Micky Epic – Die Macht der Zwei

Genre
Jump&Run
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Disney
Erscheinungsjahr
2012.11
Systeme
Playstation 3, Xbox 360, Wii, Wii U, Playstation Vita
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Gutes Spiel, das die Tradition des Vorgängers fortsetzt - Aufgaben könnten klarer formuliert sein
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Es ist ein gängiges Konzept, das häufig auch bei Videospielen Anwendung findet: solange sich ein Produkt gut verkaufen lässt, macht es durchaus Sinn, es weiterzuentwickeln. Die besten Beispiele aus der Videospielbranche sind sicherlich die jährlich erscheinenden Sportspiele à la FIFA, aber auch von Titeln wie dem Abenteuerspiel Uncharted oder dem Strategiehit Anno sind mehrere Fortsetzungen erschienen. Eines der Spiele, das sich neuerdings in dieser Aufzählung wiederfinden könnte, ist das Spiel „Micky Epic". Nachdem es im Jahr 2010 erstmals erschien und sehr überzeugen konnte, ist der Nachfolger „Micky Epic – Die Macht der Zwei" seit November 2012 käuflich zu erwerben.

Auf den ersten Blick haben die Spiele einiges gemein: die Helden sind erneut Micky Maus und Walt Disneys erste Zeichentrickfigur – Oswald. Wie auch im ersten Teil finden sich die beiden in der Spielwelt Wasteland (Englisch für Ödland) wieder, das von einem Erdbeben zerstört wurde. Nur die beiden Titelhelden können durch ihren Einsatz noch größeres Unheil abwenden, was natürlich zur Aufgabe des Spielers wird. In klassischer Jump&Run Manier steht der Spieler vor Aufgaben, die er geschickt bewältigen muss. Dafür hat er einen Pinsel mit Farbe zur Hand, mit dem er seine Umgebung anmalen kann. Die beiden Helden sind stets zusammen unterwegs, wobei der Computer die Rolle des gerade nicht gespielten Charakters übernimmt. Es ist aber auch durchaus möglich, dass zwei Spieler das Spiel spielen, einer schlüpft in die Rolle von Micky, der andere in die Rolle von Oswald. Alles in allem ist das Spiel aber dem Vorgänger sehr ähnlich, weshalb die Rezension auf dem Spieleratgeber als ergänzende Lektüre Sinn macht.

Pädagogische Beurteilung:
längerer Vorspann ermöglicht auch Spielern ohne Vorerfahrungen den Einstieg
Spieler, die bereits Micky Epic kennen, werden sich sehr schnell auch in der Geschichte von „Die Macht der Zwei" zu Recht finden. Spieler ohne diese Vorerfahrung haben da einen Nachteil, den das Spiel geschickt ausgleichen kann. Eingangs wird in einem längeren Vorspann die Geschichte hinter dem Spiel erklärt, so dass die Kenntnis des ersten Teils kein Muss ist. Ohnehin handelt es sich ja um eine eigenständige Handlung.

schwierige Rätsel rauben teilweise den Nerv
Micky Maus spricht als Figur eher die jüngere Generation an. Das erste Spiel zeichnete sich durch eine düstere Atmosphäre aus, die auch Jugendliche zum Spielen motiviert hat. Diese Atmosphäre ist in „Die Macht der Zwei" deutlich aufgehellter. Allerdings sind die Rätsel dafür recht anspruchsvoll und machen das Spiel dadurch auch für ältere Spieler interessant. Jüngere Spieler wie die Tester der Spieletester AG waren teilweise ein wenig überfordert, konnten aber nach mehreren Versuchen eigentlich jedes Rätsel lösen. Der Grad zwischen Lust durch Herausforderung und Frustration durch Überforderung ist aber sehr schmal geraten.

Moralaspekt aus dem ersten Teil noch vorhanden, gerät aber zunehmend in den Hintergrund
Der Moralaspekt, der den Vorgängertitel sehr stark geprägt hat, ist auch in „Micky Epic – Die Macht der Zwei" präsent. So kann der Spieler bei den meisten Rätseln verschiedene Lösungswege einschlagen und dadurch „gute" beziehungsweise „böse" Moral-Punkte kassieren. Allerdings tritt dieser Moral-Aspekt deutlich weiter in den Hintergrund, was dem Schwierigkeitsgrad der Rätsel geschuldet ist. Die Tester aus der Spieletester AG waren meistens bereits zufrieden, wenn sie die doch anspruchsvollen Aufgaben meistern konnten – ohne Rücksicht auf die moralische Komponente. Hier verliert das Spiel im Vergleich zum Vorgänger leider einiges an Potential.

Mehrspielermodus als absoluter Gewinn
Der Mehrspielermodus entscheidet häufig darüber, ob ein Spiel öfters gespielt wird oder schon nach kurzer Spielzeit im Regal anstaubt. In diesem Spiel können bereits im normalen Storymodus mehrere Spieler miteinander spielen. Diese Option wertet das Spiel erheblich auf, da die beiden Hauptcharaktere Oswald und Micky beide ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Spielt der Spieler alleine, ist er gezwungen, an manchen Stellen zwischen den beiden zu wechseln. Die Situationen, in denen ein solcher Wechsel Sinn macht, sind aber nicht immer klar ersichtlich, weshalb das Spiel zu zweit auch einfacher ist.

Mangelnde Übersicht trübt den Spielspaß
Die Übersicht ist leider ein Negativaspekt in Mickys neuestem Abenteuer. Zwar ist sie über die meiste Zeit recht solide, in manchen Situationen wird es aber einfach unübersichtlich. Das Spiel versagt leider darin, dem Spieler genauer mitzuteilen, was als nächstes zu tun ist. Ist eine Aufgabe abgeschlossen, muss der Spieler erst auf die Suche gehen um herauszufinden, was als nächstes zu erledigen ist. So standen die Tester in der Spieletester AG nicht selten vor Problemen, die sie ein wenig verwirrten: „Was soll ich jetzt machen?" (Tester, 12 Jahre). „Ich weiß auch nicht, lauf mal weiter rum." (Tester, 12 Jahre). Diese mangelnde Klarheit bezüglich der Aufgaben kann eigentlich nicht im Sinne des Erfinders sein. Die Spieler waren eher frustriert als erfreut über diese zusätzliche Herausforderung.

Fazit:
„Micky Epic – Die Macht der Zwei" ist insgesamt ein gelungenes Spiel. Probleme mit der Perspektive, die der Vorgänger teilweise hatte, sind in diesem Titel fast ausnahmslos verschwunden. Die kindgerechtere Atmosphäre wird durch schwierigere Rätsel ersetzt, so dass auch Jugendliche durchaus vom Spiel gefordert werden. Leider ist nicht an allen Stellen klar, was zu tun ist. Das sorgte in der Spieletester AG für Irritation und auch Frustration. Ein sehr positiv aufgenommener Aspekt des Spiels ist die Möglichkeit, die Abenteuer von Micky und Oswald zu zweit nachzuspielen. Auch Spieler, die keinerlei Vorerfahrungen mit Micky Epic haben, können sich dank eines ausführlichen Vorspanns schnell in der Spielwelt zurechtfinden. Aufgrund der schwierigen Rätsel, die jüngere Kinder vor Probleme stellen können, ist „Micky Epic – Die Macht der Zwei" erst ab etwa 8 Jahren zu empfehlen.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass