3D Dot Game Heroes

Genre
Rollenspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
SouthPeak Games
Erscheinungsjahr
2010.05
Systeme
Playstation 3
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Nur englischer Bildschirmtext
Kurzbewertung
Retro-Rollenspiel in Pixelgrafik
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"3D Dot Game Heroes" ist ein Rollenspiel, das die Grundelemente alter Rollenspielklassiker verbindet und sie als Hommage an alte Zeiten in einem neuen Spiel verbindet. Gesteuert wird ein Held, der die Prinzessin retten und das Land Dotnia vom Bösen befreien muss. Dabei reist der Spieler durch die Welt, erkundet verschiedene Paläste und findet auf seinem Weg immer neue Gegenstände. Die Grafik ist hierbei an die alten 2D Abenteuer aus den 80er und frühen 90er Jahren angelehnt, Zeiten in denen 3D oder HD-Grafik noch in weiter Ferne lagen. Alles in "3D Dot Game Heroes" besteht aus großen Pixeln und wirkt daher sehr blockartig. Allgemein grenzt sich das Spiel von aktuellen Titeln, die auf besonders realistische Grafik und auf ein innovatives Spielgeschehen setzen, ab. Dennoch punktet "3D Dot Game Heroes" durch seinen Retro-Charme, wobei die vielen Anspielungen insbesondere von der älteren Generation verstanden werden dürften, die mit den Spielen aufgewachsen ist. Kann es jedoch ein solches Spiel schaffen auch die jüngeren Spieler in seinen Bann zu ziehen?

Pädagogische Beurteilung:
Der Charme der Nostalgie
Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass gerade Videospieler in mancherlei Hinsicht zu echten Nostalgikern werden. Es gibt viele Neuauflagen lange zurückliegender Spieletitel, ein Videospiele-Museum (Beitrag zum Videospiele-Museum) und auch das Thema Videospiel und Gamer wird immer häufiger in den Medien aufgegriffen. Dies mag vermutlich daran liegen, dass die Videospielgeneration der ersten Stunde mittlerweile schon lange aus den Kinderschuhen ist und sich nur allzu gern an die schönen Erinnerungen der Kindheit zurück entsinnt. Genau mit diesem Phänomen reizt das Rollenspiel "3D Dot Game Heroes". Dabei erinnern die nostalgischen Elemente an die Spiele zu Zeiten des NES oder SNES. Bei dem Spielgeschehen hat man permanent den Eindruck, ein 8-Bit Rollenspiel mit räumlicher Tiefe zu sehen. So besteht alles im Spiel, egal ob Gebäude, Waffe oder Held aus einer Ansammlung von Blöcken, welche das dreidimensionale Objekt erzeugen. Selbst die Gegner und Endbosse bestehen nur aus Blöcken - hat man einen Gegner besiegt, fliegen diese regelrecht auseinander. Und auch das Wasser scheint blockartige Wellen zu schlagen und eckig zu schimmern.

Wer ist der Held?
Zu Beginn des Spiels konnten sich die Tester ihre Spielfigur aussuchen. Man spielt zwar den Helden der Geschichte, aber eine genaue Charakterisierung des Protagonisten gibt es hierbei nicht. So kann der Spieler selber aus einem Repertoire vorgefertigter Figuren wählen. Es gibt den stolzen Ritter, die Prinzessin, einen Gelehrten, einen Ninja, Drachen oder sogar Santa Claus. Die Tester hatten ihren Spaß an der freien Wahl der Charaktere: „Nimm doch den Weihnachtsmann.“ (Tester 10 Jahre) „Nein, der Ritter hier sieht cool aus.“ (Tester 11 Jahre). Wenn einem die Vielzahl an spielbaren Charakteren nicht reicht, kann man sich auch eine eigene Figur kreieren. Bei jedem Neuladen des Speichers kann der Spieler auch die Figur wechseln. Dadurch hat man nie einen an das Spiel gebundenen Charakter. Wie früher wird auf umfangreiche Hintergrundgeschichten und tiefsinnige Charakteristiken verzichtet. Die Figuren bedienen Klischees, der Held ist gut und der Feind ist böse. Zwar konnten sich die Tester dadurch nicht in den Held hineinversetzen, aber in ihrer Fantasie einen völlig eigenen Helden entstehen lassen.

Neue Gegenstände – neue Fähigkeiten
Der Held bereist das Land, betritt verschiedene Tempel, findet den Tempelschatz und besiegt den Boss. Diese simple Aneinanderreihung von Ereignissen steht - wie in so vielen Rollenspielen zuvor - auch in "3D Dot Game Heroes" die meiste Zeit im Mittelpunkt des Geschehens. Was sich jedoch so einfach anhört ist in der Realität nicht immer ganz so schlüssig, da man Informationen über neue Ziele nur durch Gespräche mit Personen erhält und das Spiel lediglich mit englischem Bildschirmtext ausgestattet ist. So war den Testern nicht immer wirklich bewusst, wo hin sie genau mussten. Dies lag nicht unbedingt an fehlender Sprachkenntnis, sondern an Desinteresse am Lesen des Textes. Auf den Hinweis, dass die Figur einem das Ziel genannt hatte kam meist nur ein gelangweiltes „Das war mir zu viel Text“ (Tester 11 Jahre). Das Ziel ist nach und nach verschiedene Tempel aufzusuchen, die über die Welt verstreut sind. Die Tempel, welche meist alle einem gewissen Element wie Feuer oder Eis zuzuordnen sind, enthalten allesamt ein Artefakt, das mit den anderen vereint werden muss. Hat man in dem Falle die Orbs aus allen Tempeln gesammelt, kann man dem Bösen gegenübertreten. Zusätzlich gibt es in jedem Tempel einen Schatz, durch den man neue Gebiete auf der Weltkarte erkunden kann. So ist es dem Spieler nach dem Fund von Bomben beispielsweise möglich, zerbröckelte Wände zu zerstören oder mit dem Greifhaken Schluchten zu überwinden. Dies war ein besonderer Anreiz für die Tester, da sie von den neuen Möglichkeiten immer begeistert waren. Die Steuerung hierbei ist immer sehr einfach gehalten. Neben der normalen Bewegung der Figur braucht man im Spielgeschehen meist nur zwei Knöpfe. Auf einem ist das Schwert auf dem anderen ist der ausgerüstete Gegenstand. Das Besondere an "3D Dot Game Heroes" sind jedoch die Kämpfe. Nach und nach bekommt man nämlich ein immer größeres Schwert. Mit diesem ist es möglich, fast den kompletten Bildschirm auszufüllen. Das Erstaunen der Tester war immer deutlich zu vernehmen. Hat man eine komplett aufgefüllte Energieleiste, ist das Schwert nochmals um einiges mächtiger. So kann man alles im Umfeld in seine pixeligen Einzelteile zerlegen.

Veralteter Schwierigkeitsgrad?
Neben der Grafik erinnert auch der Sound an frühere Videospiele. Man hat versucht die Spielmusik an die 8-Bit Geräusche der damaligen Zeit anzupassen. Den Testern fiel dies besonders bei den Kämpfen auf. Wo andere Spiele versuchen mit epischer Musikuntermalung und hoch aufgelösten Videosequenzen Spannung aufzubauen, arbeitet "3D Dot Game Heroes" mit der Einfachheit und der Reduzierung auf das strategische Handeln im Spiel. Auch die Bosskämpfe sind sehr taktisch und weniger actionlastig. Allerdings hatten die Tester hier einige Schwierigkeiten, den eines hat „3D Dot Game Heroes“ ebenfalls mit früheren Spielen gemeinsam: den Schwierigkeitsgrad. Nachdem man ein Leben verloren hat, muss man meist wieder eine lange Strecke zurücklaufen, da nicht so häufig automatisch zwischengespeichert wird, wie bei moderneren Spielen. Ebenso bekommt man viel seltener neue Energie nachdem man Gegner besiegt hat und Lebenstränke müssen meist in der Stadt für viele Rubine kaufen und dafür erst komplett den Tempel verlassen und ein Gebiet durchqueren Als die Tester erfuhren, dass dies der frühere Standart war, fiel ihnen auf, wie einfach es heutzutage dem Spieler in mancherlei Hinsicht gemacht wird.

Fazit:
"3D Dot Game Heroes" schafft es mit viel Liebe zum Detail, den nostalgischen Charme früher Videospiel für die neue Konsolengeneration zu kultivieren. Videospielveteranen hatten ihre helle Freude an dem Spiel. Doch auch die jüngere Generation konnten sich für das Spiel begeistern und der Grund hierfür war ein ganz anderes Spiel: Minecraft (Test von Minecraft). So gut wie jeder Tester der Gruppe verglich das Spiel mit dem Indie-Hit Minecraft, manche verwechselten es sogar damit. „Das ist ja wie Minecraft“ (Tester 10 Jahre) oder „Was spielt ihr, Minecraft?“ (Tester 11 Jahre) waren die Reaktionen der Testergruppe. Das simple Spiel mit der Klötzchengrafik diente ihnen als Verbindungspunkt zu der alten Pixelgrafik. Zwar kannten sie allesamt Zelda oder Rollenspiele allgemein, jedoch war ihnen auf den ersten Blick kein Zusammenhang zu "3D Dot Game Heroes" ersichtlich. Den Testern hat das Spiel insgesamt sehr gut gefallen und es war für sie interessant, mehr über die Videospiele vor ihrer Zeit zu erfahren. Das Spiel sollte aber aufgrund des Schwierigkeitsgrades und vor allem der englischen Sprache erst gespielt werden, wenn man die Texte versteht oder mit einem Erwachsenem, der diese übersetzen kann.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass