Eledees

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Konami
Erscheinungsjahr
2007.05
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Kurzweiliger und kurzzeitiger Spaß für Action-Fans
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Kai hasst Eledees, denn seine Eltern vernachlässigen ihn, weil sie lieber die kleinen Stromwesen studieren, als mit ihm etwas zu unternehmen. Eines Abends gibt es einen Stromausfall. Die Eltern machen sich besorgt auf den Weg in das Labor und lassen Kai alleine zu Hause. Kai ist zwar mulmig, aber immerhin beginnt gleich seine Lieblingssendung im Fernsehen. Doch, oh Schreck, der Fernseher funktioniert nicht, denn es gibt ja keinen Strom. Um den Fernseher in Gang zu setzen muss Kai Eledees fangen. Und zu diesem Zweck bewaffnet er sich mit dem Fangstrahler seines Vaters.
So ist die Geschichte dieses Spieles für die Nintendo Wii. Der Spieler steuert mit dem Wii-Controller einen Fangstrahl auf dem Bildschirm und durchkämmt einen Raum nach dem anderen auf der Suche nach den Eledees. Diese verstecken sich in Kisten, Vasen, Schränken und vielem mehr. Mit dem Strahler kann man nicht nur die kleinen Wesen fangen, sondern auch Gegenstände hoch heben, schütteln und durch die Gegend werfen.
Für gefangene Eledees erhält der Spieler Punkte in Form von "Watt". Dabei geben verschieden farbige Wesen unterschiedlich viele Punkte. Mit genügend Watt kann man Elektrogeräte in Gang setzen, die weitere Eledees ausspucken. Außerdem wird mit wachsender Wattzahl der Fangstrahler stärker, so dass man immer schwerere Gegenstände hoch heben und durch die Luft wirbeln kann.
Mit dem Fangstrahler durchsucht man so Level für Level und hat immer wieder die Aufgabe, in einer bestimmten Zeit eine vorgegebene Wattzahl zu erreichen. Gelingt dies nicht, kann man die Level wiederholen. Findet man genug Eledees in der erlaubten Zeit, wird die nächste Level freigeschaltet. Insgesamt gibt es mehr als 25 Spielabschnitte.
Alle abgeschlossenen Levels kann man auch mit bis zu vier Spielern gemeinsam spielen. Jeder Spieler ist dann mit einem eigenen Fangstrahl bewaffnet, man benötigt dazu also entsprechend viele Wii-Fernbedienungen. Außerdem braucht es einen Nunchuk, den Zusatzcontroller, der an eine Fernbedienung angeschlossen wird. Damit steuert ein Spieler die Kamera, bewegt diese durch den Raum und bestimmt so den Bildausschnitt, der momentan zu sehen ist. Im Multiplayer-Spiel wird auch auf Zeit gespielt: Es gewinnt, wer die meisten Watt sammelt.

Pädagogische Bewertung: 

Von Jochen Wilke

Die männlichen Kinder der Spieletester-Gruppe waren sofort begeistert von dem Spiel. Man nimmt die Fernbedienung in die Hand, zielt auf den Bildschirm und kann sofort Eledees fangen und Gegendstände herum wirbeln. Das Spielprinzip ist einfach, und das ist auch gut so, denn die Hintergrundgeschichte wird nur in englisch erzählt. Zwar gibt es einen deutschen Untertitel, aber der war für die 3.-4.-Klässler zu schnell und deshalb nicht zu lesen. Also wurde die Einleitung übersprungen und gleich losgespielt. Das ist letztlich auch in Ordnung, denn die Geschichte, die erzählt wird, ist an den Haaren herbeigezogen und auch inhaltlich fragwürdig. Man hat das Gefühl, dass erst das Spiel fertig war und anschließend eine Rahmenhandlung erfunden wurde. Zwischen den einzelnen Leveln kann man sich immer wieder einzelne Funktionen des Spiels erklären lassen. Immerhin bleiben diese Erklärungen so lange auf dem Schirm, bis man mit einer Taste weiter drückt.
Nicht nur der Einstieg gelang den Jungen der Gruppe gut, auch das Spielen machte Spaß. Zunächst probierten sie sich im Multiplayermodus aus, wo man die Stärke des Strahlers und damit die Kraft zum Heben der Gegenstände von vorne herein auf "hoch" stellen konnte. So muss man nicht erst viele Eledees fangen um schwere Sachen zu bewegen, sondern kann gleich alles greifen und durch die Luft werfen. In den Zimmern der Spielwelt ging es deshalb auch schnell hoch her: Kisten, Spielsachen und Regale flogen durch die Gegend und es entstand in kürzester Zeit ein ordentliches Chaos. So unbehelligt kann man im wirklichen Leben kein Zimmer verwüsten...
Das eine Zimmer, das Anfangs im Mehrspieler-Modus zur Verfügung steht, wird aber schnell langweilig. Und so spielten die Kinder abwechselnd im Story-Modus. Jede Level hat dabei eine Zeitbegrenzung, in der die Eledees gefangen werden müssen. Gelingt das nicht, muss man das gleiche noch einmal versuchen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei nicht gerade niedrig. Die meisten Level mussten die Kinder mehrfach versuchen, bis sie es endlich geschafft hatten. Das heißt, bei Abschnitten, in denen zehn Minuten zur Verfügung stehen, dass bei mehrmaligem Wiederholen schnell eine halbe Stunde verspielt ist, ohne dass man etwas erreicht hat. Auch kann man ein Spiel nicht unterbrechen und abspeichern. So wird das Fangen der Eledees schnell zum Zeitfresser.
Darf man anfangs noch wild randalieren, muss man in späteren Leveln vorsichtiger vorgehen, denn man darf nur eine bestimmte Anzahl von Gegenständen kaputt machen oder die Eledees werden lärmempfindlicher. Die Spielwelten sind bunt und ansehnlich gestaltet, spielerisch wiederholt sich aber immer das gleiche Muster. Bis zur Level acht, die die Gruppe erreichte, gab es zwar immer mal wieder neue Funktionen oder Besonderheiten in der Aufgabe. Das Spielprinzip bleibt aber immer gleich. Da die Hintergrundgeschichte zur Motivation nichts hergibt, bleibt einzig der Antrieb, eine Level nach der anderen zu schaffen.
Das Spielen geht dabei mit den Wii-Fernbedienungen leicht von der Hand. Die Controller reagieren gewohnt präzise und das Fangen gelingt wenn nicht durch einen gezielten Knopfdruck, dann durch wildes Mehrfachdrücken. An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob man statt "Drücken" nicht auch "Ballern" schreiben könnte. Denn wäre das Spielen nicht mit "Fangen" beschrieben, könnte man auch leicht vom "Abschiessen" der Eledees reden. Das wurde deutlich, als an einmal eine andere Schulklasse samt Eltern zu einer Feier im Haus war, und die Kinder von dem über Beamer laufen Eledees-Spiel angezogen wurden. Als Verantwortlicher hatte man das dringende Bedürfnis, wenigstens den Eltern zu erklären, dass es sich hierbei nicht um einen Shooter, sondern ein Fangspiel handelt. Denn optisch ist dies nicht zu erkennen. So wird im Internet durchaus diskutiert, ob "Eledees" ein First-Person-Shooter für Kinder ist.

Fazit: 
Eledees ist leicht zugänglich und macht Spielern Spaß, die unkomplizierte Action mögen. Auch gemeinsames Suchen und Fangen macht gleichmaßen Freude.
Inhaltlich bieten sich Anknüpfungspunkte für Themen, die wohl in jeder Familie vorkommen: Wie ist das mit Unordnung und Aufräumen? Sind wir Eltern eigentlich oft genug für Dich da? Hättest Du keine Angst alleine bei einem Stromausfall? Allerdings drängen sich diese Themen nicht auf, weil sie im Spiel konstruktiv problematisiert werden, sondern eher weil die Rahmenhandlung fragwürdig ist. Lässt man die Hintergrundgeschichte beiseite oder spricht mit den Kindern darüber, hat man für einige Stunden turbulentes Suchen, Durcheinanderbringen und Fangen.