Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2011.10
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Nintendo 3DS
System im Test
Playstation 3
Kurzbewertung
Kurzweiliges Abenteuer für Jung und alt - ohne großen Tiefgang
Gruppenleiter
Hendrik Schmitz
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
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Spielbeschreibung:
Wir schreiben den zehnten Januar des Jahres 2012.
Auf den Tag genau 83 Jahre nachdem die Comicfiguren „Tim und Struppi“ zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit erblickten, nach 24 spektakulären Comic-Abenteuern und einer Unmenge erfolgreich bestandener Prügeleien, Verfolgungsjagden und geknackter Rätsel, finden sich die beiden Helden zu ihrem neuesten Abenteuer in der „Grünen Stube“ der Lise-Meitner-Gesamtschule ein. Wer hätte das gedacht? Zur Seite steht ihnen dabei eine Gruppe außerordentlich spiel- und kritikwütiger Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 13 Jahren, ihres Zeichens professionelle Spiele-Tester, die es gar nicht erwarten können, sich mitten ins Geschehen stürzen zu können. Die PS3-Controller werden in die Hände genommen und die Kugelschreiber gezückt – Das neueste Abenteuer kann beginnen.

Pädagogische Beurteilung:
Nichts als kreisende Sterne – Eine pädagogische Beurteilung
„Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ ist das Spiel zum Hollywood-Film. Die Geschichte orientiert sich sehr am Drehbuch und wird Spielern, die den Film bereits gesehen haben, nicht viel Neues erzählen. Unseren Spiele-Testern, alle bisher keine großen „TuS“-Fans, war's egal. Schnell tauchten sie begeistert in das Geheimnis um das kleine Model-Schiff ein, welches Tim auf einem Basar ersteht und in dessen Bug er ein Geheimfach mit Schatzkarte entdeckt. Erfahrene Abenteurer wissen: Wo ein Schatz ist, sind auch finstere Gestalten nicht weit. Während der Film für Kinder ab sechs Jahren freigegeben wurde, erhielt das Spiel eine Altersfreigabe von 12. Der Grund dafür wird sehr schnell klar: Es gibt wahre Horden von Gegnern, die es zu überwinden gilt! Egal wo unsere Helden auftauchen, die bösen Jungs warten bereits auf sie. Dieses Konzept der „Action“-Übersetzung von Film in Spiel funktioniert bei weitem nicht immer (siehe die letzten Spiele der „Harry Potter“-Reihe, deren Game-Klone eher an einfallslose Shooter als an „zauberhafte“ Interpretationen erinnern)! Oft bleibt so von der ursprünglichen Qualität der Vorlagen wenig übrig. Diese Gefahr umschifft „Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“. Zwar wird der „Action“-Aspekt der Vorlage eindeutig ins Zentrum des Spielgeschehens gelegt und Dingen wie Rätseln oder Geschicklichkeitsübungen vorangestellt, doch haben sich die Macher von „Ubisoft“ glücklicherweise nicht damit zufrieden gegeben, Tim wild prügelnd durch die Gegend laufen zu lassen. Unser Held verfügt zwar über ein paar beeindruckende Schlagkombinationen, doch hilft Tim auch das beste Kampfsport-Training nichts, wenn der Gegner einen Regenschirm in der Hand hält. Sie haben richtig gelesen. Gegenstände wie Regenschirme machen die Gegner immun gegen Schläge und Wurfattacken. Tim muss sich so jedes Mal, wenn er auf einen „gepanzerten“ Feind trifft, entweder versteckt halten, bis ihm der Gegner den ungeschützten Rücken zuwendet oder er schleicht sich, z.B. in einem Fass, an den Bösewicht heran und zieht ihm den Deckel in einem Überraschungsangriff über die Rübe. Der Gegner wankt, sieht Sternchen, fällt zu Boden und bleibt dort in so skurrilen Positionen liegen, dass sich selbst unsere abgebrühten Spiele-Tester einige Male das Lachen nicht verkneifen konnten.

In diesem Spiel stirbt niemand. Selbst wenn ein gegnerischer Butler vier Stockwerke tief fällt ist er nur betäubt. Dem so modernen Drang nach Gewalt und Blut verwehrt sich „Tim und Struppe – Das Geheimnis der Einhorn“ und behält Recht damit, da es so der Qualität der Vorlage gerechter wird.

So wird gespielt
Das Gameplay des Spiels erschließt sich auch jüngeren Spielern sehr schnell und verwirrt nicht durch komplizierte Tasten-Kombinationen oder überladene Level Designs. Die Orte, durch die man sich kämpfen muss sind zweidimensional designt, einfallsreich und manchmal detail verliebt gestaltet, man verfolgt das Geschehen stets von der Seite und braucht nie mehr als zwei oder drei Tasten um die wartenden Herausforderungen zu bestehen. Wie in einem typischen „Jump & Run“ hüpft, kriecht und schlägt sich Tim durch die einzelnen Level. Damit dieses Prinzip aber auf die Dauer nicht langweilig wird, steigen „Tim und Struppi“ öfters auch mal in Flugzeuge um oder Rasen im Motorrad (mit „Kapitän Haddock“ auf dem Beifahrersitz) durch karge Wüstenlandschaften. Obwohl es manch knifflige Stelle gibt, in denen Tim sich z.B. in den Zwischenwänden eines Raumes verstecken muss, um die Gegner zum genau richtigen Zeitpunkt zu attackieren, ist der Schwierigkeitsgrad des Spieles nicht besonders hoch. Unsere Spiele-Tester diskutierten zwar häufig über die beste Vorgehensweise oder die möglichen Lösungen für Rätsel, steckten aber nie wirklich fest. Das erleichtert zwar unerfahrenen Abenteuern den Einstieg in dieses Genre, hat aber auch zur Folge, dass das Spiel sehr schnell wieder zu Ende ist. Vier bis fünf Stunden brauchten die versierten Tester, um das Geheimnis der Einhorn zu lösen. Nicht besonders lange und für etwas ältere Spieler wenig fordernd, bietet „Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ nach Meinung unserer Spiele-Tester eher für jüngere Spieler eine gute Balance aus Adrenalin und Köpfchen. Was natürlich nicht heißt, dass gerade „Tim und Struppi“-Fans nicht trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Gemeinsam sind wir stark
Der Coop-Modus bietet nämlich eine Menge zusätzliche Möglichkeiten, sein Geschick für die gute Sache zu beweisen. Wer die „Move“- (PS3), „Kinect“- (Xbox360) oder „WiiMotionPlus“-Erweiterung der jeweiligen Konsole sein eigen nennt, kommt noch in den Genuss weiterer Geschicklichkeitsübungen. Schwertkämpfe oder halsbrecherische Flugmanöver locken mit einem weitreichenden Boni- und Zusatzcharakter-System, welches den Nachteil der relativ kurzen Spielzeit des Single-Player-Modus fast wieder auszugleichen vermag.

Fazit:
Für Fans von Hergé und seine beiden Helden kommt „Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ inhaltlich eventuell etwas mager daher. Die Geschichte gibt eins zu eins den Film wieder, die Single-Player-Kampagne ist sehr kurz und die Grafik und das Gameplay bieten nicht viel, was man nicht schon kennt. Trotzdem haben sich die Macher von „Ubisoft“ ein paar Dinge einfallen lassen, die gerade bei jungen Spieler und „T&S“-Neulingen (beides traf auf unsere Tester-Gruppe zu) Interesse wecken könnte, sich ein wenig mehr mit dem rothaarigen Reporter und dessen drolligen Begleiter zu beschäftigen. Mit viel Humor und einer gehörigen Portion Action bleibt das Spiel dem Original treu, der „Jump and Run“- Stil ist über weite Strecken passend und abwechslungsreich und nur manchmal eintönig. Unsere Spiele-Tester empfehlen „Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ vor allem für jüngere Spieler, die sich von der Comic-artigen Umsetzung einfangen lassen und eingeschworenen Fans, die gar nicht genug von ihren Helden bekommen können.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass