Dragonball Z: Ultimate Tenkaichi

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Bandai Namco
Erscheinungsjahr
2011.10
Systeme
Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Actionreiches Prügelspiel für Fans der gleichnamigen TV-Serie & Comics
Gruppenleiter
Andreas Gloge
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Dragonball" ist eine Manga-Serie des japanischen Zeichners Akira Torijama. Den weltweit erfolgreichen Comics folgte alsbald die Umsetzung in mehrere Anime-TV-Serien, u.a. „Dragonball Z“ sowie Kinofilme und Videospiele. Gerade bei Jugendlichen erfreut sich die Reihe extremer Beliebtheit, was möglicherweise auch den relativ hohen Kaufpreis erklärt.
Die Handlung ist dabei eher Nebensache und lässt sich schnell zusammenfassen: Es geht um die Abenteuer der Hauptfigur Son-Goku und seiner Freunde, die ständig in actionreichen Zweikämpfen gegen das Böse antreten müssen und dabei Dämonen, Außerirdische, Zeitreisende und was alles noch besiegen. Merkmal hierbei sind die ausufernden Duelle, gepaart mit dem Einsatz übernatürlicher Fähigkeiten, begleitet von markanten Sprüchen.

Anfangs wird aus den möglichen 41 Charakteren gewählt und schon geht der Kampf los. Krachender Sound, wilde Explosionen, bunte Energienentladungen, Schreie, raketenmäßig herumfliegende Superhelden - man ist sofort drin im bekannten Dragonball-Feeling. Beim Duell zwischen zwei Spielern öffnet sich dabei ein Split-Screen-Modus, sodass jedem seine eigene, individuelle Perspektive bleibt. Per Beamer auf Leinwand oder mit einem großen Fernseher ist das grandios anzusehen und wird von den Spielern als „voll geil“ gewertet.

Optisch ein großes Plus ist, dass auch die Umgebung mit der Zeit leidet und die Kontrahenten im Laufe ihres Kampfes eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Am Ende sehen auch die Comic-Charaktere nicht mehr frisch und erholt aus. Kratzer, Schürfwunden und kaputte Klamotten sind da nur einige Beispiele.

Am Ende gewinnt derjenige, der noch steht und mehr ausgeteilt als eingesteckt hat. Symbolisiert wird dies durch die Energiebalken der einzelnen Spielfiguren.

Pädagogische Beurteilung:
Fans der Serie sind Fans der Spiele
Laut Wikipedia sind weltweit über 160 Millionen Dragonball-Comics über die Ladentische gewandert. Diese unglaubliche Zahl in Verbindung mit Fernsehserien, Actionfiguren, Videospielen und weiterem Merchandising verdeutlicht, dass Dragonball aus der heutigen Jugendkultur nicht mehr wegzudenken ist. Nahezu jeder (männliche) Schüler kennt zumindest den Namen, wobei auffallend viele Mädchen mittlerweile auch die Mangas lesen.

Aller Anfang ist leicht
Das Spiel bietet ein Training (Tutorial) an, das Schlagabfolgen und Kampftechniken erklärt. Die Spieler der Testergruppe haben sich lieber gleich ins Getümmel gestürzt. Und wie bei den meisten Beat’em Up-Spielen lässt sich auch hier die Steuerung intuitiv erahnen. Man drückt einfach unheimlich schnell möglichst viele Knöpfe und hofft, dass gute Schlag-Kombinationen dabei herausspringen.
Dadurch entsteht allerdings eine gewisse Eintönigkeit, denn im Grunde hat jeder Charakter exakt den gleichen Combo-Move, der einfach immer und immer und immer wieder wiederholt wird. Den Unterschied machen die Auswirkungen der erwähnten individuellen Spezialattacken, die sich aber ebenfalls schnell wiederholen. „Ich habe einfach ständig drauflos gedrückt.“ (Spieler, 12 Jahre) Anspruch und Abwechslung sehen anders aus. In diesem Spiel kommt es daher ausschließlich auf Schnelligkeit und Reaktion an. Taktik oder Strategie sucht man vergebens.

Junge gegen Junge: das kracht
Der Wettkampfmodus „Spieler gegen Spieler“ steht hierbei über allem und verdrängt die Motivation nach der Adventure-angehauchten Kampagne um die Suche nach den Dragonballs oder den Turniermodus.
. Die Auseinandersetzungen fördern zum einen die Kommunikation, da die Spielenden sich während der Kämpfe scherzhaft anstacheln und einander verbal provozieren können. Zum anderen kommen sie dem natürlichen Drang von Jungen zu Beginn der Pubertät entgegen, sich miteinander zu vergleichen, die Kräfte zu messen und einen Sieger in Wettkämpfen zu ermitteln. Erfolge fördern Selbstbewusstsein, Niederlagen bringen Lerneffekte, auch im Videospiel. Somit antworten die 12-Jährigen der Testergruppe einvernehmlich auf die Frage, was sie am meisten reizt: „Den Gegner k.o. hauen“, „Beim nächsten Mal gewinnen“ oder „Starke Gegner besiegen“. Es geht offensichtlich weniger darum, möglichst ausgefeilte Kampftechniken oder gewitzte Strategien zu entwickeln, sondern nahezu ausschließlich um das Endresultat: den letztendlichen Sieg zu erringen.

Die Liebe zum Spiel vereint die Rivalen
Wer jetzt denkt, so ein Prügelspiel würde Aggressionen fördern und zu Konflikten zwischen den Spielenden führen, der wird eines Besseren belehrt. Die gemeinsame Liebe zu den Comics, der TV-Serie und den Dragonball-Charakteren vereint die gegeneinander Spielenden sofort. So konnte beobachtet werden, wie sich selbst der unterlegene Spieler über die Spezialangriffe des Gegners freute, weil er diese aus dem Fernsehen wiedererkannte. Statt Trash-Talk gegeneinander unterhielten sich die Spielenden eher begeistert über das, was sie da gemeinsam auf dem virtuellen Schlachtfeld vollführten.

Popcorn-Spiel ohne Erholungspausen
„Dragonball Z: Ultimate Tenkaichi“ fordert Motorik, Reaktionsvermögen und den Willen, nach einer Niederlage sofort wieder aufzustehen und erneut die Herausforderung zu suchen. Strategisches oder analytisches Denken steht bei den Kämpfen eher weniger zur Debatte. In diesem Effekt-Feuerwerk verliert man als Spieler schnell den Überblick, was aber niemanden groß gestört hat. „Dragonball Z: Ultimate Tenkaichi“ ist pure Popcorn-Action! Es geht laut und wild daher, mit einer Geräuschkulisse, die vor Explosionen und Kracheffekten nur so strotzt. „Der Sound macht erst so richtig Laune“, tönt es da vom Spielersofa. Auch wenn die Anime-Atmosphäre kinoreif daherkommt, so kann sie doch auf Dauer ermüden, da sich die Kämpfe über etliche Minuten strecken können und Pausen zum Luftholen und Abschalten nur stattfinden, wenn neue Charaktere ausgewählt werden. Nach dem Kampf ist vor dem Kampf.

Fazit:
„Dragonball Z: Ultimate Tenkaichi“ bietet in Bild und Ton eine sehr getreue Umsetzung der TV-Anime-Serie. Dadurch entsteht für Kenner und Liebhaber der Dragonball-Geschichten eine große Attraktivität und ein konkreter Identifikationsansatz.

Im Spiel Menschen-gegen-Mensch scheint der Spielspaß kaum abzuebben. Das kampagnenhafte Einzelspielerspiel hingegen stieß bei den 12-Jährigen auf weniger Interesse. Durch die abgedrehte Anime-Optik und die übernatürlichen Kampffähigkeiten der Charaktere verliert das Spiel seinen Realitätsbezug und wird zu purer Fiktion und Phantasie. Die Duelle haben somit sportlichen Wettkampfcharakter und nichts mit einem Aggressionsventil zu tun. Bunt und wild und laut fliegen einem hier die Fetzen um die Ohren. Am Ende eines jedes Kampfes gibt es ein klares Ergebnis: Sieger und Verlierer. Diese Eindeutigkeit sorgt für Befriedigung und Klarheit.

Natürlich geht es bei einem Prügelspiel um Gewalt, aber hier findet diese ohne Ströme von Blut, Tote oder irgendwelche Grausamkeiten statt, sondern behält sein zeichentrickhaftes Flair bei. Jeder der schon mal Tom & Jerry gesehen hat, weiß was gemeint ist. Die pädagogische Alterseinstufung deckt sich daher mit der USK Einstufung ab 12 Jahren.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass