Fight Night Round 4

Genre
Sport
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2009.07
Systeme
Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Anspruchsvolle Boxsimulation für den geduldigen und geübten Spieler
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
In "Fight Night Round 4" geht es, wie der Name schon erahnen lässt, ums Boxen, aber wer hier frei nach Michael Buffer ein "Let`s get ready to rumble"-Erlebnis erwartet, der wird nicht vollständig befriedigt. Wenn es ums Boxen geht, kann man das Rad nicht neu erfinden: Immer munter drauf losschlagen und dann die Deckung hoch oder geschickt ausweichen. Wer dann am Ende mehr Treffer landen konnte oder überhaupt noch steht, hat gewonnen. Ein simples Prinzip, welches Zuschauer und Sportler eigentlich schon seit der Antike zu begeistern weiß. So simpel gestaltet sich "Fight Night Round 4" dann jedoch doch nicht. EA liefert viel mehr ein Spiel ab, welches seine Spieler zwar sehr realitätsnah in den Boxring befördert, diesen jedoch auch sehr viel abverlangt.
In einem Karrieremodus kann man sich als talentierter Amateurboxer bis in die Ruhmeshallen der Geschichtsbücher hochkämpfen. Dabei kann man sich im Editier-Modus einen eigenen Sportler erstellen oder in die Rolle eines der 48 vorhandenen Profiboxer schlüpfen. Auf die eigene Karriere hat die Wahl nur einen geringen Einfluss, auch wenn man als Muhammad Ali, Sugar Ray Leonard oder Mike Tyson antritt, ist man im Karriere- und Online-Modus anfangs nicht besser oder schlechter als jeder andere. Lediglich in einem Schaukampf sind die Profis von Anfang an mit ihren entsprechenden Fähigkeiten ausgestattet.
Die eigene Karriere helfen dabei natürlich Siege weiter, um in der Rangliste nach oben zu klettern und um vor allem irgendwann gegen echte Profis anzutreten. In den Kampfpausen arbeitet man dann durch gezieltes Training an den eigenen Fähigkeiten. Mit dem Sandsack beispielsweise verbessert man seine Schlagkraft, Geschwindigkeit, Beinarbeit oder Ausdauer. Dabei muss man jedoch aber auch Verschlechterungen in anderen Bereichen wie etwa Deckung, Ausweichen, etc. in Kauf nehmen. Deshalb will die Trainingsauswahl gut überlegt sein.
Überhaupt gestaltet sich "Fight Night Round 4" nicht gar so simpel. Ohne sich mit der überaus komplexen Steuerung auseinanderzusetzen, stehen die Chancen sich mit Tyson, Sugar Ray, Ali und Co. zu messen gen Null. So dient der linke Stick dazu, sich im Ring zu bewegen und mittels zusätzlich gedrückter Taste mit dem Oberkörper zu pendeln, mit dem rechten Stick wiederum ruft man durch kreisende Bewegungen sein Schlagrepertoire ab. Nur Kopfstöße, Klammern, Schubsen und den Spezialschlag führen Sie mit den vier Haupttasten des Controllers aus. Gerade anfangs gestalten sich die Kämpfe dadurch äußerst zäh, ungenau und auf einem niedrigen Boxniveau.
Die Grafik hingegen befindet sich ab Spielstart auf einem nahezu unglaublich hohen Niveau. Insbesondere die Animation der Boxer wirkt dermaßen realitätsnah, dass man nicht selten erst durch die Nähe zu diesen merkt, dass man sich in einem Spiel befindet. Von de Schweißtropfen auf der Stirn bis hin zu Muskelfältchen im unteren Bizeps, von den Knickfalten in den Boxshorts bis hin zu den ersten blutigen Kratzern an den Augenbrauen - mit "Fight Night" ist man nicht nur in der ersten Reihe, sondern wirklich mittendrin.

Pädagogische Beurteilung:

Ohne Tutorial geht nichts
Wer bei "Fight Night" erwartet "Spiel an und los geht’s" wird recht schnell auf den harten Boden der Boxrealität geholt. Selbst als Kenner der "Fight Night"-Reihe kommt man nicht umhin, zumindest ein erstes Tutorial zu besuchen. Im Tutorial werden einem die ersten Grundtechniken des Profiboxens näher gebracht, dabei erlernt man Offensiv- wie Defensivtechniken. Die ersten Kämpfe danach gestalten sich nichtsdestotrotz auf einem eher niedrigen Niveau - es ist beinahe unmöglich die komplexe Steuerung auf Anhieb perfekt zu beherrschen.

Die erste Ernüchterung kann den Ehrgeiz wecken
"Geil", "Mein Gott sieht des realistisch aus", "Isch mach dich platt" - so und so ähnlich fielen die ersten Reaktionen in unserer Testergruppe aus. Boxen, Kämpfen und das auch noch derart realistisch, das muss einfach "schocken". "Jetzt hör ma auf immer zu klammern", "Der macht immer das Gleiche" - die erste Überwältigung durch den grafischen Genuss wich recht schnell einer teilweise enttäuschten Ernüchterung, ob der komplexen und ebenso realitätsnahen Spielsteuerung. Zu sehen, dass das Spiel eben alles ist, aber ganz sicher nicht die erwartete "bloße Klopperei", ließ einige der Gruppe den Spielspaß komplett verlieren, andere wiederum ließen sich dadurch erst richtig auf das Spiel ein. In der Tat wird man, sofern man gewisse motorische Grundfertigkeiten erlernen kann, in "Fight Night Round 4" für seine Geduld belohnt. Mit zunehmender Dauer gewinnen die Boxkämpfe an Niveau, die eigenen Schläge treffen immer öfter das Ziel und man selbst kann den Schlägen immer besser ausweichen.

Taktisch Boxen
Während man bei genreähnlichen Spielen wie etwa "Facebreakers" oder diversen anderen Kampfspielen einfach drauf los "daddelt", muss man bei "Fight Night" taktisch agieren. Zum einen ist dies bedingt durch die anspruchsvolle Steuerung, dann einfach nur in die Tasten hauen, gestaltet sich dann doch recht ungenau. Zum anderen wird der eigene Avatar dadurch sehr schnell müde, seine Schläge immer ungenauer, die Deckung immer offener, das KO immer wahrscheinlicher. Analog zum echten Boxring, muss man seine Kräfte im Ring geschickt einteilen. Man muss entscheiden, wann man defensiv und wann offensiv agiert. Selbst in den kurzen Kampfpausen muss man entscheiden, welchen Teil seines Körpers man auffrischen will. Eine falsche Taktik führt dabei beinahe zwangsläufig zu einer Niederlage. Geduld und ein geschicktes Kampfverhalten hingegen bieten dem reinen Zuschauer zwar nicht unbedingt Unterhaltung pur, führen jedoch recht sicher zum Erfolg.

Fazit:
"Fight Night Round 4" ist eine nahezu perfekte Boxsimulation. Jeder wahre Boxfan und jeder geduldige Spieler wird seine helle Freude an diesem Spiel haben. Genrefremde hingegen und Spieler, die ein reines Kampfspiel erwarten, werden durch die mitunter sehr anspruchsvollen Steuerung, den Spaß an "Fight Night" recht schnell verlieren. Das Spiel ist aufgrund seiner komplexen Steuerung für sehr junge Jugendliche (unter 14 Jahren) und Jugendliche mit wenig Spielerfahrung nur bedingt geeignet.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Goethe-Gymnasium Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass