
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Zushi Games
Erscheinungsjahr
2008.08
Systeme
Wii, Nintendo DS
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Eine gute Idee, eine schlechte Umsetzung
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
In Sarah Robertsons und Adam Revetchs Dokumentarfilm "Königreich Arktis" lernten wir im Herbst 2007 den bedrohten Lebensraum der Eisbären und Walrösser kennen. Über 15 Jahre erarbeitete das Ehepaar eine Dokumentation, die das Überleben in der Arktis und die Folgen des Klimawandels beschreibt. Der Film wurde präsentiert von der Aktion "Rettet unsere Erde", dem Klimaschutz-Bündnis der Umweltverbände BUND, Greenpeace und WWF und der Zeitschrift Bild.

Der Anspruch der Filmemacher, Menschen für diese bedrohten Lebensräume zu sensibilisieren, wurde in atemberaubenden Bildern und in einer liebevollen Geschichte mit einem Eisbären und einem Walross sehr erfolgreich umgesetzt.

Pädagogische Beurteilung:
Tiere wie der Eisbär sind mittlerweile nicht nur zum Symbol des globalen Klimawandels geworden, sondern haben die Zimmer (in Form von Postern und Kuscheltieren) und Herzen unserer Kinder erobert. Und wenn man "Königreich Arktis" auf der Wii spielen kann und das mit der offiziellen Lizenz von National Geographic, dann klingt es nach einem Erfolgsrezept. Der Anspruch unserer Testgruppe an die digitale Umsetzung dieser Dokumentation war demnach sehr hoch. Die meisten unserer Tester kannten den Film und erwarteten ein spannendes Abenteuer unter den unwirklichen Bedingungen der Arktis.

In der Rolle eines kleinen Eisbären startet das Spiel. Zur Auswahl stehen das Einzelspiel oder Spiele für bis zu vier Personen. Die Herausforderungen im Einzel-oder Mehrspielermodus bestehen in verschiedenen Minispielchen, die überall in "Arctic Tale" warten. Bei den Spielen geht es darum, einen Bach herunterzufahren oder eine Rutsche hinunterzugleiten, über das Eis zu rutschen, gegen einen anderen Eisbären auf einer Eisscholle zu kämpfen oder innerhalb eines vorgeschriebenen Zeitlimits Nahrung zu sammeln. Hat man damit genug Punkte gesammelt, kann man noch mit einem Polarfuchs oder einer Robbe ähnliche Minispiele durchlaufen. Für die Steuerung innerhalb der Spiele ist nur der Wii Remote nötig und hier zeigen sich die ersten Mängel des Spiels. Oft reagiert die Spielfigur verzögert, das Schütteln der Remote bei einigen Spielen zeigt keine Wirkung. Springen oder Klettern ist in dieser Arktis, überhaupt nicht möglich. Mit den Tasten A und B auf der Wii Remote zielt man einfach dorthin, wo man hin möchte - aber wo man auch seine Figur hinsteuert zeigen sich grafische Mängel. Die Landschaft ist zu pixelig, oft brechen ganze Eisberge weg, die Spielfigur steht dann in der Luft. Nicht selten verschwindet unsere Spielfigur in schlecht einsehbaren Winkeln im Eis und kann nur mühsam aus der Sackgasse geführt werden. Überhaupt: man bekommt selten einen Überblick über die Umgebung. Ob man auf neue Minispiele trifft ist dann oft Zufall. Die Testergruppe war nach kurzer Zeit ziemlich ernüchtert. Leider fehlt dem ganzen noch eine Sprachausgabe, die das Spiel bestimmt meinem Anspruch und dem Anspruch der Testergruppe angenähert hätte.

Fazit:
Eine vertane Chance, Kinder für die Arktis und unsere Probleme mit der Klimaerwärmung zu sensibilisieren. "Die Ausdehnung der Packeis-Schollen, auf denen die letzten 20 Eisbärpopulationen vorwiegend leben, ist so stark zurückgegangen, dass sich die Tiere nicht mehr genügend Fettreserven anfressen können. In der kanadischen Hudson-Bucht – dem südlichsten Teil der Arktis, wo Eisbären leben – sind bereits erhebliche Auswirkungen der Klima- Erwärmung zu beobachten.", so der WWF. Der Kampf um eine Verbesserung dieser Umstände wird mit diesem Spiel nicht unterstützt - von Postern und Kuscheltieren, im Windschatten, von Knut aus dem Berliner Zoo oder "Dem kleinen Eisbär" von Hans de Beer garnicht zu reden.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass