Raving Rabbids - Alive & Kicking

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2011.11
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Kinect erforderlich
Kurzbewertung
Partyspiel mit gelungener Steuerung & schrägem Humor
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
„Bwaaaaah!" - mit „Raving Rabbids: Alive & Kicking" widmet sich Ubisoft nach kurzem Ausflug zu anderen Genres endlich wieder dem Ursprung der verrückten Hasen: den Mini- bzw. Partyspielen. Die ausschließlich für Microsofts Bewegungssensor Kinect entwickelte Sammlung von über 40 Minispielen ist der nunmehr sechste Ableger der seit 2006 (Test von Rayman Raving Rabbits) ihr Unwesen treibenden Partyhasen. Ein kurzes, durchgeknalltes und durchaus witziges Intro, das im weiteren Spielverlauf eigentlich keinerlei Relevanz mehr hat, durchleuchtet das Geheimnis, wie und woher die ‚white Rabbits' eigentlich kommen. Irgendwas scheint bei diesem Vermehrungsprozess allerdings aus dem Ruder zu laufen: es gibt sie auf einmal in Massen und sie wollen die Weltherrschaft an sich reißen. Ziel des Spiels ist es, genau dieses Szenario zu verhindern. Da ist der Körper gefordert, von tanzen bis schlagen, von Spring- bis hin zu Schwimmbewegungen - die Minispiele sorgen durchaus für bewegte Abwechslung.
So gilt es zum Beispiel, zwischen zwei Bahngleisen stehend, vorbeifahrenden Hasen Backpfeifen zu verpassen, den Suchscheinwerfern der Hasenhäscher in einer Art Versteckspiel im Raum gekonnt auszuweichen, die Luftgitarre zu schwingen oder mal den Verdauungstrakt von hinten nach vorn zu ‚schwimmen'. Dabei können alle Minispiele in zwei grundlegenden Spielmodi, „Schnell" und „Party", mit bis zu 16 Spielern offline angegangen werden. Meist treten dabei maximal zwei, manchmal - jedoch zum ersten Mal (!) auch bis zu vier Spieler gleichzeitig vor den Sensor. Zudem bieten einige Minispiele eine interessante Form der „Augmented Reality" (Augmented Reality auf Wikipedia) an. Unter „Mein Raving Rabbid" kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Hasen ins Wohnzimmer holen und so direkt mit den virtuellen Nagern interagieren. Diese reagieren somit nicht nur direkt auf die Bewegungen des Spielers, sondern auch auf die Räumlichkeit an sich. Sie watscheln gemütlich durchs Zimmer, weichen dabei gekonnt diversen Möbelstücken aus oder zwängen sich beispielsweise unter Tischen hindurch. Mit den in den Minispielen verdienten „Klopapier-Dollarz" lassen sich sogar weitere Spielvarianten und -inhalte für diese ‚erweiterte Realität' freischalten.

Pädagogische Beurteilung:
Bis zu vier Spieler gleichzeitig
„Alive & Kicking" nutzt den Kinectsensor, im Gegensatz zu vielen anderen ähnlichen Mini- bzw. Partyspielsammlungen, nahezu voll aus. Egal welche Verrenkung man gerade controllerlos vollführen muss, die Steuerungserfassung funktioniert erstaunlich gut. Von ab und an auftretenden kleineren Aussetzern der Bewegungserkennung abgesehen, werden alle, noch so unkontrollierten Bewegungen nicht nur nahezu fehlerfrei, sondern auch ohne spürbaren Zeitverlust übertragen. Noch erstaunlicher ist dabei die Tatsache, dass dies auch durchaus für den Mehrspielermodus mit bis zu vier Spielern gleichzeitig gilt. Natürlich geht es zu viert hier und da etwas chaotischer zu, was den Sensor jedoch nicht daran hindert, seine Arbeit zu machen. Die „Rabbids" zeigen uns neben allerlei verrückten Ideen somit eins: die Steuerungserfassung des Kinect-Sensors mag mitnichten fehlerfrei sein, aber derartig mies, wie sie in den meisten Fällen umgesetzt wird, scheint sie doch nicht zu sein. Die Frage, warum eine funktionierende Bewegungserkennung dennoch so selten den Weg ins Verkaufsregal findet, drängt sich spätestens nach „Alive & Kicking" vehement auf.
Die Steuerung funktioniert nicht nur gut, sie ist auch kinderleicht erfasst. Jedes Spielchen wird einem vor Spielbeginn kurz via Text- und Bildeinblendungen erklärt, was wiederum in höchstem Maße unnötig erscheint, denn erstens haben die Erklärungen keinerlei Aussagekraft und zweitens erklären sich die Minispiele größtenteils auch mit marginalen Vorkenntnissen von selbst.

„Bwaaah!"
Dieser von den kleinen Nagern geprägte Schrei beschreibt das audiovisuelle Gewand des neuen „Rabbid"-Ablegers im Grunde punktgenau. Von der gewohnt witzigen Comicoptik über dreidimensionale Darstellungen bis hin zur Vermischung von Comic und Realität im „Roger Rabbit" (Roger Rabbit Trailer auf youtube)-Stil, präsentiert sich „Alive & Kicking" grafisch in einem quietschbunten Konglomerat. Dabei bleibt die Grafik stets zweckmäßig unterhaltsam und verzichtet auf aufwändig oder gar realistisch in Szene gesetzte Animationen. Mit Ausnahme von teils wirklich gelungenen Soundeffekten bei Ohrfeigen oder Schlägen, ist Realismus auch akustisch nicht zu erwarten. „Witzig und nervig" ist dabei nicht nur das ständige Gebrabbel der weißen Hasen, sondern auch die musikalische Untermalung des Spiels. Gerade bei Spielbeginn wurde die Akustik in der Testergruppe mit „witzig und schräg" durchgängig positiv bewertet, wohingegen nach einigen Stunden Spieldauer aus „witzig" hier und da „nervig" oder gar „voll bescheuert" wurde.

Klassisches Partyspiel
Den vollen Spielspaßwird man bei „Alive & Kicking" zweifelsfrei erst im Mehrspielermodus erfahren. Für Einzelspieler wird schlicht zu wenig angeboten, so ist keinerlei langzeitmotivierendes Belohnungssystem in Form von Ranglisten oder freischaltbaren Spielen, Charakteren oder anderen Minispielen vorhanden. Was dem Spielspaß mit mehreren Spielern wiederum zu keinem Zeitpunkt schadet, denn hier sind dann beispielsweise alle Spiele frei zugänglich und bieten durchaus umfangreiche Abwechslung. Vor allem als Laie kommt man hier voll auf seine Kosten und wird die „Rabbids" wohl auch recht schnell „voll geil" finden. Als Kenner der kleinen Schreihälse kann sich jedoch eine gewisse Enttäuschung breit machen, da die dargebotenen Minispiele in gleicher oder ähnlicher Form bereits bei den Vorgängern anzutreffen waren, wenngleich die Kinect-Umsetzung der einzelnen Spielchen dennoch einen Blick wert ist.

‚Rabbid-Gewalt'
„Dem habe ich aber eine reingehauen!" (Tester, 8 Jahre) - wie der Name des Spiels bereits vermuten lässt, handelt es sich bei „Alive & Kicking" um ein Spiel indem es gilt, die kleinen Häschen auch mal zu kicken oder zu schlagen. Diese Gewalt klingt zunächst derb - wer kickt schon gerne kleine Häschen? Eingebettet in skurrilste Situationen, wie etwa an Rotzfahnen hängenden „Rabbids", ausgestattet mit grotesken ‚Waffen', wie Pömpel, Riesenhandschuhen oder Babyfläschchen voller Karottensaft, erscheint die vollzogene Gewalt zum einen weitaus weniger verwerflich und zum anderen als derart unrealistisch, dass es im Grunde schwerfällt hier von Gewalt zu sprechen. Fest steht jedenfalls, dass Nachahmungstaten wohl nur mit sehr, sehr viel Kreativität im Bereich des Möglichen liegen. Kinder ab 6 Jahren sollten mit den Spielinhalten zurechtkommen.

Fazit:
„Rabbids: Alive & Kicking" ist ein durchaus umfangreiches klassisches Partyspiel für Microsofts Kinect. Audiovisuell schräg präsentiert sich das Spiel mit einer erstaunlich gelungenen Bewegungserfassung und kinderleicht zu erlernenden Steuerung. Einziges großes Manko stellen fehlende langzeitmotivierende Elemente dar, so dass „Alive & Kicking" nahezu ausschließlich als Partyspiel funktioniert - und dass wiederum durchaus überzeugend.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass