Fable III

Genre
Rollenspiele
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2010.10
Systeme
PC, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Rollenspiel-Aspekte werden leider vernachlässigt
Redaktion
Christina Kurzweil
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Fable III" ist Teil einer Kultspielreihe die sich um die Abenteuer in dem magischen Land Albion drehen. Die Reihe stammt aus der Feder des bekannten Spielemachers Peter Molineux, der den Fans nun den lang ersehnten dritten Teil der Reihe präsentierte.
In dem Land Albion geht mal wieder alles drunter und drüber. Seit der industriellen Revolution sind ganze Landstriche der stinkenden Industrie gewichen und diese fordert ihren Tribut - vor allem von den Bürgern, die für wenig Geld in Bergwerken und Fabriken schuften müssen. Das lässt sich der hitzköpfige Albioner natürlich nicht lange gefallen und somit steht das Land an der Schwelle zur Revolution durch den gemeinen Mann. Der Spieler befindet sich in der Rolle des Prinzen oder der Prinzessin von Albion und wächst zunächst behütet auf, bis bekannt wird dass der König (der Bruder des Spielers) kaltherzig und korrupt ist und die braven Bürger ausbeutet. Für die noblen Palastbewohner steht fest: Es muss ein Held her der dem Ganzen Einhalt gebietet. Und wer eignet sich da besser als der Spieler?

Pädagogische Beurteilung:

Das Geheimrezept des Peter Molineux: Immer ein wenig anders als die Anderen
Für eines ist Spielemacher Peter Molineux bekannt: Seine Ideen sind immer ein wenig anders als die seiner Kollegen des Geschäftes. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass seine Spiele das ganz gewisse etwas mitbringen, etwas das die Spielewelt nie zuvor gesehen hat und sie gänzlich verzaubern soll. In einem Punkt ist es ihm bei "Fable III" erneut gelungen: Der Sound ist großartig. Kaum ein Computerspiel bietet so gute eingesprochene Texte mit Witz, Aussagekraft und vor allem mit Stars und Sternchen besetzten Synchronsprechern. Beispielsweise geben sich bei diesem Spiel John Cleese sowie Sir Ben Kingsley die Ehre und hauchen durch ihre ausgezeichneten Stimmen den Charakteren Leben ein. Auch die Grafik ist in diesem ganz bestimmten Fable Outfit nach wie vor einfach wunderschön, wenn sie auch nicht mit den populärsten Spielen unserer Zeit mithalten kann ist sie jedoch kurz gesagt, einfach hübsch anzusehen.

"Held sein ist nicht schwer – König sein hingegen sehr" oder das neue Spielprinzip
Das Spielprinzip ist neuartig und der Versuch dem Spieler noch mehr das Gefühl zu vermitteln absolut unentbehrlich für das Schicksal von Albion zu sein, soll insbesondere durch die einmalige Position des Spielers vermittelt werden. In "Fable III" muss der Spieler drei Etappen des Spieles bestehen. Zunächst geht es darum Anhänger für einen Sturz des korrupten Königs zu finden, beim zweiten Teil ist der Spieler selbst König und trifft folgenschwere Entscheidungen für das ganze Volk, im dritten Teil muss der Spieler Albion dann "nur noch" vor dem ultimativen Bösen retten. Insbesondere der zweite Teil, die Entscheidungen des Königs, wurden vorab groß angepriesen. Der Spieler findet sich in Situationen wieder, in denen er Entscheidungen für das ganze Volk treffen soll. Zum Beispiel ob Kinderarbeit abgeschafft oder ob ein grünes Tal in ein Industriegebiet umgewandelt werden soll. Hier ist es vor allem nicht immer einfach sich für die moralisch bessere Variante zu entscheiden, da die Staatskasse leer ist und verwerfliche Entscheidungen nun mal Geld einbringen um Albion vor der ultimativen Bedrohung zu schützen. Wenn der Spieler sich jedoch durch seine Entscheidungen am Ende des Spieles eine markante Auswirkung erhofft, liegt er hier falsch. Denn leider fühlt es sich am Ende des Spiels so an, als ob man sich die ganze Mühe auch hätte sparen können.

Vom Rollenspiel zum Action Adventure
"Fable III" teilt sich normalerweise in die Kategorie des Rollenspieles ein. Doch im dritten Teil scheint da etwas schief gelaufen zu sein. Das was jeden Spieler an einem Rollenspiel faszinieren dürfte sind die komplexen Abenteuer des Charakters, die Gestaltung seiner eigenen Spielfigur, das Finden und Tauschen von Gegenständen aller Art und vor allem die Entwicklung seines Charakters. "Fable III" bietet nur Ersteres. Denn was die Entwicklung des Charakters angeht, wandert der Spieler nun über die Siegesstraße und öffnet somit Kisten die Fähigkeiten oder Steigerungen für den Charakter enthalten. Dieses System hinterlässt einen schalen Beigeschmack, fühlt es sich doch so an, als ob man kaum noch Entscheidungsfreiheit hat seinen eigenen Charakter zu gestalten. Darüber hinaus sind nutzbare Objekte wie Waffen, Rüstungen usw. hier kaum vorhanden. Der Spieler bleibt bei einer Waffe die durch bestimmte Aktionen verbessert werden kann (bspw. "Finde fünf Freunde"). Es fehlt die Vielfalt, die ein Rollenspiel hier normalerweise mit sich bringt. Die Interaktion mit Nichtspielercharakteren und Gegenständen bringt darüber hinaus eine sehr merkwürdige Grafikgestaltung mit sich. Beim Kauf eines Gegenstandes oder wenn der Spieler ein Geschenk erhält fangen die Gegenstände an zu glitzern und verpuffen anschließend in einem Funkenregen über dem Kopf des Spielercharakters. Diese Aufmachung erinnert den Spieler sehr unangenehm an das Spiel "Die Sims" und man fühlt sich hier ein wenig fehl am Platz.

Die Tücken des Mehrspielermodus
"Fable III" bietet als eines der wenigen Spielen, den Nutzern die Möglichkeit zusammen an einer Konsole zu spielen. Zunächst einmal ist dieses Vorhaben durchaus lobenswert doch an der Umsetzung hapert es beträchtlich. Ein zweiter Spieler im selben Bild löst bei unterschiedlichen Wegen der Mitspieler merkwürdige Kameraperspektiven aus und die einzelnen Spieler können nicht mehr erkennen, was sie gerade gefunden haben. Hier wird immense Geduld von den Spielern gefordert, denn die veränderte Ansicht der Spielwelt kann einen in diesem Modus schon einmal zur Weißglut treiben.

Fazit:
Sowohl für Vielspieler als auch für Spieler die nur hin und wieder zum Gamepad greifen ist "Fable III" sehr gut geeignet. Sound und Grafik verzaubern den Spieler und bietet eine stimmige Atmosphäre für de Spieler. Insbesondere Spieler die nach dem etwas anderen Computerspiel suchen werden hier fündig. Für Fans der Reihe wird dieser Teil jedoch sicher keine Alternative zu vorangegangenen Teilen darstellen.