Crazy Machines DS

Genre
Edutainment
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 4 Jahre
Vertrieb
dtp entertainment AG
Erscheinungsjahr
2008.10
Systeme
Nintendo DS
System im Test
Nintendo DS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kindgerechtes Puzzlespiel, das das logische Denken und die Kombinationsgabe auf eine Probe stellt
Gruppenleiter
Marco Fileccia
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Crazy Machines" für den Nintendo DS ist nun schon das 5. Puzzlespiel aus der "Crazy Machines"-Reihe, die vom deutschen Entwickler "FAKT Software" produziert wurde. Das Spielkonzept ist dabei nicht neu, sondern wurde sowohl in den Vorgängern der Reihe verwendet, als auch schon vor inzwischen mehreren Jahren in "Professor Tim'ßs verrückte Werkstatt" (2001).

Laut Rahmenhandlung muss der Spieler dem zerstreuten Professor, der eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Albert Einstein aufweist, helfen die Experimente in seinem Labor zu reparieren. Diesem sind nämlich einige Teile abhanden gekommen, die der Spieler nun wieder an die richtige Stelle setzen muss. So fehlen z.B. einige Holzgerüste, damit ein Ball ungehindert in eine Kiste rollen kann, anstatt vorher durch eines der Löcher zu fallen.

Das Spiel zeigt das noch unfertige Experiment auf dem unteren, dem "Touchscreen" des DS an, während das Spielziel und die Ersatzteile im oberen Bildschirm erscheinen.

Per Touchpen kann der Spieler nun diese Teile an die gewünschte Stelle ziehen und danach per Tastendruck das Experiment starten. Die Steuerung geht dabei sehr leicht von der Hand. "Es gibt am Anfang eine kleine Einführung. Danach ist es kein Problem mehr das Spiel zu steuern.", fand Testerin Hannah.

Ist das Rätsel gelöst, bewertet das Spiel die Lösung in Hinblick auf Zeit, Schwierigkeit der Aufgabe und den verbrauchten Teilen. Denn nicht immer werden auch alle Teile benötigt um zum Ziel zu gelangen. Dieser Umstand erlaubt es den Spieler auch seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, denn es gibt nie DIE eine Lösung, sondern alles was funktioniert, gilt als gelöst. Die daraus resultierende Punktzahl wird in einer Bestenliste vermerkt und kann mit anderen Spielern verglichen werden.

"Crazy Machines" bietet insgesamt 3 Spielmodi. Im ersten, dem "Rätseln", werden dem Spieler nacheinander über 100 Aufgaben gestellt, die er auf oben beschriebene Art und Weise lösen muss. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich an und es kommen immer neue Teile hinzu, wie z.B. Glühlampen, Elektrospulen oder Laserstrahlen. Im "Action"-Modus greift der Spieler direkt in das Geschehen ein und bewegt Teile auch während das Experiment läuft. So werden Kisten mit dem Pen hin und her bewegt oder ein Föhn aktiviert, indem man in das Mikrofon des DS pustet. In diesem Modus ist das richtige Timing von entscheidender Bedeutung. Im "Baukasten" bastelt der Spieler seine eigenen Missionen und probiert neue Teile aus, die er zuvor freigespielt hat.

Die Grafik richtet sich mit seinen hellen Farben eindeutig an Jüngere, wirkt durch die schön gestalteten Gegenstände und die glaubhaften Animationen aber auch auf erwachsene Spieler sehr ansehnlich. Der Sound hingegen ist eher minimalistisch gehalten. So wirkt die Musik eher "wie Fahrstuhlgedudel" (so ein jugendlicher Tester) und nervt eher als das sie das Gesehene untermalt. Das Spiel wirkt dadurch etwas langweilig und dröge.

Pädagogische Beurteilung:
Aller Anfang ist leicht

"Crazy Machines" nimmt den Spieler beim Einstieg sofort an die Hand und erklärt Steuerung, Spielmodi und Aufgaben durch die Figur des zerstreuten Professors in kleinen Tutorials gut und kindgerecht. Besonders die einfache und intuitive Steuerung hilft dabei, sich schnell im Spiel zurecht zu finden. "Der Einstieg ist so einfach, dass man fast garantieren kann, dass er gelingt.", meinte Tester Tobias.

Obwohl der Schwierigkeitsgrad nicht eingestellt werden kann, stimmt die Lernkurve. Die ersten Rätsel schaffen auch absolute Neulinge ohne Probleme. Danach werden nach und nach neue Elemente eingeführt und die Aufgaben komplexer. Dadurch wird der Spieler durchgängig gefordert.

Auf dem Schlauch
Aus diesem Grund können sich auch jüngere Spieler an "Crazy Machines" wagen. Jünger als 10 sollten sie jedoch nicht sein, denn ab der Hälfte des Spiels brauchen selbst erwachsene Spieler mehrere Minuten für die kniffligen Rätsel. Dies kann schnell zu Frust führen. "Da es auch keine Möglichkeit gibt sich Tipps zu holen, sinkt die Motivation weiterzuspielen.", monierte Testerin Hannah zu Recht.

Wer wirklich einmal an einem Rätsel nicht weiter kommt, kann dieses auch nicht überspringen. "In solchen Fällen wurde bei uns ein Familienrat einberufen, so kamen wir meistens auf die Lösung.", stellt Tester Daniel eine Möglichkeit vor, das Problem zu lösen. Dies ist jedoch eine deutliche Schwäche des Spiels, welche es für jüngere Spieler weniger zugänglich macht.

Angewandte Physik
Das Spiel simuliert die physikalischen Gesetze durchgängig korrekt. Newton’s Prinzip von "Aktion gleich Reaktion" wird konsequent umgesetzt und bildet die Grundlage um alle Rätsel zu lösen. Schwerkraft, Trägheit, Reibung und Hitze wirken sich glaubhaft auf die Gegenstände aus und fordern auf diese Weise logisches Denken und die Fähigkeiten Probleme zu erkennen und durch Kombinationsgabe zu lösen. Ein Doktortitel in Physik wird jedoch nicht vorausgesetzt.

Für Gelegenheitsrätsler
Die einzelnen Rätsel sind allesamt recht kurz, weswegen man das Spiel auch durchaus mal zwischendurch spielen kann "So kann man eben 5 Minuten investieren um 3 Rätsel zu lösen und das Spiel sofort wieder verlassen. Ideal für lange Busfahrten oder wenn man mal weniger Zeit hat.", sagt Tester Daniel.

Das Spiel richtet sich an Menschen, die gerne Dinge ausprobieren und auch mal geduldig überlegen um ein Problem zu lösen. Eine Alterstgrenze gibt es dafür nicht, wer in der Lage war die Rätsel zu verstehen und zu lösen, hatte in unsere Testgruppe Spaß an "Crazy Machines".

"Meiner Meinung nach ist dieses Spiel eine prima Alternative zu üblichen Rollenspielen oder ähnlichem, da man es in jeder Situation und Altersklasse spielen kann.", findet Tester Tobias. "Crazy Machines" bietet eine große Zahl an kniffligen Rätseln, die den Spieler lange motivieren. Man kann gut und gerne 30 Stunden Spaß damit haben.

Fazit:
Da die einzelnen Rätsel den Rahmen von 3 Minuten nur selten überschreiten, ist das Spiel auch für zwischendurch sehr gut geeignet und verleitet unsere Tester dazu, es immer wieder für eine kleine Session einzuschalten. Schwächen leistet sich das Spiel nur bei der Präsentation (wenig Musik) und den Hilfsoptionen. Wer nicht weiterkommt muss sich Hilfe von außen holen, da das Spiel keinerlei Tipps gibt, wie die Rätseln zu lösen sind. Wer auch andere Geschicklichkeitsspiele gespielt hat, kann viel Spaß mit "Crazy Machines" haben.

Angesichts des im späteren Spielverlaufs doch recht hohen Schwierigkeitsgrades, sollte der Spieler mindestens 10 Jahre alt sein, da das Rumrätseln sonst in Frust ausartet.

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Spieletester
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Oberhausen
Bewertung Spielspass