Duke Nukem - Critical Mass

Genre
Shooter
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2011.04
Systeme
Nintendo DS
System im Test
Nintendo DS
Kurzbewertung
Gewalthaltiger Shooter mit Jump&Run Passagen und ironischen Untertönen
Redaktion
Torben Kohring
Spieleratgeber NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Hauptfigur dieses Titels ist Duke Nukem, der versucht, die Erde vor seinen verbündeten Feinden zu retten. Duke Nukem reißt dafür in die Zukunft, während die Erde in der Gegenwart attackiert wird. Somit muss der Duke einen Rückweg in die Gegenwart finden und sich gegen die Außerirdischen durchsetzen, die ihm den Weg dorthin versperren. Duke Nukem ist als Held eine Persiflage auf die großen Kinohelden der 80er und 90er wie Bruce Willis oder Sylvester Stallone. Und wie diese ist nicht der Kopf seine stärkste Waffe, sondern Muskeln und allerlei Schusswaffen, die ihm im Verlauf der Geschichte in die Hände fallen. Zudem ist Duke Nukem Macho durch und durch, Frauen werden durch ihn lediglich gerettet und stellen innerhalb der Spielwelt keine gleichberechtigten Charaktere dar. Die Gegner sind Aliens oder menschlich gestaltete Schweine, die sich in großen Mengen der Spielfigur in den Weg stellen und durchweg stereotype Züge aufweisen.

Der Duke wird in diesem Ableger der bis Anfang der 90er Jahre zurückreichenden Spieleserie aus einer 2D Ansicht auf der horizontalen Ebene von links nach rechts gesteuert, die 3D-Darstellung verleiht der Kulisse dabei eine plastische Tiefe und an bestimmten Stellen kann sich die Spielfigur Schussgefechte mit vermeintlich entfernet stehenden Figuren liefern. Auch das Snipern mit einem Scharfschützengewehr ist möglich, dies stellt quasi ein Minispiel dar, das eigenständig als Spielabschnitt absolviert werden muss und nicht jederzeit im Spiel vorhanden ist. Die Spielkulisse ist eher düster gehalten, die akustische Untermalung unterstreicht die permanente Bedrohung, der die Spielfigur ausgesetzt ist.

Pädagogische Beurteilung:
In "Duke Nukem - Critical Mass" geht es für die Spielfigur in erster Linie darum, sich in einer durch und durch feindlich gesinnten Spielwelt den heranstürmenden Gegnerhorden zu erwehren und den nächsten Spielabschnitt zu erreichen. Der gezielte Einsatz der
verschiedenen Waffen und das geschickte Steuern der Spielfigur entscheidet letztlich über den Erfolg der Spielfigur. Innerhalb der Abschnitte findet Duke Nukem immer wieder mächtigere Waffen und Verbesserungen, die z.B. die eigene Gesundheitsanzeige erhöhen. Besonders männliche Jugendliche zeigten sich von diesem Spielprinzip angesprochen und konnten hier (im Gegensatz zur Realität) schnelle Erfolgserlebnisse sammeln.
Duke Nukem ist dabei sicherlich ein zweifelhafter Held, der lieber schießt als redet, gerade jüngere Jugendliche sind nicht immer in der Lage, die Persiflage auf andere überzeichnete Helden, vor allem aus dem Filmbereich, zu verstehen. Sie sehen in Duke Nukem wahrscheinlich einen Bodybuilder, der seine und die Probleme der gesamten Welt durch den Einsatz von Anabolika und Waffen zu regeln versucht. Insgesamt ist das Setting des Spiels mit seinen zwar menschenähnlichen, jedoch stets als Kunstfiguren erkennbar bleibenden Gegnern stets so bunt und realitätsfern, dass auch jüngeren Jugendlichen der fiktionale Charakter der Spielgeschichte klar wird. Für eine tiefergehende Auseinandersetzung über moralische Werte eignet sich der Titel nur bedingt, da das Gut-Böse Schema zu ausgeprägt ist und Duke Nukem nicht als moralisch handelnder Held inszeniert wird. Im pädagogischen Einsatz lohnt sich jedoch mit Jugendlichen die Auseinandersetzung über Problemlösungsansätze und die Vorbildfunktion medialer Helden zu hinterfragen.
Die Tester störte die mangelnde Übersicht durch die zwei Bildschirme sowie das Fehlen einer Übersichtskarte.

Stereotype Rollenklischees
Besonders das hier gezeichnete Geschlechterbild ist für Jugendliche in der Orientierungsphase problematisch. Männer sind muskelbepackte Retter, während Frauen als „Babes" bezeichnet werden, die leicht bekleidet auf ihre Rettung warten. Stereotype Frauenbilder werden hier zwar in ironischer Weise überzeichnet, jedoch ist Duke Nukem zu wenig Antiheld, um nicht von einigen Jugendlichen auch in seinem abwertenden Verhalten gegenüber Frauen als cool wahrgenommen zu werden. Die „Dialoge", die sich bei der Rettung der Frauen entwickeln, sind durchsetzt mit sexuellen Anspielungen, wenn die Geretteten die Spielfigur fragen, was sie tun können um ihm zu danken.

Gewaltaspekte
"Duke Nukem - Critical Mass" ist ohne Frage ein gewalthaltiges Spiel, jedoch ist die Darstellung zu keinem Zeitpunkt detailliert oder realitätsnah. Jugendliche sind ähnliche Gewaltszenen auch aus Fernsehsendungen für ihre Altersklasse gewohnt. Einen bedenklichen Punkt stellen die Sniper-Einsätze dar, in denen Gegner mit einem Scharfschützengewehr durch ein Zielfernrohr blickend ausgeschaltet werden müssen. Der kleine Bildschirm des NDS sorgt hier noch für ausreichend Distanz zum Geschehen, die Handlungen reihen sich hier gewalthaltige Geschehen ein, stellen aber auf jeden Fall die Gewaltspitze des Titels dar.

Fazit:
"Duke Nukem" ist ein anspruchsloses Abenteuer mit einem relativ hohen Gewaltanteil, dass die Serie um Duke Nukem weitererzählt. Die Geschichte rückt dabei wie bei allen Teilen der Serie in den Hintergrund, letztlich geht es nur darum, sich gegen die verschiedenartigen Feinde zu erwehren. Die überzeichneten Charaktere und die geschlechterstereotype Darstellung sind für jüngere Jugendliche nicht immer deutlich erkennbar, weshalb das Spiel zwar ab 12 Jahren ohne die Befürchtung einer Beeinträchtigung gespielt werden kann, jedoch erst Jugendliche ab 14 Jahren auch die Ironie der Spielwelt in ihrer Gänze erfassen können.

Gameplay-Video bei Youtube

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Bewertung Spielspass