Cargo! The Quest for Gravity

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
bitComposer
Erscheinungsjahr
2011.05
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Ansprechendes und kreatives Abenteuer
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Pünktlich zum drohenden 2012er-Weltuntergang ist mit "Cargo – The Quest of Gravity" ein weiteres Spiel erschienen, das sich mit dieser Materie befasst.
Die Ausgangslage sieht dementsprechend düster aus: Die Erde hat sich in einen großen Ozean verwandelt, nur wenige Inseln sind verblieben, auf denen sich der kleine Rest der Menschheit zudem mit dem Umstand herumschlagen muss, dass keinerlei Erdanziehungskraft mehr herrscht.
Verantwortlich für dieses Chaos sind die Götter, die mit dem Zustand der Erde und vor allem dem Handeln des Menschen unzufrieden waren und im Spielverlauf zu besänftigen sind.
Wer nun aber ein düsteres Spiel erwartet, wird eines Besseren belehrt: Cargo ist tatsächlich ein beinahe schwereloses Abenteuer, bei dem es weniger eine Geschichte, als eine vollkommen fremde Welt zu entdecken gibt.
Die Protagonistin des Spieles, die Ingenieurin Fawke, stürzt mit ihrem Raumschiff ab und so verteilt sich ihre ganze Ladung im Wasser. Um diese wieder einzusammeln und das Schiff wieder startklar zu machen, braucht es vor allem eines: „Fun" – das Allheilmittel in der bunten Cargo-Welt.
Produziert wird dieser Fun wiederum von den „Kumpels": Drollige, nackte Zwergwesen, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als friedlich durch die Schwerelosigkeit zu eiern.
Ein Tritt gegen einen spaßigen Kumpel und dieser gibt kichernd eine Ladung Fun ab, tritt man diese oft genug, platzen sie geradezu vor Freude in einer Fun-Explosion.
Um das Aussterben der Kumpel muss sich der Spieler keine Gedanken machen: Ein schnell fabrizierter, bunter Vulkanausbruch lässt immer wieder neue drollige Winzlinge vom Himmel regnen.
Dem Fun sind also keine Grenzen gesetzt und es auch wird dringend benötigt, besänftigt es doch einerseits die grollenden Götter und hilft andererseits bei allen Aufgaben, vor die der Spieler mit Protagonistin Fawke gestellt wird.

Pädagogische Beurteilung:

Von Bastian Wadenpohl

Die bunte Cargo-Welt lädt zum Entdecken ein
So bunt und herrlich absurd sich die Geschichte präsentiert, so leicht kommt auch die schwerelose Welt in Cargo daher. Das düstere Szenario des Endes der Menschheit präsentiert sich als luftig-leichte und farbenfrohe Idylle, die den Spieler mit ihrer Aberwitzigkeit schnell in den Bann zieht.
Die Welt, durch die sich Heldin Fawke bewegt, ist grafisch durchaus ansprechend gestaltet und auch der Sound des Spiels weiß zu überzeugen: Die wenigen Dialoge sind komplett deutsch synchronisiert und das witzige Lachen der Kumpels kitzelte auch die testenden Kindern an den Zwerchfellen. Insgesamt gilt es zehn sehr abwechslungsreich gestaltete Inseln zu erkunden – ob dies zu Fuß, schwimmend oder fliegend geschieht, bleibt dem Spieler überlassen.
Die Steuerung per Maus und Tastatur klappte bei den erfahreneren Spielern der Testergruppe intuitiv, zumal das Tempo des Spiels sehr gemächlich ist und dem Spieler viel Zeit lässt, die bunte Cargo-Welt in aller Ruhe zu erkunden.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt
Doch nicht nur die Spielwelt selbst, auch das Gameplay strotzt vor Kreativität: Mittels des Vehikel-Editors und – natürlich – einer guten Portion Fun, lassen sich allerlei nützliche Gegenstände bauen.
Dieser Vehikel-Editor dürfte eine geradezu paradiesische Funktion für Bastler sein. Zwar finden sich im Spiel immer wieder detaillierte Baupläne, die Gestaltung der zu bauenden Gegenstände und Fahrzeuge bleibt aber dem Spieler überlassen und wirkt sich unmittelbar auf deren Gebrauchswert ab.
Ein schlecht ausbalanciertes Floß beispielsweise ist so deutlich schwerfälliger als ein penibel entwickeltes und mit allerlei Extrafunktionen ausgestattetes Schiff. Gerade naturwissenschaftlich interessierte Kinder und Erwachsene dürften an den Knobeleien mit dem Vehikel-Editor Freude haben, so die Tester.
Wer hingegen eher musisch veranlagt ist, der kann in Cargo auch komponieren statt konstruieren: Mithilfe eingesammelter Notenschlüssel können Melodien komponiert werden, zu denen die Kumpels auf umwerfend witzige Art tanzen, was natürlich jede Menge Fun erzeugt – auf und vor dem Bildschirm.

Ein rundum anderes Action-Adventure
Dass Kreativität in Cargo belohnt wird, dürfte vor allem jene Spieler erfreuen, denen das Genre des Action-Adventures üblicherweise zu actionlastig und linear ist.
Cargo tanzt in dieser Hinsicht angenehm aus der Reihe: Der Spielverlauf ist völlig frei gestaltbar, was dafür sorgte, dass manches Kind der Spieletestergruppe sich eher durch die bunte Welt treiben ließ, als zielgerichtet die jeweiligen Aufgaben zu lösen.
Gerade für die Gestaltungsfreiheit bekam Cargo das meiste Lob der Kinder; die Geschichte, die hinter Cargo steckt, fand jedoch weniger Freunde: „Mir war lange nicht klar, was ich machen muss", bemängelte einer der Tester.
Wer sich jedoch auf Cargo einlässt, der wird ein Spiel entdecken, das wirklich anders ist und zum Abtauchen förmlich einlädt. Gerade der Vehikel-Editor sorgte dabei für Langzeitspaß, zumal die ausgetüftelten Fahrzeuge und Maschinen gespeichert und so immer weiter verfeinert werden konnten.
Das Tüfteln um die besten Baupläne, das Komponieren von Hits für die Kumpels – all das hebt Cargo aus der Welt der Action-Adventures angenehm ab.
Gewalt, Grauen und Ängste sucht man in der Cargo-Welt vergebens. Auch das Treten der fröhlichen Kumpel kommt als friedlicher Spaß daher, ohne dass das Spiel in eine Kindergarten-Idylle fällt.
Punkten kann Cargo zudem mit zwei verschiedenen Enden – auch wenn kein Kind der Spieletestergruppe Cargo durchgespielt hat. Dafür war diese schwerelose Welt dann doch zu vielfältig und vor allem voll von einem: Fun.

Fazit:
Cargo ist ohne Zweifel ein besonderes Spiel. Wer Angst hat, dass seine Kinder nur „stumpfes Zeugs" spielen, der findet in Cargo ein ansprechendes Spiel, das Kinder ab zehn Jahren zudem weder überfordern noch langweilen dürfte.

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Spieletester
U12 Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass