Super Mario All-Stars

Genre
Jump&Run
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2010.12
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Sammlung der Mario Bros.-Klassiker - Remake des gleichnamigen SNES Spiels
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Der wohl bekannteste Klempner der Welt Mario feierte 2010 seinen 25sten Geburtstag, zumindest wenn man seine ersten Auftritte im Automatenklassiker „Donkey Kong“ aus dem Jahr 1981 außer Acht lässt. Damals hieß er ja auch noch Jumpman und von Beruf Zimmermann. Am 13. September 1985 wechselte er Namen und Beruf und betrat als Mario und Klempner auf dem Nintendo Entertainment System (NES) „Super Mario Bros.“ die Videospielbühne, die er wohl so schnell nicht wieder verlassen wird. Bereits sein Debüt war und ist weltweit mit über 40 Millionen verkauften Exemplaren eines der meist gespielten Videospiele aller Zeiten. Mit Mario schuf sich Nintendo seinen eigenen Helden, eine Ikone, die bis heute in gefühlten tausenden von Variationen das Zugpferd des japanischen Konsolen- und Spieleherstellers darstellt.
Gründe genug also eine 25-Jahre Jubiläumsedition auf den Markt zu werfen. Man sollte meinen, es wäre auch für Nintendo Grund genug gewesen, sich dabei auch dem Anlass entsprechend etwas Mühe zu geben, aber weit gefehlt. Die Edition erscheint auch auf den ersten Blick als sehr gelungen, werden einem doch neben vier NES-Klassikern auf einer Disc, ein historisches Handbuch und sogar noch zusätzlich eine Soundtrack-CD in einer schicken roten Papphülle geboten. Auf den zweiten Blick jedoch, hätte man sich weniger Mühe wohl kaum machen können. Wer zumindest kleine Verbesserungen in puncto Grafik oder Sound erwartet, wird sichtlich enttäuscht - im Grunde stellt das ‚neue’ „Super Mario All-Stars“ eine 1:1-Kopie des 1993 erschienen gleichnamigen SNES-Moduls dar. Das historische Handbuch fällt mit 30 Seiten kürzer aus als die Spieleanleitung und enthält zwar viel schöne Bilder, bietet jedoch keinerlei informativen Nährwert. Beim Durchblättern drängt sich dann auch die Frage auf, warum man nicht wenigstens noch den SNES-Titel „Super Mario World“ auf die Disc pressen konnte. Auch die Soundtrack-CD weiß mit etwa 30 Minuten Spielzeit nicht langfristig zu begeistern. Alles in allem wird man das Gefühl nicht los, dass Nintendo nicht zum Jubiläum Marios, sondern zum Weihnachtsgeschäft 2010 mal eben ein Spiel auf den Markt geworfen hat.
Mario wäre aber nicht Mario, wenn er derartige Machenschaften nicht zu bekämpfen wüsste. Die vier ersten Super Mario Bros.-Spiele gehören nicht ohne Grund alle vier gleichzeitig zu den Vorreitern und zu den besten Jump ’N’ Run-Spielen aller Zeiten. Aber was ist „Super Mario Bros.“ eigentlich?

Die zugrunde liegende Story, aus der im Laufe der Jahre sogar eine eigene Zeichentrick-Serie und ein Kinofilm entstanden, ist schnell erzählt. Eine hübsche Prinzessin wird aus ihrem Königreich von einer bösen, fiesen Schildkröte (King Koopa, später Bowser) entführt. Klempner Mario, später mit Anhang (z.B. Kumpel Luigi, Reitdino Yoshi, Pilzkopf Toad, u.v.a.m.) eilt natürlich zur Hilfe und versucht die Prinzessin aus den Fängen der Tyrannei zu retten.

Grundsätzlich wird diese hehre Aufgabe Welt für Welt, Level für Level durch Laufen und Springen bewältigt. Es gilt Abgründe zu überwinden und Gegnern auszuweichen bzw. durch einen Sprung auf deren Kopf zu besiegen. Unterstützend können dabei einige Items, welche durch einen Sprung mit dem Kopf gegen die Unterseite verschiedener Quadrate - meist mit einem Fragezeichen versehen - eingesammelt werden. Etwa der berühmte Pilz, welcher Mario größer werden lässt und ihm quasi ein neues Leben zuschreibt oder der Stern, der ihn kurzzeitig unverwundbar macht. Sein Lebenskonto stockt man entweder durch das einsammeln vieler Münzen oder durch die in jedem Level versteckten 1ups (First-Ups) auf.

„Super Mario Bros.“ veränderte damit die komplette virtuelle Spiellandschaft, indem es die Spielwelt ins damals unglaublich Riesenhafte vergrößerte und damit die Dimension des 1985 noch häufig auf einen Screen reduzierten Action-Spiels auf mehrere Welten mit unendlich erscheinenden Unterleveln und zahllosen Geheimnissen ausdehnte.

Pädagogische Beurteilung:

„ Mann, das hakt!“
„Super Mario All-Stars“ lässt sich mit einem Wii-Remote, einem Classic- oder Gamecube-Controlle steuern. Die Wii-Remote, welche jeder Besitzer letztlich automatisch sein Eigen nennt wird wird dabei waagerecht gehalten, mit dem Steuerkreuz läuft man und mit 1 und 2 führt man diverse Aktionen wie Springen oder Schießen durch. Im Prinzip wurde als selbst die Steuerung des SNES-Klassikers kopiert, jedoch mit Tücken. So gibt es zeitweise spürbare Verzögerungen zwischen Tastendruck und Reaktion bzw. Umsetzung auf dem Bildschirm, welche weder bei den originalen NES-Versionen, noch beim SNES „Mario All-Stars“ in dieser Form bemerkbar werden. Dies führt dann doch des Öfteren zu unfreiwilligen Stürzen in Abgründe und nimmt der Steuerung dadurch leider einiges an Präzision, wie man sie sonst von Mario gewöhnt ist. Die Steuerung ist trotzdem nahezu jedem, der einen Controller in den Händen halten kann zugänglich, wenngleich der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Spiele, v.a. in jeweils fortgeschritteneren Leveln einen geduldigen und etwas erfahrenen Gamer erfordert, will man nicht innerhalb von Sekunden stets die Melodie des Scheiterns wahrnehmen.

„Da kann man nicht zurück, das ist voll blöd!“
Bereits der erste Teil der Reihe, „Super Marios Bros.“ (1985) besticht betrachtet man sein Alter mit abwechslungsreichen und teils auch unterschiedlich schwierigen Leveln. Mal rast man mit Mario über weite Grünflächen, durchstreift dunkle Höhlen, hüpft über den Wolken von Plattform zu Plattform oder schwimmt unter der Meeresoberfläche durch das Level. Großes Manko vom ersten „Super Mario Bros.“, vor allem im Vergleich zu seinen Nachfolgern war seine ‚Eindimensionalität’. So wurde in unserer Gruppe immens Kritik daran geübt, dass man ‚nur’ von links nach rechts laufen kann, hat man ein Item oder eine Münze verpasst, erhält man so keine Chance diesen Fehler wieder auszumerzen. Der Versuch zurückzulaufen scheiterte stets am linken Bildschirmrand und „das ist voll blöd“. Vor etwas über 25 Jahren wäre dieses ‚Manko’ von den wenigsten Kritikern gemerkt, geschweige denn angesprochen worden. Die Vorstellung, dass ein Zurücklaufen damals technisch bei dem Umfang des Spiels schlicht nicht möglich war, sorgte bei den jugendlichen Testern für ungläubiges Erstaunen. Umso unverständlicher wird diese Tatsache, wenn man dann in „Super Mario Bros. 3“ (1991) auf einer zweidimensionalen Karte die Level, einmal freigespielt, selbstbestimmt wählen. Der Wiederspielwert liegt dadurch enorm hoch. Schnelldurchläufe, langwierige Erkundungen oder einfach nur zocken, die Möglichkeiten erscheinen einem auf einmal unbegrenzt.

„Das kenn ich noch von früher!“
Es ist wahrlich erstaunlich, aber selbst unserer Testergruppe waren einige Level und vor allem die Tracks aus diesen Spielen bereits bekannt. Viele der Tester sind dabei noch keine zehn Jahre alt, haben jedoch von ihren Eltern wohl ein ‚Mario-Gen’ geerbt. Einige Kinder pfiffen oder summten die Melodien mit oder fingen gar zu tanzen an. Überhaupt erscheinen alle Titel trotz ihrer kaum verbesserten Pixelgrafik und ihrem teilweise dumpf klingenden Elektrogedudel in ihrer Wirkung unverändert. „Iiiiih - in der Burg möchte ich aber nicht wohnen.“, „In der Höhle muss man einen guten Schirm dabei haben.“ oder Szenenapplaus nach gemeisterten Leveln - die Reaktionen der Tester unterscheiden sich letztlich kaum von denen ihrer Eltern im letzten Jahrtausend. Obwohl dem heutigen Videospieler unglaublich detaillierte Grafiken und dichte Atmosphären geboten werden, gelingt es Mario erstaunlicherweise nach wie vor mit seinem einfachen, wie genialen Spielkonzept nahezu jeden in seinen Bann zu ziehen.

Fazit:
Nintendo liefert mit der 25-Jahre-Jubiläumsedition „Super Mario All-Stars“ eine zwar zeitlose, aber dennoch arg herz- und schmucklose 1:1-Kopie des gleichnamigen Super-Nintendo-Titels ab. Für Sammler mag diese Jubiläumsausgabe interessant sein, aber letztlich rechtfertig das einen Kauf noch lange nicht, zumal man die einzelnen Titel auch teilweise günstiger im nintendoeigenen Wii-Shop online bekommt. Jedem, der die Spiele der „Super Mario Bros.“-Reihe nicht kennt, sei deshalb dieser oder ein einfacher Emulator für den PC empfohlen. Einmal gekauft wird „Super Mario All-Stars“ jedoch nichtsdestotrotz mit Sicherheit dutzende Stunden Spielspaß liefern, denn unser aller Mario hat letztlich nichts mit dem Geschäftsgebaren von Nintendo am Hut.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass