Donkey Kong Jungle Beat - New Play Control!

Genre
Jump&Run
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2009.06
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Buntes Jump&Run mit innovativer Steuerung
Gruppenleiter
Benjamin Karalic
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Donkey Kong Jungle Beat" ist, wie der Titelzusatz "New Play Control!" vielleicht schon erahnen lässt, kein vollkommen neuer Beitrag zur erfolgreichen "Donkey Kong"-Saga. Vielmehr handelt es sich bei dem Spiel um eine Neuauflage des gleichnamigen Nintendo GameCube Titels aus dem Jahre 2005. Bei Erscheinen wurde das Spiel damals sowohl von der Kritik, als auch von der Spielergemeinde einhellig positiv aufgenommen. Allerdings hatte das "Donkey Kong Jungle Beat"-Paket für den GameCube einen entscheidenden Haken: es war aufgrund des innovativen Bongo-Controllers überdurchschnittlich teuer (das Spiel wurde tatsächlich per Trommel gesteuert, vgl. dazu unser Test). Da dem Spiel wohl hauptsächlich aus diesem Grunde ein kommerzieller Erfolg versagt blieb, entschloss sich Nintendo, "Donkey Kong Jungle Beat" mit neuer Steuerung und überarbeitetem Spielinhalt (bessere Grafik, andere Level) auf der Erfolgskonsole Wii erneut zu veröffentlichen.

Spielerisch präsentiert sich "Donkey Kong Jungle Beat" trotz seiner 3D-Optik als klassisches 2D-Jump&Run. Im Verlauf seines Abenteuers muss sich der titelgebende Primat durch mehr als fünfzehn abwechslungsreich gestaltete Level kämpfen. Dabei werden die zahlreichen Hindernisse durch geschicktes Hüpfen oder per Lianenschwung überwunden. Die Gegner, die ausnahmslos dem Tierreich entstammen, besiegt Donkey Kong stets mit seinen behaarten Fäusten. Sei es durch simple Prügel oder ohrenbetäubendes Klatschen, dessen Schallwellen seine Widersacher aus den sprichwörtlichen Socken hauen. Einen Großteil dieser Aktionen löst der Spieler dabei durch Bewegungen des Wii-Controllers aus, womit auch vor dem Bildschirm für genügend Aufruhr gesorgt sein dürfte.

Das turbulente Spielvergnügen hält sich dabei nicht mit einer Hintergrundgeschichte auf. Wo sonst Prinzessinnen gerettet und böse Könige gestürzt werden wollen, regiert in "Donkey Kong Jungle Beat" einzig und allein der Hunger. Und wie es sich für einen Affen gehört, ist Donkey Kong natürlich auf der Jagd nach Bananen. Diese sind überall in den Levels verstreut und wollen sorgsam eingesammelt werden. Genretypisch wird der Spieler hier für Vollständigkeit belohnt. Der Punktezähler kann zusätzlich erhöht werden, wenn es dem Spieler gelingt, die Bananen auf besonders spektakuläre bzw. geschickte Art und Weise, durch so genannte "Combos", einzusacken. Besonders fleißige Sammler können dann am Ende eines Abschnitts mit der Goldmedaille rechnen. Und wer es schafft über 1000 Bananen zu horten, kann sogar geheime Bonuslevel frei schalten. Der "Bananenstand” dient allerdings nicht nur als Highscore, sondern erhält zum Abschluss einer Welt noch einmal besondere Bedeutung. Im Kampf mit den überdimensionalen Endgegnern bestimmt er nicht nur die Größe der Lebensenergieleiste, sondern auch, ob der Spieler überhaupt in den nächsten Spielabschnitt darf. Selbst nach besiegtem Endgegner, erhält der Spieler nur Zutritt, wenn er genug "Bananen-Medaillen" vorweisen kann. Eine Schikane, die bei unseren Testern jedoch nicht ins Gewicht fiel, da die kurzen Level von "Donkey Kong Jungle Beat" einen hohen Wiederspielwert haben.

Pädagogische Beurteilung:
Wer unseren Test zur ursprünglichen Fassung von "Donkey Kong Jungle Beat" auf dem GameCube liest, wird sich fragen, ob es der Neuauflage gelingt, das einzigartige Spielgefühl der Bongo-Trommeln auf die Wii-Controller zu übertragen. Denn gerade darin liegt der besondere Reiz des Ursprungstitels, der ihn zudem noch auf so ungewöhnliche Weise pädagogisch wertvoll gemacht hat. Ein traditionelles "Hüpfspiel" mit einem großen Namen, indem Reaktionsvermögen, Konzentration und Rhythmusgefühl auf einem ähnlich hohen Niveau wie in Musikspielen à la "Guitar Hero" gefordert werden. Das hat es seitdem nicht mehr gegeben. Doch die auf der Spielverpackung angepriesene "New Play Control!" der Wii-Version konnte unsere Tester auch ohne innovatives Trommelfeeling überzeugen. Die Steuerung per Wiimote und Nunchuk ist intuitiv und bereitete im direkten Vergleich zu den Bongos weit weniger Einsteigerprobleme. Aktionen wie Springen, Klettern und Klatschen gingen problemlos von der Hand und die nötigen Schüttel- und Schwingbewegungen machten den Kindern sichtlich Spaß. Höhepunkte waren dabei die Prügel- und Fressattacken, in denen das Controllergespann besonders heftig geschüttelt werden musste, um an hohe Punktzahlen kommen zu können. Sorgen um die Handgelenke muss man sich dabei allerdings nicht machen, da das Spiel in regelmäßigen Abständen zu einer Ruhepause mahnt. Unsere Spieler zogen es vor, im Stehen zu spielen. Das Spiel kann aber ebenso aus einer sitzenden Position heraus bedient werden und eignet sich deshalb auch für kleinere Räume.

Wie eingangs erwähnt, hat "Donkey Kong Jungle Beat" eigentlich keine Geschichte. Dies liegt ganz bestimmt nicht daran, dass man bei Nintendo keine Erzähltradition hat. Die wird in Serien wie "Zelda" oder den "Mario und Luigi"-Rollenspielen immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. "Donkey Kong Jungle Beat" erscheint so reduziert, weil es sich ganz klar an eine jüngere Zielgruppe richtet. Ähnlich wie die klassischen Klempner Jump&Runs soll Donkey Kong auch für diejenigen geeignet sein, die mit dem Lesen von Textpassagen und dem Verfolgen einer mehrstündigen Storyline überfordert wären. An die Stelle der Geschichte tritt nun eine Spielwelt, die allein durch ihr überbordend fantasievolles Level- und Figurendesign überzeugen muss. Und hier zeigt sich die langjährige Erfahrung und Präzision, mit der im Hause Nintendo Spiele entwickelt werden, die in der Lage sind, sämtliche Altersstufen abzuholen. Mit seinem Feuerwerk an visuellen Ideen hat "Donkey Kong Jungle Beat" unsere Testergruppe (12) von der ersten Minute an faszinieren können. "Das sieht ja aus wie bei Alice im Wunderland" kommentierte ein Spieler Nintendos psychedelische Interpretation der rasant wechselnden Natursettings. Egal, ob Meereslandschaft, Dschungel oder Eiswüste, überall sind kleine und große Absurditäten versteckt. Da schießen Pilze nach einem zielgenauen Klatschen haushoch aus dem Boden oder eine Lawine entpuppt sich als riesiger Wal, der sich offenbar zu einer Rutschpartie in den Bergen entschlossen hat. In Donkey Kongs Welt scheint alles möglich und das fasziniert jung und alt.

Unterstützt wird dieses Gefühl einer Natur, die verrückt spielt, durch überdrehte Dschungelsounds und eine fröhliche aber trotzdem treibende Hintergrundmusik. Unseren Testern fiel dabei auf, dass auch in diesem Spiel die eingebauten Lautsprecher der Wiimote für kleine Soundüberraschungen sorgen, wenn z.B. nach dem Sieg über einen Endgegner Gejubel exklusiv aus dem Controller schallt. Auf der einen Seite trägt dieses tonale Gesamtpaket natürlich wunderbar zur Atmosphäre bei, auf der anderen sorgt es in Kombination mit den wilden Controllerbewegungen natürlich für eine gewisse Hektik. Unsere Gruppe war nach dem Test zu "Donkey Kong Jungle Beat" zumindest ordentlich aufgeputscht. Wer Unruhe im Kinderzimmer befürchtet, sollte im Anschluss Aktivitäten einplanen, die für etwas Ausgleich sorgen.

Im direkten Vergleich ist der Gorilla Donkey Kong eindeutig gewalttätiger, als genreverwandte Kollegen wie z.B Mario. Aus nicht näher bekannten Gründen bzw. um an die heiß geliebten Bananen zu kommen, verprügelt er so ziemlich jedes andere Tier im Spiel. Und das erlebt der Spieler mit vollem Controllereinsatz am eigenen Leibe. Hinzu kommt, dass der umtriebige Gorilla immer neue Möglichkeiten findet, seine "Mittiere" als Fortbewegungsmittel zu benutzen. Mal reitet er auf einem Steinbock, mal hängt er sich an einen Vogel oder missbraucht ein aufgespanntes Flughörnchen als Gleitschirm. Um hier Missverständnissen vorzubeugen. "Donkey Kong Jungle Beat" ist bei weitem kein bedenkliches Spiel. Die dargestellte Gewalt entspringt einem überzogenen Comicuniversum und wirkt niemals emotional, sondern stets komisch. Trotz allem kann es nicht schaden, das egoistische Verhalten des Protagonisten zu hinterfragen. Bei den jüngeren Spielern werden hier ähnliche Mechanismen greifen, wie bei der Rezeption von "Wo die wilden Kerle wohnen". Nur können sie hier aktiv an der Zerstörung teilhaben. "Donkey Kong Jungle Beat" ist auch aufgrund seiner Körperlichkeit das perfekte Spiel, um das anarchistische Ich, den inneren Chaoten, zu befriedigen. Danach muss lediglich die Rückkehr in eine geregelte Normalität gesichert sein.

"Donkey Kong Jungle Beat" eignet sich trotz seiner Beschränkung auf einen Einzelspielermodus auch für Gruppen von 2-3 Spielern. In Zeiten von "New Super Mario Bros Wii" und "Little Big Planet", bei denen man sogar zu viert gleichzeitig losziehen darf, wirkt das klassische Abwechseln vielleicht nicht mehr zeitgemäß. Doch im Falle von "Donkey Kong Jungle Beat" macht es durchaus Sinn und hat unseren Testern großen Spaß bereitet. Zum einen konnten sie die Pausen aufgrund der körperlich anstrengenden Steuerung gut gebrauchen. Zum anderen sind der Schwierigkeitsgrad hoch und die Level kurz genug, um sich in regelmäßigen Abständen abwechseln zu können. Dies hat gerade bei den anspruchsvollen Endgegnern zu regen Diskussionen in der Gruppe geführt. Fieberhaft wurde überlegt, mit welcher Strategie man denn den übergroßen Scheusalen mit passenden Namen, wie z.B. Zoffo oder Rasta Kong, Herr werden könnte. "Donkey Kong Jungle Beat" beweist hier, dass selbst bei einem Einzelspielertitel der Kommunikationsaspekt erhalten bleiben kann.

Fazit:
"Donkey Kong Jungle Beat – New Play Control!" ist ein mitreißendes Jump&Run Spiel, das gerade jüngere Spieler durch seine aktionsbetonte Steuerung und die farbenfrohe Spielwelt begeistern kann. Leider ist es etwas kurz. Falls es nur einen einzelnen Spieler in der Familie gibt, genügt auch eine Wochenendausleihe in der Videothek. Aufgrund seiner Spielinhalte, der Steuerung und der ständig präsenten Comic-Action ist das Spiel allerdings erst ab 6 Jahren zu empfehlen.
Fans der GameCube -Version werden übrigens enttäuscht sein, da es keine Möglichkeit gibt, den Original Bongo-Controller an der Wii zu benutzen.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass