Politik Simulator 2 - Rulers of Nations

Genre
Simulation
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
dtp Entertainment AG
Erscheinungsjahr
2010.11
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Unübersichtlich komplexe und schlecht programmierte Simulation
Gruppenleiter
Marius Eversmann
Ü12 Kinder und Jugendzentrum Leichlingen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Im Politik Simulator 2 – Rulers of Nations, als Fortsetzung des ersten Teils, geht es darum, der mächtigste Mensch auf Erden im politischen Sinne zu werden.
Vollziehen lässt sich dieses, in dem der Spieler die Führung eines Landes, je nach Spielmodus seiner Wahl, übernimmt und dort für die politischen Abläufe zuständig ist. Hier gibt es eine große Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten von der Gesetzgebung bis hin zur Führung der Ministerien, außenpolitische Verhandlungen oder sogar das Führen von Kriegen.

Vergleichbar ist der Spielablauf am ehesten mit einem Echtzeitstrategiespiel (siehe Genre Strategie), da der Ablauf alles in allem Linear ist und spontanes Eingreifen des Spielers erfordert.

Pädagogische Beurteilung:
Einstieg und Ausstieg?
Der Einstieg wird dem Spieler zunächst nicht unbedingt leicht gemacht. Grafisch wirkt das Spiel für heutige Maßstäbe schwach und die Menüführung erschließt sich dem Spieler nicht auf Anhieb. Die Kampagne beginnt mit einem Tutorial, in dem die wichtigsten Funktionen erklärt werden. Die Testergruppe bemängelt allerdings schwer verständliche Ansagen und die im Spiel unübersichtliche Menüführung.
Die Spieler der Testergruppe sind ca. 12- 14 Jahre alt und konnten das Tutorial nicht zu Ende bringen. Die Gründe liegen hier in der schweren Verständlichkeit der Aufgaben aber auch in der thematischen Komplexität. Verbunden mit der Unklarheit der Spielstrukturen und schwachen Bedienbarkeit kam es zum häufigen Abbruch des Spiels. Hinzuzufügen bleibt, dass die eigentliche Steuerung des Spiels mit Maus und Tastatur verhältnismäßig einfach ist.
Das Spiel bietet ausreichend viele Spielmöglichkeiten: Einen Einzelspielermodus mit einer Kampagne oder freiem Spiel (der Unterschied ist minimal), dazu kommt noch das Spiel über Internet oder LAN. Der LAN-Modus wurde getestet und stürzte auch nach einem Update regelmäßig ab. Daher war dieser in der Gruppe nicht spielbar.

Rein äußerlich betrachtet...
Optisch und akustisch bietet das Spiel mit gutem Willen höchstens Durchschnittliches. Die Weltkarte bietet einen sehr großen Zoom, der jedoch im Spiel in der Regel irrelevant ist und leicht hakt. Die Charaktere zeigen eine große Ähnlichkeit mit aktuellen Politikern und sind gut zu erkennen.
Die Animationen der Spielfiguren und Militäreinheiten wirken hölzern und grob und die Videosequenzen bieten leider ebenfalls nur durchschnittliche Qualität.
Der Sound ist zurückhaltend und wird von den Testern durch seine Unauffälligkeit relativ gut bewertet, wobei die Sprache als schwächster und undeutlichster Teil erwähnt wurde.
Die gesamte Atmosphäre des Spiels wird von den Testern als farbenfroh bewertet, aber trotzdem als sachlich und damit auch steif und immer gleichbleibend bemängelt.

Und wer soll es spielen?
Das Spiel richtet einige Forderungen an den Spieler, z.B. setzt es ein hohes Maß an weitblickendem Planen voraus. Der Spieler muss bei seinen vielfältigen Aufgaben die Übersicht behalten, Aufgaben, die er sich im Prinzip selber steckt, erledigen und dabei seine Ziele in eine sinnvolle Reihenfolge bringen.
Diese beschriebenen, sehr komplexen Aufgaben überforderten, in Kombination mit der schwachen Programmierung des Spiels die Spieler in der Testergruppe. Das Spiel scheint auch nach Meinung der Tester eher für erwachsene Spieler geeignet, die einen Exkurs in die Politik erleben möchten und sich nicht an den oben genannten Mängeln stören.
„Das Spiel ist langweilig, weil ich es nicht verstehe." (Tester, 13)
Dieser Kommentar zeigt, dass ein gewisses Grundverständnis von Politik und vorausschauendem Denken vorhanden sein sollte, da sonst der Spielspaß einfach nicht aufkommen mag.
Bei den Testern führte dieser mangelnde Spaß in der Regel dazu, dass sie wahllos Länder angriffen, um Abwechslung durch das Führen von Kriegen zu bekommen.

Fazit:
Rulers of Nations ist ein Echtzeit Politiksimulator, der nach den Erfahrungen in der Testergruppe ungeeignet für die Zielgruppe von 12-16 Jahren scheint.
Durch seine Unübersichtlichkeit und primitiven Darstellung ist das Spiel auch für Erwachsene schwerlich zu empfehlen. Im schulischen Kontext, in Begleitung eines Politiklehrers könnte es dennoch interessant sein, dieses Spiel einmal genauer unter die "Lupe" zu nehmen.

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Spieletester
Ü12 Kinder und Jugendzentrum Leichlingen
Leichlingen
Bewertung Spielspass