Rayman Raving Rabbids: TV Party

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2008.11
Systeme
Nintendo DS
System im Test
Nintendo DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Gewaltfreie Minispielsammlung, der es allerdings an Umfang hapert
Gruppenleiter
Marco Fileccia
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Rayman Raving Rabbids TV Party" ist ein Spiel für den Nintendo DS, veröffentlicht von Ubisoft. Rayman ist dabei ein bekannter Held aus unzähligen Jump'n'Run- und Adventure- Games. Sei erstes Abenteuer bestritt das Comic- Maskottchen des Publisher Ubisoft bereits 1995. Die neueste Ableger-Reihe dreht sich rund um die Raving Rabbids, die sich nicht nur auf Nintendo-Konsolen, wie der Wii, dem Gameboy Advance und Nintendo DS tummeln, sondern auch schon auf der Playstation 2, der Xbox 360 und dem PC gelandet sind. Dabei handelt es sich um Comic Hasen, die anscheinend keine Sprache beherrschen.
Raving Rabbids sind eher Partyspiele, die aus vielen Minispielen mit einer losen Rahmenhandlung bestehen. Besonderes Merkmal ist hierbei der skurrile Humor. Dies ist auch der Fall bei ihrem ersten Ausflug auf den Nintendo DS: Rayman will Fernsehen, bemerkt aber, dass die verrückten Hasen seinen Fernseher befallen haben. Darum muss er sich nun über fünf Spielbretter würfeln bis hin - immer wieder - zu einem Fernsehsymbol, um diesen schließlich von immer mehr Rabbids zu befreien. Dazwischen erspielt er sich die Würfelaugen in Minispielen. Dabei kann er zwischen – im ersten Level – zwei Kanälen, später zwischen sechs Fernsehprogrammen wählen. Diese beinhalten verschiedene Minispiele, die durch einen Zufallsgenerator ausgewählt werden. Diese muss der Spieler dann meistern und kann dabei immer vier Züge auf dem Spielbrett gewinnen. Der Hase zieht immer zwei Züge, unabhängig vom Minispielergebnis.
Das Spielbrett besteht dabei aus Feldern die begehbar sind für Rayman und nicht begehbaren Blöcken. Über diese kann die Hasenfigur jedoch hinwegziehen. Dazu gibt es noch Fragezeichen-Felder. Auf Ihnen kann Rayman etwas riskieren. Entweder er gewinnt einen Extra-Zug, drei Hasen werden aus dem Fernseher herausgesogen, er kann ein Feld weiter ziehen oder alle Blöcke verschwinden vom Spielfeld. Es kann aber auch geschehen, dass drei zusätzliche Hasen in den Fernseher einziehen. Die Zahl der im Fernseher befindlichen Hasen steigt pro Spielbrett. Das Aussehen der Spielbretter ändert sich allerdings nicht und die Felder sind nichts anderes als Quadrate, anders also als zum Beispiel beim Mini-Spiel-Klassiker "Mario Party DS", wo die Spielbretter abwechslungsreich sind und die Spielziele variieren. Nachdem der Rayman den Fernseher erreicht hat, befreit er ihn von jeweils zehn Rabbids. Allerdings stellt der Fernseher sich dann an eine andere Ecke des Spielbretts und der Rayman muss sich dorthin spielen.
Sind alle Hasen aus dem Fernseher, endet jedes Level mit einer Verfolgungsjagd eines Hasen durch ein 2D-Stadtparcour. Dabei muss man lediglich mit Rayman über Hindernisse springen und so den Hasen einfangen. Dies ist, wie auch die Level, aber eher langweilig und ideenlos.
Das Hauptkonzept ist also eher lieblos umgesetzt. Der Schwerpunkt des Spieles findet fernab der losen Rahmenhandlung statt, nämlich in den Minispielen. Diese ähneln sich meistens. Man muss entweder Sachen drehen, Dinge fallen lassen oder abschießen (beispielsweise einen Hasen mit einer Gummischnur) oder etwa Knöpfe oder, im Level "Beim Zahnarzt", Seifenblasen weg klicken. Etwas interessanter hingegen sind Mini- Spiele, bei welchen der Spieler auf 4 Flächen im Takt der Musik Tasten anwählen muss. Diese Spiele sind meist mit lustigen Animationen versehen.
Zwischen den Leveln kommt immer wieder ein und dieselbe Zwischensequenz. Auch kriegt der Spieler Frisuren und verschiedene Muster, um einen Hasen anzumalen oder ihm eine Frisur zu verpassen. Diese Option ist allerdings mehr als schlecht umgesetzt. Die Muster kann man auf den weißen Hasen stempeln oder gleich die ganze Fläche des Hasen von den Zehen bis zur Stirn zu pflastern. Ein schönes Ergebnis ist aber eher unmöglich. Auch taucht dieser Hase dann nicht mehr im Spiel an anderer Stelle auf.
Nachdem alle Spielbretter durchgespielt sind, was nicht wirklich viel Zeit in Anspruch nimmt, gibt es die Möglichkeit, alle Minispiele nochmal zu spielen und versuchen, möglichst viele Punkte zu holen.
Man kann Rayman Raving Rabbids TV Party auch über die eingebaute WiFi- Connection mit einem Freund oder einer Freundin spielen. Dies allerdings auch nur gegeneinander.

Pädagogische Beurteilung:
Das Hauptaugenmerk von Eltern liegt zweifelsohne auf der gewaltfreien Gestaltung eines Computerspiels. Für Kinder ist dies natürlich nicht alles. Denn Gewalt macht ein Spiel nicht attraktiver, dafür gibt es schon immer gute Beispiele, aber die Gewaltfreiheit macht die Spiele leider auch nicht besser. Es geht nicht nur um das Spielen, es geht zudem auch um ein Erleben. Ein Spiel, welches auch nicht mehr bietet, als stures Sich-Unterhalten-Lassen, landet ehe man sich versieht auf der Ersatzbank. Ganz genau so sieht es bei den Raving Rabbids für die portable Konsole von Nintendo DS aus. Betrachten wir dieses Spiel, es sei vorweggenommen, es ist im Bezug auf Gewalt bedenkenlos in die Hände von Kindern zu geben und von der USK auch ohne Altersfreigabe gekennzeichnet, mal durch die Augen von jugendlichen Spieletestern.
Der Einstieg in das Spiel fiel den Schülern und Schülerinnen, die dieses Spiel gestestet haben, eher schwer. Am Anfang wird weder eine richtige Geschichte erzählt, noch folgt irgendeine Anweisung zum Spieleinstieg, welche Mechanik und Ablauf erklärt. So kommt eine Spieletesterin zum Schluss "Die Hintergrundgeschichte war gut, wurde aber schlecht umgesetzt. Dadurch habe ich die Spielmotivation ziemlich schnell verloren."
Auch negativ werden die immer gleich bleibenden Spielbretter bewertet. Die Beschreibung, die dem Spiel beiliegt, erklärt das Spiel unzureichend und eine Geschichte wird im Booklet auch nicht erzählt. Nachdem die Minispiele von einem Zufallsgenerator ausgewählt wurden, vermisst man auch eine Anleitung zu dem jeweiligen Spiel. Immerhin ist es möglich, das Spiel zu testen, bevor man versucht, alle möglichen vier Würfelaugen zu erspielen.
Wenigstens sind die Minispiele ziemlich einfach, so die Spieletester. Dies steigert den Spielspaß aber auch nicht unbedingt. Die Spielbretter sind ziemlich schnell durchgespielt und alle Kanäle anwählbar. Die Option des "Punktespiels" steigert die Motivation weiterzuspielen auch nicht.
Positiv wird von den Jugendlichen allerdings bewertet, dass die Konsole jederzeit ausgeschaltet werden kann, ohne Verluste zu erleiden. Man muss also nicht fortlaufend speichern. So kann man also auch auf Reisen oder zum Mittagessen schnell mal ausschalten, ohne dass der Spielerfolg futsch ist.
Gewalt findet im Spiel nicht statt. Man schießt zwar mit Kühlschränken vereinzelt auf Hasen oder ein Hase schlägt dem anderen mit einer Baseballkeule einen auf dem Kopf befindlichen Ball vom Haupt, jedoch kann man solche Darstellungen als bedenkenlos und comichaft einstufen.
Die Grafik des Spieles mag zwar für manche lustig sein, den Nerv unserer Spieletesterinnen trifft sie allerdings nicht. Auch die Sounduntermalung ist bei manchen Spielen sinnvoll, wenn es auf den Takt der Musik ankommt, ansonsten aber einfach ein Gedudel, was mehr Spielfrust, als Spiellust schafft.

Fazit:
"Rayman Raving Rabbids TV Party" kann zweifelsohne in die Hände von Kindern gelangen. Die USK spricht dem Spiel keine Altersbeschränkung aus. Dieser Meinung kann man sich problemlos anschließen, außer das zum Bedienen der DS eben doch noch ein motorisches Geschick gehört, über das Kinder erst ab 6 Jahren ausgereifter verfügen. Allerdings verspricht man sich von einem Spiel mehr, als eine kurzfristige Unterhaltung. Kaum angefangen, hört das Spiel auch schon auf. Das Spiel prägt sich durch seine Mini-Spiele, die Rahmenhandlung und Story ist leider wirklich mäßig. Das Spiel verliert also dadurch, indem es leider viel zu einfach und auch monoton ist.

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Spieletester
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Oberhausen
Bewertung Spielspass