Kung Fu Chaos

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2003.04
Systeme
Xbox
System im Test
Xbox
Kurzbewertung
Diskussionswürdiges Abenteuer- & Kampf-Spiel
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In „Kung-Fu Chaos“ schlüpft der Spieler in die Rolle eines Leinwandhelden. Szenen, bei denen Kampfkraft und Geschicklichkeit gefragt sind, werden für einen Film von der Kamera eingefangen.
Durch komplexe Tastenkombinationen gilt es wilde Kung-Fu-Kämpfe mit Sprungmanövern zu kombinieren und unterschiedliche Schlagtechniken auszuführen. Gleichzeitig muss der Spieler sorgsam auf seine Umgebung achten, da er sich seinen Weg durch eine immer weiter zerfallende Spiellandschaft bahnen muss ohne dabei den Boden unter den Füssen zu verlieren. Einführungsszenarien sowie ein Handbuch liefern wichtige Orientierungshilfen.
Neben den kämpferischen Auseinandersetzungen, die einen gewichtigen Teil der Spielhandlung bestimmen, muss der Spieler auch Aufgaben angehen, die ausschließlich mit Geschicklichkeit zu bewältigen sind.


Auf den ersten Blick wirkt „Kung-Fu Chaos“ durch den Inhalt des Spiels und den kämpferischen Handlungsmustern auf viele Betrachter aggressiv und zu kampfbetont.
Aber insbesondere Jungen suchen gerade diese Form der Auseinandersetzung, weil sie darüber zunächst einen Teil ihrer männlichen Identität definieren können. Bei diesem Spiel geht es um Bewährung in Duellsituationen. Aus der Ungewissheit der Reaktion des Gegners, seiner Stärken und Schwächen entsteht die Spannung im Spiel.


Der Spieler muss lernen, sich in duellhaften Auseinandersetzungen auf sein Gegenüber einzustellen, angemessene Handlungsmuster auszubilden, aus Fehlern zu lernen und Handlungsabsichten reaktionsschnell umzusetzen.
Von daher ist „Kung-Fu Chaos“ kein stupides Prügelspiel. Die comicartige Grafik sowie Animationen und Kommentare tragen dazu bei, dass die kämpferischen Auseinandersetzungen in ihrem Erscheinungsbild deutlich gemindert und Transfers zu realen Bezügen ausgespart werden.


Eltern und Pädagogen sollten solche Spiele nicht vorschnell abqualifizieren, sondern vielmehr Kinder und Jugendliche, die sich für Spiele dieser Art interessieren, in ihren Vorlieben ernst und zum Anlass nehmen, mit ihnen über andere Formen und Möglichkeiten der Durchsetzung, der Bewährung, des Erfolges und der Konfliktaustragung zu sprechen.