Professor Layton und die verlorene Zukunft

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2008.11
Systeme
Nintendo DS
System im Test
Nintendo DS
Kurzbewertung
Der 3. Teil der beliebten Rätselreihe
Gruppenleiter
Marco Fileccia
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Alleine die Story wäre es wert von einem Großen wie Luc Besson oder Roland Emmerich verfilmt zu werden: Ein Brief aus der Zukunft erreicht den genialen Professor Layton und seinen cleveren Assistenten Luke. Doch damit nicht genug: Durch einige Verwicklungen finden sich die beiden im London der Zukunft wieder, auf der Suche nach dem geheimnisvollen Briefeschreiber, der ihnen eine verschlungene Fährte zu sich legt und verfolgt von dunklen Gestalten, grausam geführt von einem mächtigen Unterwelt-Boss, nicht minder geheimnisvoll. Um dies noch spannender zu machen, entpuppen sich der Briefeschreiber als der Luke der Zukunft und der Unterwelt-Boss als Prof. Layton selbst, in der "Vergangenheit" offenbar vom Pfade der Tugend abgebogen. Sich selbst in der Zukunft zu begegnen, kann aber gefährlich sein, spannend, rätselhaft und geheimnisvoll auf jeden Fall ... Mehr sei von der Geschichte nicht verraten, in die sich der Spieler / die Spielerin beim 3. Teil der überaus erfolgreichen "Professor Layton" – Reihe von Nintendo und ausschließlich auf dem Nintendo DS erhältlich, begibt. Diese Geschichte ist noch düsterer, emotionaler, packender als die beiden Vorgänger, die bereits über brillant-verwickelte Storys verfügten. Glücklicherweise legten die Macher von Prof. Layton "Die verlorene Zukunft" noch einiges an Ideen, Spannung, Witz und Knobeleien zu, so dass diesem Spiel der Weg vieler Serien erspart blieb, deren nachfolgende Versionen nicht den Status des Originals erreichen konnten. Version 3 ist so gut und teilweise besser als seine Vorgänger.

Der Spieler bewegt sich als Prof. Layton und Luke durch die Geschichte in Form einer Szenerie der Stadt London und kann einzelne Gebäude, wie etwa ein Hotel oder ein Kasino, aber auch die U-Bahn betreten. Er erhält immer wieder Hinweise oder Aufgaben, wo ein weiteres Puzzle-Stück des großen Rätsels ("Wieso befinden wir uns in der Zukunft?" - "Wie konnte das passieren?" - "Wer ist der geheimnisvolle Briefeschreiber, wer der große Bösewicht", etc.) zu finden ist. Wer herzhaft über skurrile Figuren und interessante Charaktere lachen kann, wird sich freuen, denn man trifft in jedem neuen Bild andere Personen, die mal sehr geschwätzig, mal mundfaul, mal böse, mal freundlich Antworten geben oder Rätsel stellen.

Denn, das darf man nicht vergessen bei all dem Spielespaß, den dieses Abenteuer bietet: Die Hintergrundgeschichte bildet nur das Gerüst für das eigentliche Spiel in Form von über 160 Rätseln, die sich auf dem Weg durch das geheimnisvoll veränderte London der Zukunft finden lassen. Ein Beispiel: Wenn das Übermorgen von gestern ein Sonntag war, welcher Tag ist dann das Vorgestern von morgen? Wer sich nicht sicher ist, kann sich wie üblich bei den Professor-Layton-Spielen einen Hinweis erkaufen mit einer Hinweismünze, die man in den Bildern suchen muss. Offenbar gab es so harte Nüsse zu knacken, dass Nintendo sich bei diesem dritten Teil der Spielereihe entschloss noch den "Super-Tipp" einzuführen, der gleich zwei Münzen kostet und dann sicher zur Lösung führt.

Und wie bei den Vorgängerversionen besitzt das Spiel eine Übersicht mit einem Spielverlauf, um den Überblick zu behalten (Laytons Notizen), eine Liste der Geheimnisse, die im Laufe des Spiels auftauchen und einen Rätselindex, so dass alle Rätsel erneut versucht oder bereits gelöste erneut gespielt werden können. Hinzu kommen drei Mini-Spiele im Spiel, die allesamt in einem sehr witzigen Stil zum Knobeln verführen.

Unterbrochen wird das Spiel in Comic-Manier durch kleine Animationsfilme, die an der richtigen Stelle die Geschichte fortführen und für eine noch stärkere Identifikation wie in einem Spielfilm sorgen können. Es bleibt abzuwarten, wann der Kinofilm "Professor Layton" kommt, dem leider das wesentliche Element des Spieles fehlen wird: Der Spieler hat alle Freiheiten dorthin zu gehen, wo er möchte und mit den Personen zu sprechen, die er will. Wie ein richtiger Detektiv eben.

Am Ende des Spiels und nach vielen wirklich harten Knobeleien, die unterstützt werden durch eine Notiz-Funktion, bei dem man sich bei einem Rätsel auch Notizen oder Skizzen mit dem DS-Stift machen kann, wartet wie immer in der Reihe ein großes Finale und die Auflösung, selbstverständlich mit einem überraschenden Ende.

Was den Lehrer freute, war bei jugendlichen Spieletestern ein großes Manko: Es gibt viel zu lesen bei Professor Layton. Auch hier haben sich die Macher nicht vom Pfad der ersten beiden Spiele abbringen lassen und setzen weiterhin konsequent darauf, dass man bereit ist, die Texte in Form von Gesprächen, Hinweisen, Rätselanleitungen usw. auch wirklich zu lesen. Einigen Jugendlichen trübte das ein wenig den Spielespaß.

Pädagogische Beurteilung:

Grafik
Die Grafik bei Prof. Layton ist nicht wirklich entscheidend und auch eher pixelig und altbacken. Sie erinnert manchmal an erste Computerspiele auf alten Geräten. Dafür sind die Animationsfilme wirklich hervorragend gemacht und sehr anschaulich. Die Szenerien bieten aber viele schöne oder witzige Details, die es zu erkunden gibt. Die grafischen Darstellungen dieses Spiels bestehen keinen Vergleich zu anderen Spielen, aber das müssen und sollen sie auch gar nicht. Die Geschichte mit all seinen Rätseln ist der Star, nicht die Verpackung.

Sound

Auch der Sound ist nicht von herausragender Bedeutung. In den Filmsequenzen wird gesprochen, sehr professionell mit guten Sprechern vertont übrigens, doch ansonsten ist die Hintergrundmusik auch gut abzustellen.

Steuerung

Die Steuerung ist sehr einfach. Mit dem Stift des Nintendo-DS klickt der Spieler bspw. auf Personen, mit denen er dann reden kann oder eine Türe oder auf einen Pfeil, um ins nächste Bild zu gelangen. Sehr einfach, auch für jüngere Spielerinnen und Spieler. Die Rätsel-Lösungen sind ebenfalls einfach einzugeben, mal als Zahl, mal mit einem Klick auf die richtige Stelle oder per Umkreisen der Lösung. Alles in allem ist das Spiel sehr einfach und intuitiv zu steuern.

Motivation

Prof. Layton packt Knobelfans so richtig und bei ihrer Leidenschaft. Alle anderen werden wohl keine rechte Freude daran haben, bis zum Ende zu spielen. Ist man aber Rätselfreund und kann sich in Aufgaben verbeißen, die auf den ersten Blick unlösbar scheinen, dem werden die über 160 Rätsel viele Stunden Vergnügen bringen. Dafür bürgt auch der Nintendo DS, den man als Handheld in der Tasche haben kann, für das schnelle Rätsel zwischendurch bei der Busfahrt oder im Wartezimmer. Experten nennen solche Menschen "Casual Gamer", wobei dieser Ausdruck hier nicht ganz passend ist, spiele ich doch das gleiche "große" Spiel über Tage und Wochen, wenn auch vielleicht in kleinen Etappen.

Schwierigkeitsgrad

Die Rätsel haben verschiedene Schwierigkeitsgrade, gemessen in der Währung "Pikarat" und sind somit unterschiedlich schwer zu lösen. Durch die Hinweise, die man freischalten kann, erhält man Tipps, so dass eigentlich kein Rätsel unlösbar bleiben muss. Aber manche sind wirklich harte Nüsse, so wie Rätselfans es eben lieben.

Fazit:
Selten kann man ein "Muss" für ein Spiel abgeben, aber Professor Layton von Nintendo ist so ein Fall. Ein absolutes Muss für alle Rätsel-Fans. Tolle Knobeleien in einer hinreißend geheimnisvollen Story verpackt, voller witziger Details, mit der richtigen Mischung aus Fordern (Rätsel) und Fördern (Hinweisen) bietet das Spiel die Garantie für viele Stunden Spielspaß. Der Zwang zum Lesen vieler Texte darf an dieser Stelle positiv vermerkt werden, ist doch die Förderung von Lesekompetenz eine zentrale Forderung auch der PISA-Studie.
Analytisches Denken, mathematische Fähigkeiten, logisches Kombinieren sowie geduldige Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit sind nur einige der Dinge, die bei Prof. Layton trainiert werden können. Und das ganz ohne Zeitdruck und ohne hektisch werden zu müssen.
Die Alterseinstufung der USK liegt bei 6 Jahren (die beiden Vorgängerversionen hatten übrigens die Alterseinstufung USK ab 0 Jahren, in diesem Spiel geht es deutlich düsterer, zum Teil auch sehr spannend und durch die Gangstergeschichte nicht ganz ohne Gewalt zu!), sinnvoll ist das Spiel aber trotzdem erst für geübte Leser, deshalb der pädagogische Hinweis auf 8 Jahren.

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Spieletester
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Oberhausen
Bewertung Spielspass