Wario Ware: Smooth Moves

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2007.01
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Wahnwitzige Sammlung von verrückten Bewegungs- und Geschicklichkeits-Minispielen
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Nicht erst seit dem ersten Erscheinen von „Wario Ware“ (2003 auf dem GameBoy Advanced) dürfte auch dem letzten Videospieler eingeleuchtet haben: Nintendo ist einfach anders. Während andere Spielehersteller Jahr für Jahr ihre besten Grafikschlachtschiffe ins Rennen schicken und mit technisch immer aufwendigeren und komplexeren Spielen die Gunst der Käufer erobern wollen, beweist Nintendo, dass Weniger auch Mehr sein kann.
Was einen zunächst erwartet, lässt ein im Grunde klassisches Videospielprinzip erahnen. „Wario Ware: Smooth Moves“ ist unterteilt in zehn verschiedene Welten, welche jeweils mindestens 15 Mini-Aufgaben bereit halten. Jede Welt steht unter einem Motto, das jeweils mit einem kurzen Comicfilmchen eingeführt wird und den Stil der folgenden Geschicklichkeitstests vorskizziert. So spielt beispielsweise in einem der Filmchen eine tragbare Konsole, die äußerlich stark an den ersten Game Boy erinnert, eine wichtige Rolle und überraschenderweise kann man genau in dieser Welt etliche Nintendo-Reminiszenzen à la „Nintendogs“, „Metroid Prime“, „Starfox“ oder „Zelda: The Wind Waker“ als Minispiel bestaunen. Am Ende der unterschiedlich schwierigen Welten wartet ein obligatorischer ‚Boss’ - das kann entweder ein tatsächlicher Endgegner oder einfach eine besonders knifflige Aufgabe sein.
„Wario Ware“ lässt sich am besten als eine Aneinanderreihung von über 200 Mini-Spielen beschreiben - nur, dass diese ganz und gar nicht dem gängigen Bild von Mini-Spielsammlungen entsprechen. Vielmehr überzeugen sie ebenso durch teils wahnwitzige Ideen wie durch eine alles andere als typische Steuerung.
Gebisse fachgerecht einsetzen, in der Nase popeln, Personen in Klos leiten, Hula Hula tanzen, Schafe scheren, Anrufe entgegennehmen (inkl. Stimmen aus dem Wii-Remote-Controller) oder einem Bossgegner Bananen in die Nasenlöcher ballern ist schließlich nicht unbedingt das, was einem sonst in den zahlreichen Spielesammlungen geboten wird. Hinzu kommt die kurze Dauer der einzelnen Aufgaben - meist sind sie nach maximal fünf Sekunden schon wieder beendet, und die nächste Disziplin lässt nicht lange auf sich warten. Im Gegenteil werden die Pausen zwischen den Spielen immer kürzer und die nebenher dudelnde, schräge Musik zeitgleich immer hektischer. Hat man auch den letzten ‚Boss’ geschafft kann man mit bis zu zwölf Spielern den Multiplayermodus angehen. Dieser erweist sich als mindestens ebenso hektisch, muss man doch einen einzigen Wii-Controller von einem zum nächsten Spieler reihum gehen lassen. Reaktionsgeschwindigkeit und schnelles Erfassen der jeweiligen Situation sind somit unbedingte Voraussetzungen für ein erfolgreiches Freispielen neuer Aufgaben.
Standardmäßig hält man den Wii-Remote, im Spiel selbst als ‚Formenstab’ bezeichnet, wie eine Fernbedienung, aber „Smooth Moves“ hält im wahrsten Sinne des Wortes etliche innovative Steuerungsmöglichkeiten bereit. Beim „Regenschirm“ hält man den Controller beispielsweise in der Faust nach oben, als „Samurai“ trägt man ihn wie ein Schwert an der Seite, beim Hula Hula hält man ihn an der Hüfte und beim „Elefant“ wird er vor die Nase gehalten. Die verschiedenen Controllerhaltungen bedingen auch entsprechende Controllerbewegungen, so muss man zum Beispiel beim „Stößel“ den Controller der Länge nach in die Faust nehmen und auf die Handfläche der anderen Hand klopfen.

Pädagogische Beurteilung:

Weniger ist mehr
Optisch ist das Spiel gewiss kein Augenschmaus bzw. es hat seinen ganz eigenen Stil oder eben Nicht-Stil. Die Geschichten der einzelnen Welten sind immer in einem ansprechenden Comicstil erzählt. Die Minispielchen hingegen vermischen jeglichen Stil, den man so kennt. Mal gibt es pixelige Retroeinlagen, mal gibt es Polygon-Grafik. Nichtsdestotrotz ist die Grafik äußerst minimalistisch und mit keinem anderen Spiel vergleichbar. Insgesamt passt das Grafikkonglomerat aber nahezu perfekt zum Spiel selber. Die Musik unterstreicht die teils wirre, teils hektische Atmosphäre des Spiels noch zusätzlich, indem sie die Attribute „schräg, schräger, am schrägsten“ problemlos in Einklang bringt. Sie wird mit jeder Runde noch hektischer und ist definitiv nichts für schwache Gemüter. Mitunter kann das Spiel dadurch aber auch zu hektisch und aufgedreht wirken, was durchaus nach einer etwas längeren Spieldauer ähnliches beim Spieler bzw. der Spielerin hervorrufen kann.

Kinderleichter Einstieg
So schräg „Wario Ware: Smooth Moves“ auch anmutet, so einfach erweist sich der erste Zugang zum Spiel. Jede einzelne der verschiedenen Verwendungsvarianten des Remote-Controllers werden jeweils, trotz bildlicher und schriftlicher Darstellung, zusätzlich von einem äußerst amüsanten deutschen Anweiser erklärt. Auch die einzelnen Aufgaben, welche grundsätzlich meist selbsterklärend sind, werden durch Texteinblendungen wie etwa „Tanzen!“, „Bohren!“ oder „Einsetzen!“ zusätzlich erleichtert. Da die Steuerung leicht zu erlernen ist und fast nur aus bestimmten Bewegungen besteht, kommen auch Einsteiger schnell ins Spiel hinein. Die Tester waren sich vor allem aufgrund der Steuerung einig, dass die FSK-Einstufung ab sechs Jahren gerechtfertigt ist.
Bis auf ein paar Ausnahmen lief die Erkennung der Wii-Remote während unserer Tests auch tadellos. Nur ab und an wollte das Spiel eine ausgeführte Bewegung nicht erkennen. Ärgerlich, wenn man dadurch an einem Mikrospiel scheitert und eines der begehrten Leben verliert. Von denen besitzt man pro Charakter nämlich nur vier Stück. Sind alle aufgebraucht, muss nochmals von vorne angefangen werden.

„Boah, macht das Spaß!“
Für Solospieler hat Nintendo neben den ursprünglichen Mikrospielen noch kleinere zusätzliche Aufgaben integriert, wie etwa eine abgewandelte Form des Atariklassikers „Bolo“, indem man einen Tischtennisball balancieren muss, während sich gleichzeitig noch Hindernissen in den Weg stellen. Dennoch hat man prinzipiell schon nach wenigen Stunden alle Mikrospiele gesehen und die Luft ist raus, so sollte man zumindest meinen. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass „Wario Ware“ bis hierhin das einzige Spiel war, welches trotz bereits beendeten Testlaufs, von der Gruppe unbedingt weitergespielt werden wollte. Das „Wario Ware“-Prinzip schlug in unserer Testergruppe voll ein. Verwunderlich ist dies wiederum nicht, denn durch die simple Steuerung erhält jeder Spieler schnell ganz persönliche Erfolgserlebnisse und kann ohne Training sofort mitspielen. Ein paar Mikrospiele können sogar gemeinsam gespielt werden. Beim 100-Meter-Lauf teilen sich zwei Spieler Wii-Remote sowie Nunchuk und bewegen beide Controller-Teile gleichzeitig auf und ab. Das hört sich nicht nur lustig an, sondern sieht größtenteils bei allen Minispielen auch so aus. Somit ist „Wario Ware: Smooth Moves“ nicht nur für den aktiven Spieler eine „coole Spaßmaschine“.

Fazit: 
„Wario Ware: Smooth Moves" ist ohne Zweifel ein Garant für spaßige und bewegte Spielstunden. Die hektischen, teilweise vollkommen abgedrehten Mikrospielchen sind immer wieder fordernd und witzig zugleich. Wer eine Wii sein Eigen nennt und auch nur im Ansatz was für Minispielchen übrig hat, sollte "Wario Ware" ernsthaft in Betracht ziehen.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass