Totally Spies! Totally Party

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2008.02
Systeme
PC, Playstation 2, Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Knallbuntes Brettspiel im Comic-Look und Girlie-Design
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Totally Spies ist eine französische Zeichentrickserie und erzählt die Geschichte von drei typischen Mädchen die in ihrem Alltag zur Schule gehen, sich für Jungs interessieren und gerne einkaufen. Doch Sam, Clover und Alex haben ein Geheimnis, sie sind verdeckte Agentinnen die gegen das Böse kämpfen, um die Menschheit zu beschützen. So versuchen die drei Freundinnen ihr Spionageleben und den gewöhnlichen Alltag unter einen Hut zu bringen. "Totally Spies! Totally Party" ist die Videospielumsetzung der gleichnamigen Zeichentrickserie. Das Spiel ist aufgebaut wie ein Brettspiel. Nachdem man sich seinen Charakter und dessen Kleidung ausgesucht hat, beginnt das Spiel. Im Story-Modus kann der Spieler durch Schütteln der Wiimote würfeln woraufhin die Spielfigur automatisch gesetzt wird. Je nachdem auf welchem Feld der Spieler landet erhält er einen Gegenstand oder kann ein Minispiel bestreiten. Die Minispiele sind allesamt an die TV-Serie angelehnt. So muss man als Agentin aus einem Vulkan entkommen und Fallschirm springen oder im Alltag seine Einkäufe balancieren und sich mit Jungs verabreden. Die Gegenstände sind allesamt Objekte aus der Zeichentrickwelt der drei Mädchen und verhelfen dem Spieler zum Sieg. Ziel des Spiels ist es den Computergegner auf dem Spielbrett zu besiegen, indem man nach gewonnen Minispielen Fallen legt oder ihm mit den erhaltenen Gegenständen Energie abzieht. So kann der Spieler nach und nach neue Spielbretter oder Outfits für die Protagonistinnen freischalten.

Pädagogische Beurteilung:

Vom Fernsehen auf die Wii
Der erste Eindruck des Spiels fiel bei den Testern durchweg positiv aus, da ihnen die Geschichte um die drei Protagonistinnen vertraut war: "Das kenne ich aus dem Fernsehen" (Tester 11 Jahre). Die Identifikation mit den "hübsch aussehenden" (Testerin 10 Jahre) Charakteren fiel den Testern leicht und so waren sie direkt gewillt in das Spiel einzutauchen, um die Abenteuer nachzuspielen. Die Comicgrafik des Spiels trug zur anfänglichen Begeisterung bei und passte sich an das Bild an, dass die Tester aus dem Fernsehen kannten. Besonders positiv wurde der Mehrspielermodus aufgenommen, der es ermöglicht das Spiel mit bis zu drei Personen zu spielen, wobei jeder die Rolle einer der Heldinnen übernimmt. Auch die Möglichkeit die Minispiele, welche die Tester aus dem Story-Modus kannten im Minispiel-Modus erneut zu spielen sorgte für Spielspaß, da sie dort in ihren Lieblingsspielen gegeneinander antreten konnten.

Durch Würfeln zum Sieg
Ähnlich wie andere Brettspiele funktioniert auch "Totally Spies! Totally Party", die Spielfiguren bewegen sich über ein virtuelles Spielbrett und müssen Aufgaben bewältigen. So konnten die Tester mit dem Computergegner abwechselnd würfeln, um diesen zu übertrumpfen, was bei den Testern durchweg positiv aufgenommen wurde: "Gut, dass das auch ein bisschen Glücksspiel ist mit dem Würfeln" (Testerin 11 Jahre). Anfangs steht dem Spieler hierbei nur ein Spielbrett zur Verfügung, allerdings kann man durch Siege zehn neue Bretter freispielen. Die bunten Bretter bestehen aus Minispiel- und Gadgetfeldern. Auf den Minispielfeldern können die Spieler verschiedene Minispiele bestreiten. Nach erfolgreichem Beenden des Spiels wird eine Falle auf dem Feld platziert, welches dem Gegner Energie abzieht, sobald er auf diesem landet. Kommt der Spieler auf ein Gadgetfeld, erhält er ein Gadget, einen Gegenstand, welchen er in der darauffolgenden Runde einsetzen und mit dessen Hilfe er verschiedene Aktionen durchführen kann. So kann man durch einen Wurfstern den Gegner schwächen, durch ein Ultraschallradio gegnerische Fallen beseitigen oder durch Raketenschuhe seine Würfelzahl erhöhen. Die Tester bemängelten schnell, dass sie es eintönig fanden stets dieselben Gegenstände zu erhalten und bevorzugten die Minispielfelder. Ein wenig mehr Abwechslung wäre für die Tester wünschenswert gewesen, da sich der Ablauf auf dem Spielfeld nicht beschleunigen lässt und auch die Melodie sich nach kurzer Zeit stetig wiederholt. Dies wurde von den Testern schnell als "nervig und langweilig" betitelt.

Zwei Identitäten der Protagonistinnen
Die Minispiele werden allesamt mit der Wiimote gesteuert und waren durch einfache Tastenvergabe kinderleicht zu meistern. Die einfachen Anleitungen wie Schütteln beziehungsweise Schleudern der Wiimote oder Ausweichen durch Tastendruck wurden vorab durch einen Erklärungsbildschirm erläutert. Der Fakt, dass alle mitspielenden Tester die Minispiele bestreiten konnten, sorgte für große Erheiterung. So standen die Spieler auch oftmals im Kollektiv auf, um mit der Wiimote die Aufgaben zu meistern und besonders bei den Reaktionsspielen stieg die Aufregung. Allgemein sind die Minispiele auf den Alltag oder das Spionageleben der Mädchen ausgerichtet. Die Aufgaben aus dem Alltag der Protagonistinnen bestehen daraus Einkäufe zu balancieren, vor Verehrern zu flüchten oder mit Jungs zu flirten und wurden von den männlichen Testern gerne als sehr "mädchenhaft" bezeichnet. Anders war es bei den Aufgaben aus dem Agentenleben der Protagonistinnen. In diesen mussten die Spieler aus einem Vulkan flüchten, Laserstrahlen ausweichen und "ekelhaft aussehende Monster" (Testerin 11 Jahre) abschießen, was auch den Kampfgeist der männlichen Tester weckte. Positiv wurde aufgenommen, dass die freigeschalteten Spiele im Minispielmodus erneut spielbar waren und so hatte jeder Tester schnell seinen Favoriten gefunden: "Hundeschleudern macht Spaß, aber das Balancieren ist doof" (Tester 11 Jahre).

Weibliche Helden
Besonders der Fakt, dass weibliche Figuren die Hauptrolle in einem Videospiel übernehmen erfreute die weiblichen Tester und auch die männlichen Tester waren dadurch nicht abgeschreckt. Die Aufmachung des Spiels und die Belohnungen sind jedoch stark an ein weibliches Zielpublikum gerichtet. So sind die Spielbretter meist in Rosatönen gehalten und die freischaltbaren Gegenstände bestehen aus neuen Outfits für die drei Heldinnen. Diese konnten sie im Parade-Modus auf einem virtuellen Laufsteg präsentieren. Dieser ähnelt einer Modenschau, auf welchem man die neuen Outfits präsentieren und durch Drücken von Tastenkombinationen möglichst hohe Punkte sammeln kann. Allerdings fiel den Testern auf, dass die kitschbunte Spielwelt nicht unbedingt zu der Spionagewelt der Agentinnen passt und auch die Mädchen hätten sich teilweise gern eine düsterere Aufmachung gewünscht. "Der Sound passt zum Aussehen, aber das Aussehen nicht zur Story" (Testerin, 11 Jahre).

Fazit:
"Totally Spies! Totally Party" fand bei der Testergruppe großen Anklang. Sie genossen es ihre Heldinnen, die sie aus dem Fernsehen kannten, durch das virtuelle Spielfeld zu steuern und mit ihnen verschiedene Aufgaben in den Minispielen zu bestehen. Besonders der Mehrspielermodus und die einfache Steuerung sorgten für einen schnellen Einstieg in das Spiel. Allerdings mussten wir feststellen, dass das Spiel im Vergleich zu anderen bekannten virtuellen Brettspielen wie beispielsweise "Mario Party" jedoch schnell seinen Reiz verliert. Die Spielbretter sind nicht sonderlich groß oder unterschiedlich und der Umfang der Gadgets sorgte dafür, dass sich diese oftmals wiederholten. Um den Langzeitspaß bei "Totally Spies! Totally Party" nicht zu schnell zu verlieren, sollte man das Spiel im Mehrspielermodus spielen: "Das macht zu dritt mehr Spaß als alleine" (Tersterin 12 Jahre). Durch die Interaktion mit Freunden und die vielen verschiedenen Minispielen hatten jedoch sowohl die Mädchen als auch die Jungs Spaß an der bunten Welt von Sam, Clover und Alex.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass