Puzzle Quest - Challenge of the Warlords

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Koch Media
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Einfaches Puzzlegame, das mit Rollenspielelementen aufgefrischt ist
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
„Puzzle Quest – Challenge of the Warlords“ ist ein klassisches Puzzlespiel, das mit den Elementen eines Rollenspiels kombiniert ist. Das Spiel beginnt wie ein Rollenspiel, nachdem man sich seinen Charakter gestaltet hat, taucht man in eine fremde Welt ein und muss Missionen bestreiten, um den Spielverlauf voranzutreiben. Welchen Charakter der Spieler wählt ist hierbei für die Story irrelevant. Bei den Missionen bricht das Spiel jedoch aus dem Rollenspielmuster aus. Um voranzukommen, muss man mit seinen Gegner ein Puzzleduell austragen, welches an das klassische Spiel Bejeweled erinnert. Steine mit verschiedenen Farben müssen geschickt verschoben werden, um eine Reihe von 3 Steinen gleicher Farbe zu erzeugen, welche sich dann auflöst. So werden neue Spielzüge freigelegt und der Spieler erhält Manapunkte, um Zauber einzusetzen. Durch Zerstörung von 4er-Reihen ist der Spieler erneut an der Reihe und kann so geschickt Kettenreaktionen auslösen. Je nachdem für welche Charakterklasse sich der Gegner entschieden hat, steigt bei einem Level-Up die Stärke oder die Anzahl der einsetzbaren Zauber. Im Laufe der Geschichte ist es möglich gesammelte Münzen aus Siegen gegen neue Rüstungen einzutauschen und neben der Hauptmission verschiedene Nebenmissionen zu bestreiten, um Erfahrungspunkte zu sammeln. Die Missionen bestehen jedoch alle aus dem gleichen Puzzlespiel, welches lediglich im Schwierigkeitsgrad der Gegner variiert. Gespielt wird hierbei ausschließlich mit der Wiimote, sowohl auf der fiktiven Landkarte, als auch beim Puzzlegame.

Pädagogische Beurteilung:
Zu Beginn des Spiels kann sich der Spieler eine Spielfigur kreieren. Neben dem Namen besteht die Möglichkeit sich in klassischer Rollenspielmanier die Berufsklasse und das Aussehen auszusuchen. Man kann zwischen Druiden, Rittern, Kriegern und Hexenmeistern frei wählen, wobei jede Klasse bestimmte Fähigkeiten wie Magie oder Stärke aufweist. Die Auswahl des Aussehens beschränkt sich hierbei jedoch auf zwei vorgefertigte männliche oder weibliche Charaktere pro Klasse. Dies bemängelten die Tester während der Erstellung ihrer Spielfigur, die Möglichkeit einen individuellen Charakter zu erstellen wäre für die meisten Tester wünschenswert gewesen. Nachdem man sich auf eine Figur festgelegt hat beginnt das eigentliche Spiel. Zu Beginn wird der Spieler in die Geschichte eingeführt und kann sogleich mit den Missionen beginnen. Das Puzzlegame macht hierbei den größten Part des Spielverlaufes aus, wobei die Story nur das Grundgerüst für die Aufgaben darstellt. Diesen Aspekt kritisierten die Tester, die Schwierigkeiten hatten den Storyverlauf nachvollziehen zu können. Die Zwischensequenzen, welche die Geschichte erläutern, erfährt der Spieler in statischen Bildern und Textpassagen. Allerdings verloren die Tester schnell den Anreiz die recht langen Texte zu lesen: „Der Text ist langweilig“ (Tester 11 Jahre).

Der eigentliche Anreiz lag für die Testern bei den Missionen respektive dem Puzzle, welches es zu lösen galt. Durch die fiktiven Gegner waren den Spielern immer neue Hürden gesetzt, die sie bezwingen wollten.

Das Grundprinzip des Spiels ist einfach, farbige Steine müssen in einer Reihe von drei Elementen gleicher Farbe gebracht werden, woraufhin diese verschwinden und neue Legemöglichkeiten bereitstellen. Die verschiedenen Farben stehen hierbei in Rollenspielmanier für die vier Grundelemente Feuer, Wasser, Erde und Wind und der Spieler kann durch geschicktes Verrücken Steine einsammeln, um Zauber auszulösen. Welche und wie viele Manasteine für den nächsten Zauber notwendig sind, erfährt der Spieler hierbei in einer Tabelle auf seiner Spielseite, neben den ausgerüsteten Gegenständen und den Hit-Points. Schnell fanden die Tester Spaß daran die richtige Farbe einzusammeln, um den Magiewert Mana zu erhöhen. Neben Angriffs- und Schutzzauber kann der Spieler auch diverse Blöcke im Spielfeld zerstören, um den Spielverlauf zu beeinflussen. Sind auf einem Spielbrett keine Legemöglichkeiten verfügbar geschieht der „Manaschwund“ und das Spielbrett sortiert sich von selber neu. Dies wurde von den Testern oftmals kritisiert, da die gesammelten Manapunkte verschwanden, obwohl der Spieler meist keinen Einfluss darauf hat, dass keine Züge mehr möglich sind.

Neben den bunten Blöcken gibt es zusätzlich Totenköpfe, welche in Kombination dem Gegner Schaden bereiten, lilafarbene Kristalle, durch welche der Spieler Erfahrungspunkte erhält und Geldbeutel, um die Finanzen aufzubessern. Der geschickte Einsatz von Zauber oder die Verschiebung von Totenköpfen fand schnell Anklang in der Testergruppe. Die Spieler erkannten, dass sie durch das einfache Verschieben von Steinen einen Sieg erlangen konnten. Welche Missionen die Tester hierbei grade bestritten war nebensächlich, da sie stets darauf aus waren, ein neues Puzzlespiel zu gewinnen. Zusätzlich planten die Tester gemeinsam im Kollektiv die nächsten Züge, um den Gegner zu bezwingen: „Wir brauchen mehr rote Steine für den nächsten Zauber“ (Tester 11 Jahre). Um die Fähigkeiten zu verbessern konnten die Tester nachdem sie ein Level aufgestiegen sind die erhaltenen Fertigkeitspunkte auf ihre Eigenschaften aufteilen, um ihre Stärken auszubauen oder durch das gesammelte Gold neue Rüstungen kaufen: „Hol die Geldbeutel für neue Rüstungen“ (Tester 12 Jahre). Trotz der Rollenspielelemente verloren die Tester jedoch rasch den Bezug zu dem Einspieler- Storymodus, da die Geschichte von den Spielern als nicht besonders spannend oder interessant beurteilt wurde.

Besonderen Spaß hatten die Tester allerdings an dem Mehrspielermodus. Die Tester konnten hierbei gegeneinander antreten und ihre Fähigkeiten mit vorgefertigten Charakteren ausführen. Positiv fiel auf, dass sich die Tester gegenseitig halfen und neue Legemöglichkeiten zeigten, sobald ein Spieler nicht weiterkam. Sie erkannten schnell, dass das knifflige Verschieben und die folgenden Kettenreaktionen rasch zum Sieg führen konnten: „Das macht ja voll Spaß“ (Tester 10 Jahre). Dem Gegner Schaden zuzufügen ist neben dem Einsatz von Zaubersprüchen durch das Kombinieren von Totenköpfen möglich, wobei der Treffer hierbei lediglich als Blitz dargestellt ist. Auf die bildliche Gestaltung der Treffer ist hierbei verzichtet und kindgerecht dargestellt worden.

Die Steuerung durch die Wiimote fungiert hierbei als verlängerter Arm. Durch ein Pfeilsymbol können Steine markiert und verschoben werden. Hier ist jedoch der größte Kritikpunkt der Tester zu vermerken. Wii-unerfahrenere Spieler hatten teilweise Schwierigkeiten die Wiimote richtig zu kalibrieren. Die Steuerung ist sehr empfindlich und oftmals ärgerten sich die Tester über Spielzüge, die nicht so geplant waren. Viel zu schnell bewegten sie unbeabsichtigt die Steine und verloren so einen Spielzug: „Den Stein habe ich gar nicht gewählt“ (Tester 10 Jahre). Besonders im Spiel mit Computergegner ärgerten sich die Tester, da ein taktisch aufgebauter Spielzug so vom Gegner genutzt werden konnte.

Die Charaktere und Gegner orientieren sich an klassischen Rollenspielfiguren, sind jedoch meist durch eine unbewegte Animation gekennzeichnet. Dennoch konnten sich die Tester durch die Präsenz eben jener Bilder besser in das Spiel hineinversetzen und bekamen einen Bezug zu dem Puzzlegame, auch wenn sie die Geschichte nicht wirklich in den Bann zog respektive sie diese nicht nachvollziehen konnten: „Die Figuren sehen schön aus“ (Tester 11 Jahre).

Fazit:
Das Puzzlespiel hat den Testern besonders im Mehrspielermodus Freude bereitet. Die Tester fühlten sich als Team und halfen den Spielern bei dem taktischen Verschieben der Steine. Die mittelalterliche Rollenspielatmosphäre durch die Figuren und die Musik kam bei den Testern gut an. Lediglich der Storymodus schwächelte hierbei ein wenig, da die Geschichte für die Tester nicht spannend oder abwechslungsreich gestaltet war, weshalb dieser schnell das Interesse der Spieler verlor: „Worum geht es in dem Spiel eigentlich?“ (Tester 11). Leider ging durch diesen Aspekt der Langzeitspaß schnell verloren, da die Tester das Spiel nicht besonders abwechslungsreich fanden. Die Wiimote wird zwar in ihren Fähigkeiten eingesetzt, um das Puzzlespiel zu bewältigen, allerdings fiel gerade Neueinsteigern eine genaue Steuerung schwer. Dennoch konnten sich gerade jüngere Spieler mit ein wenig Übung auf die Motorik der Wiimote konzentrieren, da das Gameplay an sich nicht besonders komplex gestaltet ist.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass