Drakensang: Am Fluss der Zeit

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
dtp Entertainment
Erscheinungsjahr
2010.02
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Gutes & interessantes Rollenspiel für alle Altersstufen
Gruppenleiter
Marius Eversmann
Ü12 Kinder und Jugendzentrum Leichlingen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die Hochzeit der "Pen und Paper"-Rollenspiele ist vorbei. Auch eines der beliebtesten fantasiereichen Rollenspiele "Das schwarze Auge (DSA)" ist im Jahr 2008 mit dem Titel "Drakensang" auf dem PC erschienen. Nun ist die Fortsetzung dieses bei DSA-Fans und PC-Rollenspielern viel gelobten Spiels erschienen. "Drakensang – Am Fluss der Zeit" spielt zeitlich 23 Jahre vor seinem Vorgänger "Drakensang" aber entführt den Spieler wiederum in die mittelalterliche Fantasywelt "Aventurien".
Der alternde Zwergenheld Forgrimm erzählt seine Geschichte seiner Ziehtochter, ein unbekannter Held spielt darin eine sehr wichtige Rolle, diese Rolle nimmt der Spieler dann ein. Der Rest der eigentlichen Geschichte entwickelt sich dann im eigentlichen Spiel und erzählt von der Reise auf dem "Großen Fluss" durch Aventurien.

Pädagogische Beurteilung:

Einstieg leicht gemacht
Wer denkt, dass der Einstieg in ein Rollenspiel, das auf "Das schwarze Auge" basiert kompliziert sein muss, der irrt. Ein übersichtliches Menü, das dem Spieler zwar nur einen Einzelspielermodus aber ausreichend Einstellungsmöglichkeiten bietet, entspricht dem Wunsch des Spielers, schnell loslegen zu dürfen.
Der Spieler kann sich seinen Helden mit individuellen Fähigkeiten selbst erstellen, die Auswahl an verschieden Typen ist nach Meinung der Tester nicht sehr umfangreich aber absolut ausreichend, die Auswahl an Fähigkeiten ist dafür umso vielfältiger.
Um mit vollem Umfang in die Spielgeschichte einsteigen zu können, kann sich der Spieler zunächst ein sehr gut gemachtes Video ansehen, welches ihm die Hintergründe offenbart. Die Figuren bewegen sich sehr authentisch und flüssig und machen Lust auf das Spiel. Die Geschichte wird auch während der etwas langen Ladezeiten weiter erklärt. Nimmt sich der Spieler die Zeit, den Ausführungen zu lauschen bietet sich ihm nun eine sehr vielfältige und abwechselungsreiche Spielwelt.

Unendliche Weiten
Nachdem der Spieler die Welt betreten hat, eröffnet sich ihm aus der Sichtweise der dritten Person eine Spielwelt, die nach und nach immer größer wird und in der er nach und nach mehr Freiheiten bekommt. Auf den Spieler wird zunächst kein großer Handlungsdruck ausgeübt, er kann die Spielwelt in aller Ruhe erkunden und mit der Bedienung vertraut werden. Auf der übersichtlichen Karte kann er sich gut orientieren. Gefundene Quests oder markante Punkte werden auf der Karte markiert und können somit später wieder bequem, auch mit einer Schnellreiseoption angesteuert werden. Schon hier zeigt sich, die zu erwartende Größe und der Umfang der Spielwelt. In einer optisch und grafisch sehr detailreichen und gelungenen, mittelalterlichen Umgebung, wirken die hier und da etwas steif animierten Spielfiguren passend. Besonders die Landschaften und Städte sind sehr gut gelungen, leichte Schwächen lassen sich bei der Animation der Figuren bei Kampf und bei den allgemeinen Bewegungen erkennen.
Sogar noch etwas besser wirkt die Soundunterstützung von den Testern beurteilt, besonders weil jede Spielfigur seine eigene charakteristische Stimme bekommt. Die Musik ist passend und wechselt mit der jeweiligen Spielsituation.

Kamera oder Spielfigur
Als einer der negativ auffallenden Punkte stellt sich die Steuerung heraus oder besser gesagt, die Steuerung der Kamera. So ist der Spieler manchmal mehr damit beschäftig, die Kamera in eine ihm Übersicht verschaffende Position zu bringen, als seinen Avatar zu steuern. Die Steuerung der Spielfigur selber mit Maus und Tastatur ist einfach und genretypisch.

Heldenmanagment auch für Profis
Sehr umfangreich stellt sich das Menü des Heldenprofils dar. Dem Spieler stehen mit Hilfe von Steigerungspunkten, die er für gelungene Aktionen im Spiel bekommt, zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung seine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen zu verbessern. Hinzu kommt noch die Möglichkeit verschiedene Fähigkeiten zu erlernen, um sich beispielsweise selbst ein Schwert zu schmieden oder Zaubertränke herzustellen. Diese Möglichkeiten sind sehr gut geeignet für erfahrene Spieler, so dass er seinen Helden sehr individuell Gestalten kann. Und somit einen hohen Identifikationsgrad erreichen kann und somit motiviert weiter am Ball zu bleiben. Der Anfänger zeigt sich, aufgrund der Fülle der Einstellungsmöglichkeiten zunächst etwas ratlos und verbessert seinen Helden nach Gefühl.

Links oder rechtsrum?
Drakensang bietet eine Menge Abwechselung, so kann der Spieler, gut unterstützt durch das Questbuch, überlegen, ob er seine Aufgabe sofort weitermacht oder ob er zuerst eine Andere in Angriff nimmt. Diese große Entscheidungsfreiheit kommt bei den Testern überwiegend sehr gut an. Anfänger haben jedoch etwas Schwierigkeiten selbstständig ihre Aufgaben im Blick zu behalten und somit die eigentliche Spielhandlung voran zu treiben.
Diese Fähigkeit den Überblick zu behalten, ist eine der vielen Spielforderungen, die das Spiel an den Spieler stellt. Außerdem ist es wichtig und notwendig, viele Informationen zu sammeln und diese auch zielführend wieder zu verwenden. Das erfordert eine ganze Menge Ausdauer, Planung und Übersicht.

Warum spiele ich das eigentlich?
In der Zeit der Online-Rollenspiele stellt sich die Frage warum gerade Drakensang dazu motivieren soll es zu spielen. Es gibt keine Vernetzung mit anderen Spielern, niemand sieht, dass ich einen starken Helden habe. Drakensang bietet als Motivationsgrundlage, dass es sich sehr gut an die besagten "Pen and Paper"-Rollenspiele anlehnt und damit für Fans eine gut gelungene Umsetzung des Bekannten der Geschichten bietet. Zudem ist das Heldenmanagment sehr umfangreich und bietet damit eine Individualisierung der Spielfigur. Auch bei den Spieletestern ist der wichtigste Punkt zur Motivationskraft die wirklich liebevoll erzählte und gestaltete Spielgeschichte. Die Tester betonten sehr oft, dass sie gerne wissen möchten, wie die Geschichte weitergehe. In Kombination bieten diese Punkte einen guten Grund sich auf das Spiel einzulassen und das Abendteuer auf dem "Großen Fluss" zu bestehen.

Lernen durch Handeln
"Drakensang" zeigt sich bei der Gestaltung der Quests sehr vielseitig. So bietet sich dem Spieler die Möglichkeit auch durch freundliches und helfendes Auftreten Aufgaben zu lösen. Kämpfe sind nicht der hauptsächliche Inhalt der Quests, dem Spieler werden alternative Handlungsmöglichkeiten geboten. Ganz ohne kämpferische Handlungen kommt das Spiel aber dennoch nicht aus, es wird jedoch ein überwiegend positives Menschenbild vermittelt.

Weitere Kommentare der Tester
"Wenn man Zeit und Lust hat, kann man sich mit der Welt von DSA beschäftigen, ist aber keine Voraussetzung für das Spiel." (Tester, 13) - "Ich würde es weiterempfehlen, die Geschichte ist spannend." (Tester, 12) - "Es ist gut, dass man sich verbündete holen kann." (Tester, 13) -"Die Aufgaben sind wirklich abwechselungsreich." (Tester, 13)

Fazit:
"Drakensang – Am Fluss der Zeit" ist ein gelungenes Rollenspiel für Jugendliche und Erwachsene. Inhalte aus dem Original "Pen and Paper"-Fantasy-Spiel "Das schwarze Auge (DSA)" wurden gut umgesetzt und schaffen eine gewisse inhaltliche Tiefe im Spiel.Die grafische und audiotechnische Umsetzung kreiert eine zum Spiel passenden Atmosphäre und schafft den Rahmen für eine interessante Spielgeschichte.

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Spieletester
Ü12 Kinder und Jugendzentrum Leichlingen
Leichlingen
Bewertung Spielspass