Sonic & Sega All-Stars Racing

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
SEGA
Erscheinungsjahr
2010.02
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Nintendo DS
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Abwechslungsreiche Mehrspielerraserei
Gruppenleiter
Benjamin Karalic
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Nach jahrzehntelanger Vorherrschaft von "Mario Kart" (Test auf Spielbar.de) und seinem Nintendo-exklusiven Rennstall präsentiert sich nun mit "Sonic & Sega All-Stars Racing” (kurz: SSAR) ein Kartrennspiel, in dem nun endlich die nicht minder bekannten Videospielhelden des Herstellers SEGA gegeneinander antreten dürfen. Die actionreichen Rennduelle finden dabei auf 24 verschiedenen Kursen statt, die von den jeweiligen Originalspielen (Sonic (Wikipedia), Shenmue (Wikipedia), Virtua Fighter (Wikipedia), etc) inspiriert sind. Die Entwickler von "SSAR" haben sich in dieser Hinsicht offensichtlich von Nintendo inspirieren lassen und setzen auf den Wiedererkennungswert von etablierten Marken. 

Auch spielerisch ist "Mario Kart" als Vorbild unverkennbar und so entpuppt sich Sonics Kartdebüt als klassisches, spaßbetontes Rennspiel, als sog. "Fun Racer". Jenseits aller physikalischen Gesetze wird hier auf farbenfrohen Phantasiestrecken um den ersten Platz gekämpft. Dabei gehören unfaire Mittel genau so zum guten Ton, wie unerlaubte Abkürzungen. Driften, Springen und die Mitfahrer in den nächsten Abgrund rammen. Schnell wird deutlich, dass hier nicht das Regelwerk der Formel 1 als Vorbild diente, sondern eher eine Zeichentrick-Anarchie á la "Tom & Jerry" und "Roadrunner".

Wie man es von Titeln dieser Art gewöhnt ist, bietet "SSAR" zahlreiche verschiedene Spielmodi. Im Einzelspielermodus besteht die Möglichkeit, das eigene Können in Grand Prix Turnieren, Einzelrennen oder im Zeitfahren unter Beweis zu stellen. Hinzu kommen noch diverse Spezialmissionen, in denen besondere Aufgaben erfüllt werden müssen (z.B. Münzen sammeln oder durch Tore fahren). "SSAR" ist allerdings auch für das Multiplayerspiel geeignet. Bis zu vier menschliche Fahrer können an einer Konsole (PS3, XBOX360 oder Wii) in verschiedenen Wettbewerben um die Vorherrschaft auf der Couch kämpfen. Sämtliche Aktivitäten bringen dabei so genannte "Sega Miles", die sich später im spieleigenen Shop gegen neue Figuren, Strecken und sogar Musikstücke eintauschen lassen.

Pädagogische Beurteilung:

Alte Bekannte in neuem Umfeld
Unsere Testergruppe hatte mit dem Einstieg in die Welt von "SSAR" keine Probleme. In spielerischer Hinsicht waren sie bereits - wie es für Spielende in dem Alter (12) üblich ist - mit den Anforderungen eines Fun Racers vertraut. So ging die Steuerung leicht von der Hand und die wenigen Neuerungen und Eigenheiten von "SSAR" waren ebenfalls schnell erlernt. Aber nicht nur die Spielmechanik kam unseren Testern bekannt vor. Auch in Sachen Atmosphäre konnte das Spiel von einem gewissen Wiedererkennungswert zehren. Das breit gefächerte Figurenangebot sorgte für viele Aha-Erlebnisse in der Gruppe, die das Gros der Fahrer bereits in anderen Spielen gesteuert hatte. Dabei gefiel den Testern besonders, dass die titelgebenden All-Stars "nicht nur aus Kinderspielen" kämen, sondern ebenfalls aus Kampf- und Rollenspielen. Diese wurden nicht kartgerecht verniedlicht, sondern präsentieren sich im originalen Design. Dieser Mix aus "ernstzunehmenden" Figuren und überdrehten Comiccharakteren bot unseren Spielern genügend Auswahl- und Identifikationsmöglichkeiten. Darüber hinaus kam es während des Spiels zu zahllosen "David vs Goliath" Momenten, wenn z.B. der kleine Affe AiAi in seinem Bananenmobil gegen den Kampfsportrecken Jacky und seinen Sportwagen gewinnt.

Geschicklichkeit und Taktik auf der Piste
Abseits dieses "Game Culture Clashs" steht bei "SSAR" natürlich der Rennspaß im Vordergrund. Die abwechslungsreichen Strecken bieten schnelle und halsbrecherische Unterhaltung, stellen dabei aber mit fortschreitender Spielzeit immer höhere Anforderungen an Taktik und fahrerisches Geschick. Außerdem sind Reaktionsschnelligkeit und Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es darum geht den Angriffen der Mitstreiter zu entgehen oder nach einem Sprung in luftige Höhen eine punktgenaue Landung hinzulegen. Der actionbetonte Wettbewerb machte unseren Testern sichtlich Spaß. Ein Aspekt, der jedoch kritisch gesehen wurde, war das so genannte "Balancing". Dieser Begriff beschreibt eine spielerische Ausgeglichenheit, die durch verschiedene Aspekte der Spielmechanik (z.B. Windschattenfahren, bessere Waffen für Letztplatzierte) dafür sorgt, dass das Rennfeld eng beieinander bleibt. Einige unserer Tester fanden es unfair, dass das Spiel nicht dafür sorgt, dass schwächere Spieler schneller aufschließen. Andere jedoch argumentierten vehement dagegen. "Der beste Fahrer muss auch weit vorne liegen." Schließlich einigte man sich aber darauf, dass es sinnvoll gewesen wäre, den so genannten "Gummibandeffekt" wenigstens optional anzubieten.

Ästhetisches Gesamtpaket
"SSAR" setzt seinen Ansatz, eine Zusammenkunft der hauseigenen "Allstars" zu feiern, auch in der Präsentation um. Unsere Tester konnten sofort anhand der detailverliebten grafischen Gestaltung festmachen, welchem Spiel die gewählte Rennstrecke entlehnt war. Gleiches gilt auch für die musikalische Untermalung. Ob "Virtua Fighter" oder "Samba de Amigo" (Wikipedia), die Musikstücke wurden sofort erkannt. Hierbei ist natürlich nicht zu unterschätzen, wie intensiv die Auseinandersetzung mit Melodien ist, denen man - wie im Falle eines Videospiels - für viele, viele Stunden ausgesetzt ist. Unseren Testern hat es zumindest sehr viel Spaß gemacht, auf allen Ebenen auf "alte Bekannte" zu treffen.  

Langzeitmotivation im Casual Game
Als Fun Racer mit partieller Knuddeloptik hat "SSAR" genrebedingt mit dem Vorwurf der fehlenden Langzeitmotivation zu kämpfen. Wie bei den meisten anderen Vertretern seiner Art gibt es auch hier weder einen sonderlich umfangreichen Solospielermodus, noch eine gestufte Steuerungsmechanik, wie bei den großen Rennsimulationen (Forza Motorsport (Spieletest), Gran Turismo (Spieletest). Dem versuchten die Entwickler mit dem Belohnungssystem "Sega Miles" entgegen zu steuern. Selbst erfahrene Fahrer werden einige Zeit brauchen, um alle Aufgaben zu lösen und somit die vielen versteckten Spielinhalte frei schalten zu können. Ein weiterer Faktor, der unsere Tester zum Weiterspielen motivierte, war die Tatsache, dass zu jeder Figur ein eigenes Gefährt mit individuellen Eigenschaften gehörte. Daraus das perfekte Gefährt für Duelle im Freundeskreis zu finden, stellte für unsere Gruppe eine durchaus ernsthafte Aufgabe dar. 

Fazit:
"Sonic & Sega All-Stars Racing" ist ein kunterbunter Rennspaß für sämtliche Altersklassen. Die Zahl der Strecken und die verschiedenen Spielmodi bieten genug Abwechslung, um langhaltige Duelle im Freundeskreis zu sichern. Das Spiel setzt dabei einen klaren Schwerpunkt auf die Mehrspieleroption. Mit mehreren macht es einfach am meisten Spaß, auch wenn der fehlende Gummibandeffekt, den schwächeren Spielern äußerst bittere Niederlagen beschert. Auf Grund der rasanten Spielmechanik und der Cartoon-Action ist das Spiel für rennspielaffine Spielerinnen und Spieler ab 6 Jahren zu empfehlen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass