Mass Effect 2

Genre
Rollenspiele
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2010.01
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Space-Opera mit reichlich Action in den unendlichen Weiten des Universums
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Gut drei Jahre nach dem ersten Teil (Hier der Test von Mass Effect) erschien im Januar diesen Jahres mit Mass Effect 2 die langersehnte Fortsetzung des Sci-Fi-Rollenspiel-Epos. Der Spieler begibt sich ein weiteres Mal in die Rolle des Commander Shepherd und erlebt direkt zu Beginn des Spiels eine böse Überraschung: Das unter Shepherd’s Kommando stehende Allianz-Schiff Normandy wird von einem unbekannten Raumschiff angegriffen und hat keine Chance mehr sich zu verteidigen. Beim Versuch die letzten an Bord befindlichen Crewmitglieder zu evakuieren wird Shepherd ins All geschleudert und stirbt. Zwei Jahre später wird Shepherd auf einer Raumstation zu neuem Leben erweckt. Hier beginnt die eigentliche Handlung des zweiten Teils. Eine geheimnisvolle Organisation namens Cerberus steckt hinter der aufwendigen Wiederherstellung des Commanders. Cerberus wird von dem sogenannten ‚Unbekannten‘ geführt, von dem der Spieler fortan seine Aufträge erhält. Was es mit Cerberus und dem Unbekannten auf sich hat, lässt das Spiel zu Beginn im Unklaren. Der Spieler erfährt lediglich, dass die Kollektoren, eine Spezies, über die kaum etwas bekannt ist, für die Entführung von Menschen aus verschiedenen Kolonien verantwortlich ist. Es gilt für Shepherd also erneut diese Gefahr für die Menschheit, bzw. für das Universum abzuwenden. Hierzu spendiert uns Cerberus auch ein neues Raumschiff, die Normandy 2. Als erstes muss Shepherd ein Team zusammenstellen: 11 weitere Crewmitglieder können neben Miranda und Jacob, die wir bereits von Beginn an in der Crew haben, angeworben werden. Bevor sich die verschiedenen Spezialisten jedoch in die Dienste des Commanders stellen, muss der Spieler spezifische Missionen erfüllen: Die Biotikerin Jack muss aus einer Gefängnisstation befreit werden, während die anderen meist eine Gegenleistung für ihren Beitritt verlangen. Während der Rekrutierung der Crew erfährt der Spieler mehr und mehr über Cerberus, den Unbekannten und die Kollektoren. Auch die Beziehungen zu den Crewmitgliedern können in Gesprächen vertieft werden. Wie auch schon im ersten Teil hat der Verlauf der Gespräche Einfluss auf das Verhältnis zwischen Crew und Commander. Haben die Crewmitglieder nach Abschluss ihrer jeweiligen Missionen den Status loyal, winken neue Fähigkeiten und es erhöht sich die Chance, dass diese Figuren im späteren Verlauf der Geschichte am Leben bleiben. Neben den Hauptmissionen gibt es auch zahlreiche Nebenaufgaben, wie zum Beispiel das Einkaufen von bestimmten Zutaten für den Kantinenkoch. Weiterhin gilt es unbekannte Planten zu scannen und dort Rohstoffe abzubauen, um neue Upgrades für Waffen, Rüstungen und das Schiff zu entwickeln. Dies ist zwar sehr müßig, aber angesichts der Dinge, die auf den Spieler zukommen unerlässlich. Ist die Crew komplett geht die nächste Mission direkt in den Sektor der Kollektoren. Von hier ist zuvor noch nie ein anderes Schiff zurückgekehrt…

Pädagogische Beurteilung:

Von Andreas Rösel

Das Entwicklerstudio Bioware hat mit der, als Trilogie angelegten, Serie Mass Effect ein eigenständiges Universum erschaffen. Wer bereits den ersten Teil gespielt hat findet sich im Nachfolger schnell zurecht. Neueinsteigern bietet das Spiel zu Beginn zwar auch ein gutes Tutorial, um jedoch die volle Spieltiefe zu erleben ist es unbedingt angeraten vorab den ersten Teil zu spielen. Insgesamt kommt "Mass Effect 2" actionreicher daher und spielt sich in den Kampfmissionen fast wie ein klassischer 3rd-Person-Shooter. In erster Linie bleibt ME2 jedoch ein Rollenspiel, in dem es gilt seine Charaktere stetig zu verbessern, zahlreiche Entscheidungen zu treffen und mittels einer schieren Flut an interaktiven Dialogen die Geschichte in die eine oder andere Richtung voranzubringen. Der Spieler kann sich hierbei immer für die Optionen vorbildlich (gut) oder abtrünnig (böse) entscheiden. Oft ist es nicht offensichtlich, in welche Richtung eine Entscheidung mündet, d.h. der Spieler wird auch immer wieder vor moralische Entscheidungen gestellt, bei denen sich erst im späteren Verlauf zeigt, welche Auswirkungen damit einhergehen.
Eine Besonderheit von ME2 ist, dass man den Charakter aus dem ersten Teil in das Spiel importieren kann. Alle Entscheidungen, die der Spieler im ersten Teil getroffen hat haben folglich Einfluss auf die Handlung der Fortsetzung.

Die Jugendlichen der Testergruppe waren allesamt von dem Spiel begeistert. Die Charaktere seien sehr gut gezeichnet und man wolle immer wissen wie es weitergeht. Auch die Diversität der Begleiterpersönlichkeiten kam bei den Jugendlichen gut an: "Es ist fast alles dabei". Bemängelt wurde zum Teil das Missionsdesign, da man sich meistens linear ‚durchballern‘ muss. Die Einbettung der Kampfmissionen in die Geschichte, die mitunter auch während dieser Einsätze weitererzählt wird, lässt einen aber gerne darüber hinwegsehen.
Auch taktisch bietet ME2 interessante Möglichkeiten. Der Spieler kann seinen Begleitern (von denen bei Kampfmissionen immer zwei ausgewählt werden können) Befehle erteilen und beispielsweise deren Spezialkräfte koordinieren. Auch empfiehlt es sich die Munitionsart auf die verschiedenen Gegnertypen (z.B. synthetisch oder humanoid) anzupassen.
Anders als im ersten Teil entfällt es auch die verschiedenen Waffen mühsam einzeln aufzurüsten. Haben wir ein Upgrade für eine Waffengattung gefunden, bzw. entwickelt ist es sofort für alle Typen dieser Gattung einsatzbereit. Auch beim ‚Auflevelen‘ der Charaktere wurde das Menu ordentlich abgespeckt und ist nun viel übersichtlicher und einfacher zu handhaben.
Mit 40-60 Stunden Spielzeit ist ME2 nicht gerade ein Spiel für zwischendurch. Es richtet sich an jugendliche Spieler ab 16 Jahren, die sich auch durch lange, filmreife Dialogsequenzen nicht abschrecken lassen. Diese Sequenzen sind wichtig, um das Spiel im vollen Umfang zu erleben. Der Grad der Gewalt hält sich in Grenzen und es wurde vollends auf die Darstellung von Blut verzichtet. Die moralischen Entscheidungen, die der Spieler im Spiel treffen muss, sind mitunter fordernder. Der Spieler lernt, dass eine Entscheidung, die für die eine Seite etwas Gutes bedeutet für eine andere Seite als das Gegenteil bedeuten kann.

Fazit:
"Mass Effect 2" ist ein sehr gelungenes, actionreiches Rollenspiel, welches dem Spieler eine spannende Geschichte in einem eigenständigen Universum bietet. Bioware hat einige Schwächen des ohnehin schon sehr guten ersten Teils aufgenommen und verbessert. Für Spieler, die eher keine Rollenspiele spielen, ist ME2, trotz der actionreichen Kämpfe mit seinem großen Umfang und den vielen Dialogen eher uninteressant. Für Rollenspielfreunde, die abseits der ausgetretenen, genretypischen Fantasy-Pfade das Universum erkunden wollen ist ME2 eine absolute Empfehlung.

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Spieletester
Ü16 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass