Raving Rabbids - Die verrückte Zeitreise

Genre
Denken / Geschick
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2010.11
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Amüsante Partyspiele ohne viel Substanz
Gruppenleiter
Andreas Gloge
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
„Raving Rabbids – Die verrückte Zeitreise“ ist bereits der fünfte Teil über die durchgeknallten Hasen, die mit skurrilen Sprüchen und Taten die Welt erobern wollen, einen Müllturm bis zum Mond stapeln oder wie jetzt in diesem Teil versuchen, die Menschheitsgeschichte mit Zeitreisen kräftig durcheinander zu wirbeln. Zu diesem Zweck haben sich die Rabbids in einem Museum eingenistet und reisen per Waschmaschine durch Vergangenheit und Zukunft.

Das Museum ist Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Hier warten etliche Räume darauf, von den Hasen entdeckt zu werden. Dabei erlebt man mit den Rabbids 25 lustige Minispielchen zu den jeweiligen Epochen der Menschheitsgeschichte.
Man tobt sich als Sänger oder Tänzer auf der großen Bühne aus oder testet sein Wissen im Quiz über die Weltgeschichte des Spiels. Im Flugarium hingegen wartet der irre Trip mit einem Flugzeug, um Rennen oder große Schlacht in luftigen Höhen auszutragen. Im Ballerarium indes tritt man wie in einem alten Western in Pferdekutschen gegeneinander an. Oder aber man kämpft Seite an Seite als Gladiator in einem römischen Colosseum gegen näher rückende Feinde. Im Hängarium angelt man relativ zeit- und epochenlos mit den Rabbid-Ködern nach Kühen oder hüpft im Hosparium wie wild durch die Gegend.

Pädagogische Beurteilung:
Partyspiele mit beschränkter Abwechslung
Diese quietschbunten Minispiele und Spielvariationen sind schnell durchgespielt und werden daher auch als Partyspiele bezeichnet. Jeder Bereich hält drei bis sechs Disziplinen parat, die sich meist nur geringfügig oder überhaupt nicht voneinander unterscheiden, da einige Aufgaben wie Wettrennen einfach nur vor anderer Kulisse wiederholt werden. Auch die Turnieroptionen sind eher dürftig: Man kann eine gewisse Anzahl an Wettbewerben oder ein bestimmtes Zeitfenster festlegen und muss dann versuchen, bei der Wahl der Minispiele auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Vorgefertigte Turniere oder einen Zufallsgenerator gibt es nicht, so dass überhaupt nur gespielt werden kann, wenn sich alle zum selben Ziel aufmachen.

Ein eigentliches, inhaltliches Ziel (auf die Zeitreise bezogen) gibt es nicht. Dadurch stellte sich bei einigen Testern (12 Jahre) mehrfach die Frage, „worum geht es eigentlich?“. Dafür, dass der Spaß an der Freud’ die Hauptmotivation für Raving Rabbids sein soll, übte das Gameplay offensichtlich zuwenig Faszination und Abwechslung aus.

Simple Steuerung mit Schönheitsflecken
Die Steuerung ist vorwiegend intuitiv erlernbar. Man schüttelt die Wii-Mote, um zu rennen, zu springen oder man zielt damit auf den Bildschirm, um Gegenstände zu treffen, usw. Leider werden die Minispiele nicht erklärt, sodass die Spieler anfangs immer unkontrolliert und verwirrt umherfuchteln, bis sie nach und nach begriffen, was zu tun ist.
Schwierig sind zudem die Angelspielchen, denn diese lassen sich nur mit dem Wii-Motion-Plus-Aufsatz spielen und gehen alles andere als leicht von der Hand. Des Öfteren fliegt der Rabbid-Köder in eine völlig andere Richtung als beabsichtigt. Selbst mit Aufsatz bleibt das Spiel ungenau.
Spieler ohne Motion-Plus-Aufsatz können daher eine Reihe von Minispielen überhaupt nicht nutzen. Extrem schade, denn 25 Spiele sind nicht die Welt und mitunter schnell durchgespielt.

Hasen dieser Welt versammelt euch
Manche Minispiele können/sollten als Team bestritten werden, was sowohl an der Konsole als auch (zum ersten Mal für ein Spiel der Rabbid-Reihe) online möglich ist. Durch die Facebook-Einbindung zum Beispiel findet man schnell willige Mitstreiter, die man auf die eigene (Hasen-)Freundesliste setzen kann. Darüber hinaus existieren Online-Ranglisten - eine spannende Zusatzfunktion, die jedoch nur wirklich hartgesottene Rabbid-Fans interessieren dürfte. Einhelliger Tenor in der Testergruppe war „ganz nett, aber so oft werde ich das eh nicht spielen.“ Wobei Facebook von Kindern nicht genutzt werden darf.

Am Ziel vorbeigeschossen
Die Idee mit einer Waschmaschine durch die Zeit zu reisen und den Verlauf der Geschichte in anarchischer Rabbids-Manier durcheinander zu bringen, klingt leider interessanter als sie letztendlich ist. Bot das erste "Raving Rabbids"-Game noch über 75 Minispiele, sind es im mittlerweile fünften Abenteuer nur noch 25. Man kann sich hier auch nicht wie früher seinen eigenen Hasen gestalten, man kann nur vorhandene und freigespielte komplette Outfits anziehen.
Diesen inhaltlichen Schwund versuchen die Entwickler von "Die verrückte Zeitreise" mit reichlich abstrusem Humor zu überspielen, der aber leider an der jugendlichen Zielgruppe ein wenig vorbeigeht. Die eigentlich sehr skurrilen Zwischensequenzen sorgten bei den jungen Spieletestern (12 Jahre) nur für geringes Schmunzeln, denn wenn historische Persönlichkeiten in albernen Kurzfilmchen ihr Fett weg bekommen, zielt das eher auf eine ältere Spielergruppe ab, die mit diesen Persönlichkeiten auch was anfangen können.
Auch die Ladezeiten sind auffallend lang, was den modernen Spielgewohnheiten entgegenläuft. Ungeduld machte sich hiernach öfter breit. Wenn schon Party- und Minispiele, dann doch bitte flott und ruckizucki, statt mit ungewöhnlicher Wartezeit verbunden.
Insgesamt ebbten der Spielspaß und die Langzeitmotivation durch diese Faktoren auffällig rasch ab und wurden von Desinteresse ersetzt.

Fazit:
Auf ihrer Reise durch die Zeit haben die Rabbids zwar endlich das Online-Spielen entdeckt, aber an Bedienungskomfort und Partytauglichkeit im Vergleich zu Vorgängern stark eingebüßt. Die Spiele sind schnell durchgespielt und sorgen für nicht genügend Abwechslung (z.B. die vielen Variationen von Rennspielen).
Auch der verrückte Rabbid-Humor hat deutlich an Qualität eingebüßt. Die Altersempfehlung ab 6 Jahren deckt sich mit der pädagogischen Alterseinschätzung, wobei junge Spieler schnell mit der Steuerung überfordert sein und alte Spieler sich am begrenzten Gameplay schnell langweilen könnten.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass